Donnerstag, 30. Juni 2011

Pula - die Belohnung für einen heftigen See-Tag

Die Dusche in der Marina tut sehr gut. Nach der Erfrischung und einer kleinen Stärkung nehmen wir das Taxi nach Pula. Dort soll es eine tolle Arena, ein Colosseum geben.

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Der Taxifahrer setzt uns nach 10 Min. Fahrt direkt vorm Haupteingang ab, drückt uns seine Karte in die Hand und meint, dass wir Rabatt bekommen, wenn wir ihn noch einmal anrufen. Ich bin gespannt, wie lange er sich daran erinnern wird...

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Das. Colosseum ist schon beeindruckend. Es ist nach Rom und Verona das nächst größte. 132m in der Querachse und 67m in der Orthogonlen. Wie im alten Rom gabs hier vor einigen Jahrhunderten Gladiatorenkämpfe und Tierkämpfe zu bestaunen. Heuer bauen sie gerade eine Bühne für Musikveranstaltungen auf, so wie jetzt z. B. für Seal in der kommenden Woche. Der Audio-Guide erzählt uns noch allerhand Details, zum Ende hin wird's ganz schön zäh. Aber wir haben ja einen Schwaben und einen Lipper dabei, da wird alles ausgekostet, bis ins letzte Detail ;-)

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Beim weiteren Bummel durch die Gassen entdecken wir einen Tunneleingang mit dem Titel "Zerostraße". Das Mädel am Eingang erklärt uns, dass dies der Eingang zum unterirdischen Tunnelsystem aus Kriegszeiten ist, welches erst letzte Woche geöffnet wurde.

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Die 400m unterirdischer Verzweigungen führen uns zu einem unterirdischen Ausstellungsraum. Hier wird die Geschichte der Tunnel und die militärisch strategische Relevanz von Pula für die Luftwaffe erklärt. Nach ca. 20 Minuten bei ca. 15 Grad Lufttemperatur wird uns sehr kalt und wir freuen uns auf die letzten Sonnenstrahlen. Diese genießen wir in den italienisch-kroatischen Gassen und vor dem Tempel des Augustus in einem netten, kleinen Cafe.

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Gegen 20.30h machen wir uns auf den Weg zurück zum Colosseum, wo uns der Taxifahrer auch prompt aufnimmt, wieder erkennt und für 40% weniger nach Veruda fährt. Das Abendessen ist durchaus unterhaltsam. Neben uns legt eine österreichische Crew an, die definitiv nicht zum ersten M zusammen segeln. Als die Herren vom Abendessenzurück kommen, ist es schon relativ dunkel. Als der Berti dann an Bord steigen will, wird's interessant. Er nimmt die erste Stufe, dann die zweite (die nicht existiert) und wir hören nur "oh hou - platsch"

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Wir springen sofort auf und halten alle Leuchten auf die Stelle, wo Hertie eingetaucht ist. Zum Glück ertönt relativ zügig die schöne, breit gezogene wienerische Stimme mit "uaaaa, sou aaaa Miiist!" Seine Kollegen bleiben relativ entspannt und antworten mit gleichem Akzent "A geehh, biist deeppert? Woas moochst deenn?" Danach ziehen sie den guten Berti raus und wir können alle herzhaft lachen, denn ihm ist nicht, wirklich gar nichts passiert. Was ein Glück, das hätte definitiv anders ausgehen können...

Mit einen leichten Grinsen auf dem Gesicht geht's dann ins Bett, denn morgen werden wir unseren letzten Schlag fahren müssen, von Veruda an Rovinj vorbei bis in die Marina von Vrsar.

Die Kvaner Bucht - ein Erlebnis für sich

6.15h - endlich aufstehen. Die Nacht war eine Qual. Es ging kein Lüftchen, dafür zwei Mücken in der Kajüte und Fisch im Magen, der dort anscheinend seine Reinkarnation erlebt hat. Nach 3,5 Stunden Halbschlaf ist der Rest der Crew nen auch "endlich" wach.

Das vorher gesagte schlechte Wetter bleibt leider auch nicht aus. Regentropfen prasseln aufs Vorschiff. Die Instrumente zeigen eine Windgeschwindigkeit von 20 Knoten (im Hafen). Gut, dass wir ao früh auf sind. Also: Schwimmwesten an, Leinen los und ab über die Kvarner Bucht. Die hat es nämlich in sich - ca. 15 nautische Meilen offenes Meer zum überqueren. D. h. die Welle hat genügend Zeit, sich aufzubauen. Wir sind gespannt, was uns erwarten wird.

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Es kommt auch genau so, wie befürchtet. Nachdem wir nun das Ruhigwasservebiet verlassen, öffnet sich vor uns die Bucht. Wir haben Starkwind (Bora) mit 5-6 Windstärken uns eine See von ca. 6. Also recht hohe Wellen, die uns seitlich entgegen schlagen. Der Wind peitscht uns die Gischt ins Gesicht, der Wind kühlt uns aus. Gepaart mit meiner Müdigkeit der letzten Nacht gibt es nun nur noch einen richtigen Ort für mich - meine Kajüte.

Es knallt - laut. Geschirr scheppert. Ich schrecke auf und Renn in die Küche. Sebi, der sich ebenfalls hingelegt hat, ist bereits dort. Ei. Schaps hat sich geöffnet, den wir nun wieder geschlossen haben. Zum Glück ist nichts kaputt gegangen. Dafür zollen die schnellen Bewegungen unter Deck bei starker Welle nun ihren Tribut. Ich begebe mich sofort ins Cockpit und mir geht's direkt besser. Sebi muss sich allerdings arg konzentrieren, damit er nicht über Lee geht, um die Fische zu füttern.

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Ich leg mich wieder hin. Sebi auch. Der Schlaf tut gut. Ein großer Dank geht an unseren 1st Officer, den Co-Skipper Franzi und unseren heutigen Rudergänger Michi. Dank den beiden steuern wir souverän in Richtung Pula.

Wir werfen sämtliche Alternativ-Pläne für heute über Bord (interessante Redewendung au einer Yacht) und steuern nicht die "Ich-ernte-mir-mal-meine-Muscheln-selbst"-Bucht an, sondern setzen Kurs auf die Marina von Veruda, direkt gegenüber von Pula.

Mittwoch, 29. Juni 2011

Die kleine Insel-Stadt Mali Losinj

Von Ilovik aus fahren wir gegen 15h weiter nach Norden. Unser Tagesziel heute: die Marina von Mali Losinj. Der
Wind frischt ein wenig auf und kommt uns mit ca. 9 Knoten direkt entgegen. Wieder keine Chance zu segeln, denn die See wird auch unruhiger. Also motoren wir mit 5 Knoten gegen die Welle.

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Ich leg mich wieder an den Bug und genieße das ungleichmäßige auf und ab. Wir passieren die schöne Krivica Bucht, in welcher wir vor zwei Jahren vor Anker gelegen haben. Nach ca. eineinhalb Stunden kommen wir zur Kanaleinfahrt, die uns zu unserer Ziel-Marina fürt. Hier gibt es eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 3 Knoten. Wusste gar nicht, dass so etwas existiert. Auch interessant zu sehen, wie vielen Leuten diese Begrenzung egal ist. Naja, auch dafür hat der Staat eine Antwort: Radar-Pistolen-Boote. Faszinierend...

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Als wir dann endlich in Mali Losinj ankommen, vermissen wir die Marina. Es gibt dort zwar einen Steg, der voll belegt ist. Die anderen sind allerdings ncht bewirtschaftet. Wir finden dort noch eine Lücke und quetschen unsere 35 Fuß Yacht dort längsseits hinein. Der Steg gehört zum Stadthafen und ist frei zugänglich. D. h. wir zahlen nichts, bekommen aber auch weder Strom noch Wasser. Der Wasservorrat neigt sich auch langsam dem Ende zu, was ggf. noch ein Problem werden kann. "Frei zugänglich" bedeute auch, dass wir bereits nach 4 Minuten von irgendwelchen Verkäufern voll gequatscht werden, die uns irgendwelche Boot-Trips verkaufen wollen. Einzig interessant das Angebot von der Eisdiele gegenüber. Die servieren die Becher auch direkt an Bord. Ein Angebot für später...

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Jetzt geht es erst einmal in die Stadt. Vom Boot gegenüber erhalten wir einen Top-Tip für ein Restaurant. Da gehe. Wir direkt hin, checken die Karte und können uns nicht entscheiden zwischen Fischplatte oder Fleischplatte. Also bestellen wir beides... Zum Abschluss gibt's noch zwei Runden Silvovic auf's Haus. Am Obststand gegenüber frischen wir unseren Vorrat auf und bummeln noch ein wenig durch die Stadt.

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Zurück an Bord gibt es dann den versprochenen Eisbecher. Lecker! Der Wetterbericht für morgen sagt allerdings schlecht Wetter und Gewitter an. Wir entscheiden uns, früh aufzustehen und spätestens um 7h abzulegen, um noch sicher über die Kwarner Bucht zu kommen. Bin mal gespannt, wie diszipliniert wird seien werden... Gut's Nächtle!

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Auf nach Ilovik

Ich kann machen, was ich will. Schon wieder endet meine Nacht mit den ersten Sonnenstrahlen, die meine kleine Luke der Kajüte treffen. Es ist 7.00 Uhr und ich versuche diesmal nicht wieder einzuschlafen sondern begebe mich direkt an Deck (bin ja lernfähig). Das Wetter in der Bucht ist mal wieder traumhaft. Es weht kein Lüftchen, die Sonne steht bereits höher als gedacht und das Wasser ist spiegelglatt. Ich kann direkt auf Grund sehen. Die helle Leine der Boje setzt sich sehr schön von dem dunklen, grasbewachsenen Boden ab. Der weiße Betonklotz wirkt enorm groß.

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Mein größtes Glück an diesem Morgen: die FFK-Boote, die Nackt-Bader ersparen mir den Anblick auf ihre "Astralkörper". Alle anderen Details vom Vorabend erspare ich mir jetzt... Das Wasser ist eine Wohltat. Die halbe Stunde Schwimmen geht rum wie nix. An Bord zurück lass ich mich trocknen, um eine Stunde später mit den anderen noch einmal schwimmen zu gehen.

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Zum Frühstück serviert mit der Skipper dann ein Bier mit den Worten "Das muss weg, und du hast es Dir heute Morgen schon verdient!" Ich formulier es mal so: ein Bier am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen. Nicht, dass ich so etwas hätte, aber man kann ja schon rechtzeitig präventive Maßnahmen ergreifen...

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Das mit dem Kummer und den Sorgen kam dann ca. zwei Stunden später, als ich auf dem Vordeck eingeschlafen bin. Unser unverbesserliches Spielkind hatte nämlich die geniale Idee, eine Flasche Sprudelwasser zu schütteln und über mir zu öffnen. Interessant, dass in solchen Situationen die Urinstinkte greifen: Angriff und Verteidigung. Zuerst Flasche aus der Hand schlagen, danach in die Flucht schlagen. In diesem Fall hieß es, dass wir anschließend eine Flasche-Über-Bord Manöver fahren konnten. Und damit meine ich jetzt die Trink-Flasche, nicht die Sebi-Fla... ;-)

Wie heißt's doch so schön: wer den Schaden hat... In Ilovik durfte ich dann die Aktion auf Sebi's Laptop anschauen. In Zeitlupe. Michi war so nett und hat diese Aktion für die Ewigkeit per Video aufgenommen...

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Ilovik ist mal wieder sehr schön. Eine kleine Stadt in einer kleinen Bucht gelegen, direkt daneben ein Bojen-Feld mit traumhaften Blick auf diese Kulisse. Wir gehen schwimmen und lassen uns gute zwei Stunden lang treiben...

Dienstag, 28. Juni 2011

Die Bucht Ante auf Silba

Es ist mittlerweile zwar schon 17.30h, dennoch ist es draußen recht heiß. Ich springe ins Wasser und schwimme in Richtung Flachwasser. Dort entdecke ich zahlreiche Muscheln am Grund. Wir holen das Dinghi und die Schnorchel-Ausrüstung und machen uns auf zur Ernte. Leider muss ich nach dem dritten Mal abtauchen feststellen, dass alle Muscheln leer sind. Auch diejenigen, die noch gut aussehen, liegen leider leer am Meeresgrund.

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Wir machen uns wieder auf den Rückweg zu unserer "Octopus". Nach ca. 5m im Dinghi müssen wir feststellen, was eine Leine in der Schraube vom Außenborder so anstellt. Nach den besagten 5m würgt der Motor nämlich ab und wir kommen kein Deut weiter... Zum Glück hab ich eh meinen Schnorchel und die Taucherbrille dabei und kann die Schraube wieder recht zügig von der Leine befreien.

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Bevor wir uns in Richtung Silba aufmachen, gibt's an Bord noch gefühlte 2kg Pasta. Der Weg in die Stadt führt uns ca. 20 Minuten lang über einen Trampelpfad, quer durch den Wald und über die Insel. Wir werden von schön beleuchteten Restaurants empfangen. Direkt im Zentrum der Stadt, gleich neben dem Kirchturm entdecken wir eine Eisdiele. Ungeachtet der Pasta bestellen wir Banana-Splits und Amarena-Becher etc. Danach schaffen wir es allerdings nur noch, ein paar Gassen durch die Stadt - bzw. das Dorf - zu rollen. Die Gassen sind sehr schön beleuchtet und schaffen ein angenehmes Ambiente.

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Der Rückweg zu unserer Bucht ist spannend. Auf dem Hinweg hatten wir noch ein wenig Rest-Licht, das jetzt komplett verschwunden ist. Auch der Mond ist noch nicht aufgegangen, so dass wir einen wunderschönen Sternenhimmel beobachten können. Auch die Milchstraße sticht sehr schön vor dem schwarzen Himmel hervor. Traumhaft!!

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Ein ruhiger Tag auf See

Unser fünfter Tag auf See. Ich bin schon wieder um 7h wach. Irgendwie kann ich nicht mehr schlafen, sobald es hell wird. Die ersten Sonnenstrahlen ziehen mich an Deck. Die See ist ruhig, das Wasser spiegelglatt, die Strömung (die gestern das Anlege-Manöver leicht erschwert hat) gleich null. Welch Ruhe!

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Die Sinne versteckt sich wieder hinter den Wolken. Ich überlege mir, trotzdem schwimmen zu gehen. Das Wasser ist erfrischend, gerade so, dass es nicht zu kalt ist. Es knistert immer noch, wenn ich mit den Ohren unter Wasser komme. Interessantes Phänomen.

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Gegen 8h ist auch der Rest der Crew wach. Wir bereiten das Frühstück vor und machen eine Lagebesprechung. Unser Tagesziel ist noch nicht ganz klar. Wir schliessen zwei von vier Optionen aus und machen uns auf in Richtung Norden. Maximales Ziel: Silba.

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Dass der Wind über Nacht eingeschlafen ist, macht aus diesem Segel-Tag einen Motor Tag. Der Wind frischt im Laufe des Tages zwar ein wenig auf, aber was nutzen uns 8 Knoten Wind exakt von vorne. Wir müssten durch die Inselgruppen kreuzen. Durch den Versatz durch Wind und Wasser würden wir dann wieder die "erkreuzte" Höhe verlieren...

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Nach ca. 75% der Strecke nach Silba, kuz vor unserem Alternativziel, frischt der Wind erneut auf. Wie stellen 13 Knoten Wind von Backbord querab fest und setzen die Segel. Mit 5 Knoten Gewschwindigkeit fahren wir auf die Bucht "Ante" zu. Dort legt Franzi perfekt an, so dass wir uns den Manöverschluck redlich verdient haben. Sebi macht aus diesem einen Schluck gleich mehrere und ordnet netterweise "mittrinken" an...

Montag, 27. Juni 2011

Knister-Fische oder Knister-Glühwürmchen?

21.30 Uhr. Das letzte Licht verlässt uns gerade. Der Wind schläft nahezu vollständig ein. Es wird ruhig. Sehr ruhig um uns rum.

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Die Ruhe hält allerdings nur 20 Minuten. Von einer Minute zur anderen fängt es an zu knistern. Richtig laut. Unter Deck nimmt die Lautstärke noch einmal zu. Franzi und Sebi kannten dieses Phänomen bereits aus der Woche mit Sebi's Eltern. Damalige Theorie: Knister-Fische. Franzi hat vielleicht sogar eine neue Spezies entdeckt: "Der gemeine Knister-Fisch, verfolgend, schnell, beißwütig"

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Als der Michi dann zu etwas späterer Stunde vom Bord-WC kommt, offeriert er uns eine neue Theorie: Unterwasser-Knister-Glühwürmchen. Wir haben es erst auf den Alkohol geschoben. Als er uns dann seine Theorie erklärt, finden wir den Gedanken gar nicht mehr so abwegig.

Dazu muss man allerdings verstehen, wie die Bord-Toilette funktioniert. Also: es gibt eine Ansaugstutzen unterhalb der Wasserlinie, durch die Wasser in die Toilette gepumpt werden kann. Dann gibts eine manuelle Pumpe und einen Auslass oberhalb der Wasseroberfläche. Als Michi dann Wasser in die Toilette gepumpt hat, gabs "Funkenflug" (oder so). Hat wohl ausgesehen wie Glühwürmchen, nur im Wasser. Also: interessante Theorie.

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Meine allerliebste Telefon-Joker'in daheim hat noch eine andere Theorie ergooglet (schreibt man das so?). Und zwar Korallen. Dieser Theorie kann ich auch einiges abgewinnen, denn man hört dieses Knistern nur, wenn auch Korallen bzw. Seegras in der Nähe ist...

Wer hat noch weitere Theorien? Bzw. weiß direkt, woher das knistern stammt? Ich bin gespannt!

Steilklippen in der Telascici Bucht

Ich sollte leider Recht behalten, was den Kräuterschnaps angeht. Mein größtes Problem an diesem Morgen ist, aus der Kajüte zu kommen. Mein Kopf passt irgendwie nicht durch die Tür... Es dauert ein wenig, bis ich dieses Hindernis überwinden kann. Der anschließende Sprung ins relativ kühle Wasser rettet mit dann den Vormittag. Mir geht's zwar nicht blendend, zum Artikulieren reicht es aber.

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Nach dem Frühstück setzen wir Kurs gen Norden und fahren durch die wunderschönen Kornaten. Nach ca. einer Stunde erreichen wir die offene See. Es wird Zeit für das obligatorische Mann über Bord Manöver. Zuerst fährt Sebi, danach darf ich es probieren. Klappt alles wunderbar, nur dass ich mit 1,1 Knoten Geschwindigkeit ein wenig zu schnell bin für die Aufnahme der Fender. Danach springt Michi über Bord und simuliert ein echtes MOB (Man over Bord). Auch er teilt die gleiche Erfahrung wie ich im letzten Jahr auf Mallorca...

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Wir fahren alle das MOB Manöver. Mein zweiter Versuch klappt perfekt. Erst danach setzen wir unsere Fahrt fort in Richtung Telascica Bucht. Dies ist eine traumhaft gelegene Bucht, flach auf der einen Seite, Steilklippen auf der anderen. Franzi steuert Michi und mich souverän mit dem Dinghi an Land, wir "erklettern" die Klippen.

Der Ausblick ist wirklich phänomenal. Grüne Pinien und Bäume und tief blaues Meer vor weißen Klippen. Zeit für mich, zur Tat zu schreiten. 27 Fotos später fahren wir auch wieder zurück und machen klar Schiff.

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Wir legen ab und fahren durch eine sehr kleine Meeresenge zwischen zwei Inseln durch. Wir treffen auf offenes Meer und setzen die Segel. Diesmal beide, also Fock und Groß. Mit 6 Knoten preschen wir auf die Insel Iz zu, mit dem kleinen Örtchen Knez.

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Das Anlege-Manöver an die Boje darf ich fahren. Prinzipiell geht dies exakt so wie beim MOB. Nur, dass Sir es hier mit starker Strömung und Gegenwind zu tun haben. Ich muss deutlich Gas geben, um auf die Boje zu steuern und nicht wieder zurück zu treiben. In Summe klappt das Manöver sehr gut. Franzi und Michi erwischen die rote Boje und machen Fest. Anschließend gibt's nen Manöverschluck, den wir uns alle deutlich verdient haben - und auch genauso genießen. Ich bin dankbar für diese Erfahrung (damit meine ich jetzt das Manöver). Merci, Sebi.

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Sonntag, 26. Juni 2011

Sun Downer in Vrulje

Es ist 19.15h. Wir erreichen Vrulje, die größte Siedlung in den Kornaten. Dort soll es eine leckere Konobar geben, ein lokales kleines Restaurant. Wir machen an einer Boje fest und setzen recht zeitnah mit unserem Dinghi, dem Beiboot rüber. Das Dorf sieht wirklich idyllisch aus, wie es so in den letzten Sonnenstrahlen leuchtet.

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Wir werden direkt vom Besitzer begrüßt. Er überrascht uns mit einem perfekten Deutsch und empfiehlt uns, direkt eine Bestellung aufzugeben. Der Fisch wird nämlich frisch zubereitet und das dauert wohl 45 Minuten. Wir suchen also ca. 2000g Fisch aus und machen uns erst dann auf den empfohlenen Trampelpfad in Richtung des nächst gelegenen Berges. Dieser Pfad führt uns die 81 Höhenmeter über loses Geröll entlang einer Steinmauer.

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Die Sonne steht schon tief. Der Blick auf die zig Inseln der Kornaten ist schlichtweg atemberaubend. Den höchsten Punkt zu entdecken, ist durchaus einfach. Dort sind hunderte von Steintürmchen angehäuft. Es ist halb neun, als wir den Gipfel erreichen. Wir lassen uns Zeit und genießen die untergehende Sonne und das Farbenspiel der Natur.

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Der Rückweg geht schnell. Der abhungre treibt uns den Berg hinunter. Kaum sitzen Sir im Restaurant, bekommen wir auch schon unsere Sun Downer serviert und genießen diese vor einer spektakulären Kulisse. Auch der Fisch lässt nicht lange auf sich warten und ist perfekt zubereitet.

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Einzig die 0,5l Flasche hausgemachter Kräuterschnaps wird Sebi und mir zum Verhängnis. Oder ist es der Aspekt, dass die anderen nicht mitgetrunken haben?!? Ich weiß es nicht. Dafür weiß ich aber, was ich den Rest des Urlaubs zu umgehen habe...

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We are sailing!

Tag 3 an Bord. Die Nacht war perfekt. Durchgeschlafen bis um 6.45h. Top fit, mein tagelanges Sodbrennen scheint der Vergangenheit anzugehören und endlich mal richtig Lust auf Frühstück! Das ist auch schnell vorbereitet und genauso zügig vertilgt. Kurz darauf "stechen wir in See" bzw. "in Fluss". Skradin liegt ja an einem Zulauf zum Meer.

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Das Auslaufen und die Passage durch das fließende Gewässer sind unsere ersten Seemeilen an Bord. Ein tolles Gefühl. Ich beweg mich in Richtung Bug und genieße den Ausblick. Als aller erstes passieren wir die Autobahn-Brücke von Skradin, ca. 49m hoch. Anschließend geht es durch einen kleinen See, weiter flussabwärts bis nach Sibenik.

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Das Örtchen (bzw. die Stadt) bietet ein tolles Panorama, eine Festung in Hanglage und viele rote Dächer. Auf der gegenüber liegenden Seite ist eine Tankstelle. Wir machen längsseits fest, tanken auf und fahren weiter. Das Ablege-Manöver ist durchaus interessant. Sebi gibt das Kommando "Klar zum Eindampfen in die Vorspring!" Michi und ich: "Häähä???" Kurz gesagt: wir halten den Tau vorne am Bug fest, Sebi gibt Gas und dreht den Kahn "mit dem Arsch" weg, legt dann den Rückwärtsgang ein und fährt von der Pier weg, während wir das Tau los lassen. Ist doch ganz einfach, oder? Oder es sah nur so einfach aus, weil Sebi es halt perfekt gesteuert hat...

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10 Minuten später verlassen wir den Fluss und passieren die Mündung in die Adria. Dabei passieren wir zwei Uboot-Bunker uns andere Festungen. Die stammen alle aus dem Bürgerkrieg 1991, vor gut 20 Jahren. Ich finde das ganz schön krass, dass hier vor so kurzer Zeit im damaligen Jugoslawien Krieg herrschte. Gut, dass diese Zeiten vorbei sind.

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Wir fahren weiter und setzen Kurs auf die Kornaten. Ein wenig später heißt es dann: "Klar zum setzen der Segel?" Das Vorsegel, die Fock, ist heute völlig ausreichend. Sie bringt uns auf eine Geschwindigkeit von ca. 3.5-4.0 Knoten. Sebi stellt den Motor ab und wir genießen die Ruhe...

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Samstag, 25. Juni 2011

Krka - Ein Erbe der Natur

Wohl genährt begeben wir uns zurück in den Hafen kurz vor der Marina. Von hier aus geht ein Taxi-Boot in den Krka Nationalpark. Dort soll es wunderschöne Wasserfälle geben. Das Boot bringt uns innerhalb von 20 Minuten die vier Kilometer Flussaufwärts. Zusammen mit 100 anderen Besuchern starten wir die Tour. Anfangs, noch vor den Wasserfällen: purer Kommerz! Zig Stände mit überhöhten Preisen für irgendeinen Ramsch. Kaum haben wir dies hinter uns gebracht, erreichen wir auch schon das Highlight dieser Tour: die Wasserfälle von Krka.

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Ich bin gespannt, die dieses Naturschauspiel auf mich wirkt. Ich kenne ja schon die Niagara Falls in Kanada und den Victoria Falls in Zambia. Die sind deutlich größer und höher. Zuerst führt uns eine Brücke über den Fluss direkt an den Fällen. Unten im Pool schwimmen Menschen. Auf der Brücke gibt es Rückstau von Menschen... Direkt hinter dem Holzsteg geht es in den Wald und die Menschen verteilen sich. Wir können dort direkt an den Wasserfall ran. Schon beeindruckend, wie viel Kraft das Wasser doch hat.

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Von oben habe wir einen tollen Blick auf das gesamte Areal. Hier gibt es nicht nur eine Wasserfall, sondern eher hunderte, wenn nicht sogar tausende... Genial.

Weiter oberhalb führt uns der Weg über einen langen, seeeehr langen Steg durch das Naturschutzgebiet. Überall mal wieder ein kleines Flüsschen, ein kleiner Fall, ein Teich, eine tolle Flora. Wunderschön! Auf dem Weg liegt auch eine alte Mühle, die noch in Betrieb ist und wo Mehl gemahlen wird. Das alte Wasserkraftwerk (im 19 Jhd. auch von Hr. Tesla erbaut) ist allerdings geschlossen, weil außer Betrieb...

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Am Ende der Rundgangs kommen wir noch einmal an den großen Wasserfällen vorbei. Ich traue meinen Augen nicht. Oberhalb, mitten im Fluss steht ein Typ. Geisteskrank, denke ich. Er geht weiter, immer weiter an den Wasserfall heran. Dann bekreuzigt er sich, geht in sie Hocke, und springt. Kopfsprung. Arme voraus. Uns stockt der Atem! Er taucht ein - und ich sehe ihn nicht mehr. Hab ja auch durch die Kamera geschaut. Franzi beruhigt mich allerdings, sie hat ihn wieder auftauchen sehen. Was für nen Typ...

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Weiter unten ergeben wir uns dem Kommerz und essen eine Kleinigkeit. Und legen uns eine gute Stunde schlafen. Sebi und Michi gehen noch schwimmen, ich bin zu platt. Gege halb fünf machen wir uns wieder auf den Weg mit dem Schiff gen Skradin. Mitten drin entdecke ich den Fußweg am nördlichen Ufer. Das sieht sehr verlockend aus und ich entscheide mich dazu, gleich noch einmal hierher joggen zu gehen. Allerdings will mich niemand begleiten. Egal, ich laufe trotzdem los.

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Zurück an Bord geben uns Franzi und Sebi uns eine Einweisung zum Boot. Anschließend gehen wir essen. Leider habe ich heute immer noch Sodbrennen. Das schleppe ich nun schon seit Tagen mit mir rum, auch weder der Aufenthalt an Bord noch der Slivovic helfen... Somit kann ich das Essen leider nicht ganz genießen. Das Restaurant, Dalmatio, direkt hinter der Kirche, ist allerdings sehr zu empfehlen. Das können Franzi, Sebi und Michi bestätigen!

Gegen halb eins sind wir wieder zurück an Bord. Sebi hat die Instrumente den Tag über angelassen. Der Bord-Computer hat einen maximalen Wind von 38,7 Knoten (ca. 75 km/h) gemessen. Dass ist auch das letzte, was ich wahr nehme. Ich schlafe sofort ein.