Samstag, 31. Oktober 2009

Selbst Geldautomaten bescheißen

Donnerstag, 29. Okt. 2009 - "Windhoek Bank - Swakopsmund - 29.10.09 - 8.42h - 2.000 NAD" steht auf meinem Beleg des ATM (Geldautomaten). Ich zähle das Geld, und zähle noch einmal, und noch einmal. Als ich auch beim vierten Zählen nur auf 1.900 NAD komme, wende ich mich direkt an den Security-Posten, der mich auf den Bank-Schalter im anderen Gebäude verweist.

Dort kann man mir sehr schnell helfen. Das Thema wird aufgenommen, ich soll die 100 NAD ausgezahlt bekommen. Cool, denke ich - es will nicht einmal jemand mein Geld zählen. Leider war das zu schnell gedacht, denn ich muss die Angelegenheit bis in die vierte Instanz eskalieren. Dort angekommen erklärt mir dann der Supervisor des Supervisors des "Accounting Managers" des "Accounters", dass sie mir das Geld nicht auszahlen können. Ich solle mich an mein Kreditinstitut wenden, die reichen das THema dann bei denen ein. Nein, es wird nicht das Geld in der Maschine gezählt und mit dem Soll vergleichen. Wir machen also ein riesiges Fass auf, wegen 100 NAD (also 10 €). Ein wenig fassungslos und entnervt verlasse ich die Bank...

Ich fasse es nicht! Hier mal 20 NAD für "kein passendes Rückgeld", hier mal ein wenig Tipp, da mal ein wenig Bestechungsgeld, oder auch mal (ganz bestimmt) falsche Preislisten in abgelegenden Orten (die doppelte Preise enthalten). Und nun auch noch ganz offizielle Geldautomaten, die einfach mal 100 NAD weniger ausspucken. Das geht doch nicht!

Sei's drum - 10€ hin oder her, das macht den Braten auch nicht fett... Ich schicke hiermit nur mal ein großes "DANKE SCHÖN" an Wincor Nixdorf - dem Hersteller des Automaten.

Plattfuß

Donnerstag, 29. Okt. 2009 - Wir verlassen die Dessert SKy Lodge heute morgen sehr früh auf der Suche nach einem Kaffee - welches wir mit ziemlicher Sicherheit auch finden werden. So Deutsch, wie die Stadt ist. Gesucht, gefunden. Wir müssen nicht einmal 5 Minuten laufen und genehmigen uns ein ausreichendes Frühstück. Das "Hansa Frühstück" auf der Karte spricht mich am meisten an - ich zweifel lange, an welchem der beiden Worte es liegt (Hansa Bier oder das deutsche Wort "Frühstück" auf einer namibianischen Karte). Während des Frühstücks planen wir die weitere Route und freuen uns auf die nächsten Strecken-Abschnitte.

Es ist nun 10 Uhr und wir möchten unsere Reise in Richtung Whalvis Bay antreten. Dabei stellen wir fest, dass der hintere rechte Reifen seeehr wenig Luft noch hat. Verdammt! Alle versuche, den Reifen mit unserem Kompressor wieder aufzupumpen, misslingen. Also fahren zügig und vorsichtig zum Dunlop Reifen-Service. Der ganze Spaß (Reifen flicken) kostet uns ca. 45 Minuten und 50 N$ - also fünf Euro. Auf der einen Seite super günstig - auf der anderen Seite wissen wir nun auch, wie sehr uns der Typ in Khorixas beim ersten Reifen-Flicken übers Ohr gehauen hat. Das hat 185 N$ "gekostet"...

Deutsch, Deutscher, am Deutschesten...

Mittwoch, 28. Okt. 2009 - Jawohlll!! Es geht um Swakopsmund. Ein kleines großes deutsches Nest an der Küste von Namibia. Teilweise sehr klassisch, Altdeutsch. Teilweise auch im Kolonialstil gebaut. Leider viiiieeeel zu Touristisch.

Wir kommen im Dessert Sky Backpackers unter. D.h. wir dürfen unseren Camper im Hinterhof abstellen. Sehr gut! Schnell noch das Zelt aufgeschlagen und ab geht's in Richtung Meer. Es ist ca. 18.45h und die Sonne wird gleich untergehen. Das wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen.

An der Pier lassen wir uns nieder, genehmigen uns nun endlich ein Bier und genießen den Sonnenuntergang. Natürlich entstehen auch dabei schöne Fotos - von einer untergehenden Sonne vor der Pier.

"The Eagle has landed" - Teil 2

Mittwoch, 28. Okt. 2009 - Am zweiten Tag habe ich von Mondlandschaften berichtet (Titel: "The Eagle has landed" in Anledhnung an Neil Armstrong). Die Mondlandschaften vom King Fischer Canyon waren schon schön - sind allerdings in keinster Weise mit denen zu vergleichen, die direkt östlich von Swakopsmund liegen.

Von der Hauptsraße B2 aus biegen wir links ab und fahren ca. 15 Kilometer Schotter-Piste, bis wir auf einmal im tieferen Sand stecken bleiben. Und das ist auch gut so. Der Blick in die vor uns liegende Ebene hat uns für die noch bevorstehenden Strapazen mit dem Losfahren direkt entlohnt. Traumhafte Mondlandschaften, so weit das Auge reicht. Dazu ein tief-blauer Himmel, an dem auch noch der Mond (der richtige) aufgegangen ist. Herrlich!

Das Anfahren ist für unser "Bush Baby" im Allrad-Betrieb zum Glück kein Problem. Ja, "Bush Baby" heißt unser Toyota Hilux, seit dem Andreas irgendeinen Nicht-Duftenden-Duftbaum mit Aufschrift "Bush Baby" gefunden an den Innenspiegel gehängt hat. Das Allrad-Fahren macht mir mal wieder tierisch Spaß. Wir können absolut Querfeldein fahren und erforschen dabei die abgelegensten Mond-Krater und Ruinen von alten Häusern. Nach ca. einer Stunde ist der Spaß dann leider vorbei - wir erreichen wieder die Hauptstraße. Dort fahren wir erst einmal spontan nach oben und "übersehen" dabei das total verstaubte und hinter einem Busch versteckte Schild, dass wir für diese Straße einen eigenen Permit (also eine Berechtigung/ Freigabe) benötigen.

Oben angekommen können wir in die Mondkrater rein schauen. Wahnsinn! Da fehlen mir die Worte, das zu beschreiben. Wir fahren weiter - in den Namib Naukluft Park hinein. Andreas möchte unbeding die Welwitschia Mirabilis sehen! Also diese Pflanze, die einige hundert Jahre alt werden kann, die wir auch im Petrified Forrest erklärt bekommen haben. Diese Mirabilis ist ca. 1.500 Jahre alt und wurde nach ihrem Entdecker benannt, dem Hr. Welwitschia.

Ich habe die Hoffnung ja nicht aufgegeben und an unseren Guide (Führer) geglaubt, dass die Pflanzen schön aussehen sollen. Allerdings wurde auch der letzte Funken Hoffnung zu Grunde gemacht, als wir vor der Welwitschia stehen. Gut, 1.500 Jahre - Respekt. Aber sooo häßlich - ich weiß nicht... Ich überlege kurzfristig, unseren Kühlschrank mit Windhoek Lager Bier leer zu trinken - danach soll ja so einiges schöner werden! Ich hab's dann aber doch besser sein gelassen... Wir haben ja noch die Fahrt nach Swakopsmund vor uns...

Hoch hinaus

Mittwoch, 28. Okt. 2009 - Der heutige Morgen startet sehr entspannt. Wir schlafen lange aus, reinigen das Auto mal grundlegend und fahren gemütlich einkaufen. Selbst der Fisch gestern in einer Bar in Henties Baai ist uns sehr gut bekommen. Einzig Andreas, der heute Nacht durch tropfendes Salzwasser geweckt wurde, ist noch ein wenig verwirrt (an der See ist es Nachts a) kalt und b) salzig).

Bis zu unserem Einkauf steht unsere Route für heute noch nicht fest. Schließlich entscheiden wir uns spontan für die D1918 und fahren zur Spizkoppe - dem Matterhorn Namibias. Andreas ist wenig begeistert, er meint, das hätte er in der Schweiz auch... Meine Begeisterung reicht allerdings für usn beide und wir kommen nach ca. 90 Minuten fahrt am ersten Eingangstor an. Hier will man uns einzig irgendwelche Souveniers verkaufen. Beim zweiten Tor möchten sie dann 80 N$ von uns haben. Wir geben einen 100er Schein raus und bekommen nichts zurück. Suche den Fehler! "Ja, wir haben kein Wechselgeld, Sorry!" Unglaublich, so was passiert uns dauernd. Kein Wechselgeld hier, überteuerte Preise dort... Ganz ehrlich, 2 EUR tun uns nicht wirklich weh - es geht nur ums Prinzip. Dann sollen sie es direkt teurer machen...

Der leichte Anflug von Ärger verfliegt allerdings nach der ersten Kurz wieder - denn das Panorama ist umwefend. Rote Felsen, gelbe Wiesen, grüne Bäume. Traumhaft! Wir brauchen fast eine ganze Stunde, um die 2km bis zur nächsten Kreuzung zu fahren. Dort zweigt der Weg zum "Buchman's Paradise" ab... Hört sich gut an - Andreas setzt den Blinker...

Nach ca. 2km Allrad-Strecke empfängt uns ein Parkplatz. Ab dort geht es dann nur zu Foß weiter - ca. 30% Steigung den roten Felsen hoch. Nach ca. der Hälfte demonstriert Andreas mit dem Linsen-Deckel seiner Kamera, was ein Absturz auch für uns bedeuten könnte. Nicht schön! Also immer schön an der extra angebrachten Eisen-Kette entlang nach oben! Es geht ganz schön hoch hinaus - und die letzten Monate, die ich mit allem anderen als Sport verbracht habe, rächen sich gerade...

Das "Bushman's Paradise" ist traumhaft. Ein Hoch-Plateau, in dem sich (bestimmt mal) Wasser versammelt (hat). D.h. bei uns ist es pulvertrocken, die grünen Bäume lassen jedoch den Schluss zu, dass es hier ab und an mal regnet. Mich reizen natürlich die weiteren Kuppen und ich erklimme eine nach der anderen - bei der letzten lässt mich Andreas leider alleine. Dafür werde ich mit einem atemberaubenden Blick über die Landschaft und das Hoch-Plateu belohnt.

Zum Abschluss kommen wir natürlich nicht umher, ein paar Poser-Fotos zu machen, wie wir einen risigen runden Felsbrocken versuchen, den Berg runter zu schieben. Bewegt hat er sich zum Glück nicht. Auch beim Abstieg hat er uns nicht überholt bzw. -rollt. Also: alles Gut - nun auf nach Swakopsmund!

Freitag, 30. Oktober 2009

Festgefahrene Situation

Dienstag, 27. Okt. 2009 - Kurz hinter dem südlichen Gate der Skeleton-Coast zeigt ein Schild nach rechts zum "Wilson Wrack". Zusätzlich wird angezeigt "4x4 only". D.h. nur Geländewagen dürfen hier rein. Zum Glück haben wir ja einen und Andreas setzt den Blinker. Der Weg führt uns über Salzfelder bis direkt an den Strand. Dort müssen wir uns kurz orientieren und erkennen auf Steuerbord ein Schiffswrack - in sicherer Entfernung.

Kurs aufgenommen und nach ca. 5 Minuten parkt Andreas neben dem Wrack ein - direkt am Strand. Leider bremst er schön ein und zieht zur Sicherheit noch die Handbremse an. Der Wagen könnte ja wegrollen (nachdem er sich 15cm tief eingegraben hat)... Nach unserer kurzen Foto-Session, die sich übrigens gar nicht gelohnt hat (das Wrack ist fast weg), durften unseren Horizont in Richtung "Off-Road am Strand fahren" erweitern. Mit dem Worten "Ich habe doch gesagt, sobald ich mich festgefahren habe, darfst Du ans Steuer" übergibt mir Andreas dann die Autoschlüssel und fängt an, zu graben...

Ich muss sagen, das ist gar nicht so einfach, das Auto überhaupt nur zu bewegen. Nach ca. 10 Minuten umher-probieren stellen wir dann schließlich fest, dass die Flut im Anmarsch ist. Aber was solls, wir haben ja noch geschätzte 8m bis zum Wasser. Ich hoffe inständigst, dass die Flut nicht die Auswirkungen hat, wie die an der Nordsee. Während wir die Reifen bzw. das Profil wieder vom Sand befreien, überlegen wir uns schon "Ausreden" für unseren Vermieter. Aber mal ganz ehrlich, welche "Ausrede" sollten wir da haben. "Ähhh, sorry, wir sind flasch abgebogen" oder "Hmmm, da stand ein 'Parken' Schild, das ist nur weggespült worden"?!?

Wir kommen auf keinen grünen Zweig mit unseren Ausreden. Glücklicherweise bekommen wir es mit dem nächsten Anlauf hin, uns in eine vorgefahrene Spur zu retten. Die Option mit dem Reifendruck verringern mussten wir dabei nicht einmal ins Spiel bringen. Glück gehabt.

Andreas setzt sich nun wieder ans Steuer und fährt den Wagen in Richtung "Ausgang". Aber wo ist dieser. Anscheinend fahren wir an den Spuren in Richtung "Sichere Salzstraße" vorbei. Nach ca. 3km sehen wir zwei Autos parken. Angler. Die können uns bestimmt raushelfen. Andreas parkt in gleicher Manier neben den beiden Autos ein und schmeißt mir direkt wieder den Schlüssel zu, "Hier, Du kannst fahren!" Super! Wir bekommen erklärt, wie wir hier wieder weg kommen und fahren zurück zur Salzstraße.

Leicht südlich von Cape Cross biege ich dann noch einmal in Richtung Strand ab. Dieser ist bereits in Sichtweite. Es ist auch schon 19.20h und die Sonne steht sehr tief. Wir setzen uns an den Strand, genießen den Sonnenuntergang, trinken ein Bier und freuen uns einfach, dass wir den Toyota Hilux noch "unser" nennen können. Weder im Flussbett verschrottet noch im Atlantik versenkt!

"Rusted from the Rain"

Dienstag, 27. Okt. 2009 - "Gerostet vom Regen" - die Übersetzung des Billy Talent Songs. Das Lied ist unser Afrika Lied. Jeden Morgen, sobald wir im Auto sitzen und die ersten Kilometer fahren, läuft dieser Song! Bitte fragt nicht, warum dieses Lied, es kam einfach so... Genial!

Wie komme ich "jetzt" darauf? Ich bin vorhin stehen geblieben bei "Wir fahren weiter, und weiter, und weiter..." und setze nun fort mit: in Richtung Süden an der Sekelton Coast. Irgendwann gibt es auf der linken Seite eine alte Bohrplattform, die mittlerweile sehr zerfallen ist und sehr stark verrostet. Vom Regen und der salzigen Meeresluft (deswegen komme ich auf den Song).

Das rost-rote, weiß gespränkelte Bohrgestänge passt absoulut nicht in die Landschaft - deswegen ist es ja auch so anziehend. Weiß gespränkelt ist es durch die Kromoran-Kolonie, die dort nistet. Eine sehr schöne Vogelart, die mir leider keine Poser-Fotos im Flug oder ähnliches ermöglichen wollten. Drum gehe ich auf die Suche nach den Spuren der Schakale, um diese vor der Wüesten und Dünenlandschaft aufs Bild zu bekommen...

Der weitere Weg führt uns weiter in Richtung Süden zum Gate der Skeleton-Küste. Dies ist das berühmte Tor mit den beiden Totenköpfen. Auf dem Weg dahin liest Andreas lieber die Straßen-Schilder und glaubt diesen, als auf die Straße zu achten. Es ist mal wieder eine "Fluss"durchquerung angezeigt. Leider kommt diese nicht, dafür eine starke, versandete Rechtskurve. Ich mach es kurz - nach drei Mal rechst schlendern und zum Glück auch drei Mal links stehen wir quer in der Spur. Aber wir stehen. Und zwar in der Spur und nicht daneben. Und Andreas sucht immer noch den Fluss...

Bizarre Landschaften

Dienstag, 27. Okt. 2009 - Damit uns das nicht noch einmal passiert wie bei Twyfelfontain, studiere ich nun intensiv jeden Reiseführer, den wir dabei haben. Das ist auch das letzte, an was ich mich erinnere, bevor ich tief und fest eingeschlafen bin. Andreas macht mich wach - am Springbock Gate. D.h. wir müssen mal wieder irgendwas zahlen oder irgendwo unseren Namen, mindestens noch unsere Autonummer und ggf. auch die Reisepass-Nummer hinterlassen.

Das Springbock-Gate ist der östliche Eingang zur Skeleton Coast. Der Beamte am Gate verwirrt mich ein wenig, gibt dann aber doch deutlich zur Kenntnis, welche Route wir nehmen dürfen. Er nimmt uns sämtliche Entscheidungen ab und reduziert alle Routen auf eine einzige. Wir fahren die Stichstraße bis zur T-Kreuzung in Richtung Westen, biegen dann links ab und fahren in Richtung Süden. Und bis 19.00h müssen wir wieder raus sein aus dem Park. Super!

Der Park beeindruckt uns. Wir fahren ca. 90km vom Landes-Inneren in Richtung Atlantik-Küste. Dabei verändert sich alle 20km die Vegetation. D.h. von Vegetation kann man nicht wirklich sprechen bei einer Wüste. Reduzieren wir es mal auf die Farben und die Konsistenz der Steine bzw. des Sandes. Das ändert sich andauernt - so dass wir alle 10 Minuten einen Stop machen müssen.

An der besagten T-Kreuzung sind wir anständig und fahren auch wie vorgeschrieben nach links. Die Straße besteht mehr oder weniger aus Sand, der zum Großteil festgefahren ist. Auch hier haben wir das Gefühl, dass sich dauernd etwas ändert. Das sind allerdings eher die Steine am Wegrand, die aufgestellt sind, um uns mitzuteilen, dass wir nicht an den Strand fahren dürfen.

Wir fahren weiter, und weiter, und weiter... und sind erschlagen von der Weite der Dünen und der Landschaft!

Versteinert

Dienstag, 27. Okt. 2009 - Es ist gerade sehr früh morgens. Ich werde durch die Schmerzen in meinem Bein wach. Ich frage mich, was denn damit passiert ist, während das erste Licht darauf scheint. Langsam aber sicher kommen die Erinnerungen wieder. Ich musste heute Nacht auf Toilette (Busch-WC) und bin dabei zielstrebig in den ersten Busch rein gelaufen. Es war ja auch dunkel. Dummerweise war dies eine Art Busch mit Wiederharken...

Kaffee gibt's heute morgen erst später. Wir machen uns sehr früh auf in Richtung Petrified Forest und Twyfelfontain. Unser erster Stop, der versteinerte Wald (Petrified Forrest). Sehr interessant - da liegen Baumstämme rum, die genauso aussehen, wie Holz - jedoch versteinert sind. Unser Guide erklärt uns, wie dies zustande gekommen ist - leider verstehen wir nur die Hälfte, da sein Englisch sehr gebrochen ist.

Wir laufen noch an einer Pflanze vorbei, der Mirabilis. "Die Schönheit" nennt er diese - bzw. haben die Ur-Einwohner diese genannt. Um mal ganz ehrlich zu sein - mein Fikus zu Studentenzeiten, der auch schon mal ein Weißbier, dafür aber auch wenig Licht abbekommen hat, sah vor seiner Entsorgung besser aus! Das interessante jedoch - die Pflanzen können bis zu 1000 Jahre alt werden und es gibt männliche und weibliche Pflanzen... In oder bei Swakopsmund stehen wohl auch die ältesten dieser Gattung.

Nach ca. 45 Minuten machen wir uns wieder auf den Weg und fahren durch eine bizarre Landschaft. Die erinnert mich komplett an den Westen der USA. Nach dem 42 Foto-Stop fahren wir einfach weiter und genießen die Landschaft. Dabei übersehen wir jedoch das Schild nach Twyflfontain. Wir sind vorbeigefahren. Nun gut - Rock Engravings interessieren uns auch wirklich nicht. Wir fahren weiter...

An der D2710

Montag, 26. Okt. 2009 - Wir fahren in Richtung Khorixas und überlegen, ob wir heute einen Campground nehmen oder doch lieber Wild Campen. Die Entscheidung wird uns abgenommen, als der Campground Mitarbeiter uns erzählt, wie viel Geld er haben möchte. Somit fahren wir ein Stückchen weiter in Richtung Süden, dann rechts ab auf die D2710 und suchen uns einen netten Platz zum Übernachten.

Der Abend war schön und kurz. Das anstrengende aus dem Fenster gucken macht uns sehr müde, so dass wir nach den Nudeln und zwei Gin Tonic zum Sonnenuntergang direkt schlafen gehen. Es ist 21.15 - also 20.15 Deutscher Zeit und wir sagen "Gut's Nächtle!"

Unerfahrener Jung-Löwen-(noch-nicht-ganz)-Papa

Montag, 26. Okt. 2009 - Heute starten wir auch wieder früh. Unser erstes Ziel ein kleines Wasserloch, von dem wir uns nicht sooo viel versprechen. Dort stehen auch wieder 3-4 Camper rum und beobachten. Aber was? Auf einmal ruft Andreas: "Männliche Löwen!" Cool - da liegen auf der weiten Fläche 2 männliche Löwen. Wir bleiben stehen und genießen.

Nach kurzer Zeit kommt der eine Löwe direkt auf uns zu und posed ein wenig rum. Wir stellen fest, dass der Löwe selbst noch nicht ganz so alt sein kann. Zumindest sieht er sehr jung aus. Und dann geht der Löwe fressen. Nein, keine Zebras, Antilopen oder sonst was. Der Löwe frisst Gras. Kein Zweifel mehr - der Löwe ist noch verdammt jung.

Ich erinnere mich daran, was unsere Katze gemacht hat, wenn sie Gras gefressen hat. Das kam überall wieder raus. Kurzer Hand entscheiden wir uns, dem Löwen diese Peinlichkeit zu ersparen und lassen den Löwen Löwen sein.

Der restliche Park ist genial. An jeder Stelle sehen wir andere Tiere - die meisten kennen wir mittlerweile. So können wir die Fahrt genießen und fahren gegen 16.30h in Richtung Anderson Gate nach Süden. Bei einem kleinen Abstecher zu unserem letzten Wasserloch dürfen wir noch eine Herde Zebreas beobachten, wie die sich gerade im Dreck suhlen. Sehr schönes Abschiedsgeschenk!

Löwen-Babys

Sonntag, 25. Okt. 2009 - Auf der Weiterfahrt entdecken wir zuerst nicht viel. Wir fahren ca. 40 Kilometer durch den Park und überlegen uns, dass den Tieren einfach viel zu heiß wird. An einer Stelle steht ein Tour-Bus und viele Leute schauen raus. Wir halten dahinter an - im Abstand von ca. 10m. Andreas entdeckt einen Löwen, direkt neben dem Bus. Die Kamera rattert los...

Ich selbst kann noch nichts entdecken und schaue in der Gegend rum. Auf einmal entdecke ich, direkt neben unserem Auto drei Löwen-Weibchen. Die schlafen keine 5m von uns entfernt unter einem Baum. Wahnsinn. Ich überlege gerade schon, mein Objektiv zu wechseln - soo viel Zoom brauche ich gar nciht. Aber Löwen-Augen sind ja auch interessant, richtig?

Während die andere Löwin, die am Tourbus gelegen hat, die Staße überkreuzt, entdeckt Andreas das Männchen. Leider etwas weit weg - auch am schlafen bzw. chillen. Cool! Löwen. Da hab ich gar nicht mit gerechnet, dass wir die zu Gesicht bekommen. Der Tourbus fährt weiter. Wir machen noch unsere CF-Karten der Kameras voll und fahren auch weiter. Aus irgendeinem Grund entscheide ich mich dafür, noch einmal umzudrehen und die Löwen anzusehen.

Auf einmal machen sich die anderen Weibchen auf den Weg zur Straße. Dort bleiben sie stehen. Ich frage mich, was nun kommt. Großaktion gegen einen Toyota Hilx und Menschen zu Mittag? Auf der Beifahrerseite bewegt sich etwas. Eine andere Löwin, die von der anderen Straßenseite auf uns zu kommt. Noch fühle ich mich sicher, lege aber vorsichtshalber den ersten Gang ein und bleibe stehen.

Die Löwinnen schauen skeptisch - mindestens genauso wie ich. Zum Glück hat Andreas ja seinen Hut auf, so dass seine 200% Coolheits-Faktor die Situation entspannt. Richtig entspannend wird es, als die 4-5 kleinen Löwen-Babys dann hinter der Mama her über die Straße laufen. Andreas Kamera rattert wieder los. Und meine mindestens genau so... Die anderen beiden Löwinnen folgen den Kleinen. Also - alles nur ein reines Eskort-Kommando und kein Großandriff auf Hilux und uns...

Danach legen sich die Löwinnen wieder an die alte Stelle - nun mit den Kleinen. Und es wird geschmust. Süß! Zum dazu legen! Das lassen wir dann aber doch sein und geben den Löwen ihre Ruhe!

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Mutation von Weiß nach Grau

Sonntag, 25. Okt. 2009 - Etosha! Ein genialer Park! Wir sind sehr früh wach und sind ein wenig verwirrt über die Uhrzeit. Im Etosha wird es eine Stunden früher hell?!? Nein, Zeitumstellung in Deutschland. Unsere Uhren stellen sich mittlerweile selbst um. Also sind wir hier eine Stunde vor Deutschland. Wir starten unseren Tag somit zur gewohnten Zeit um 6.23h mit einem Kaffee. Gegen kurz vor sieben ist alles gepackt und wir fahren durch das Gate.

Erst fahren wir in Richtung Norden, um uns die Fisher-Pan anzuschauen. Sehr viele Tiere gibt es hier leider nicht zu sehen. Tausendfüßler, die nur 200 Füße haben, ein paar Pelikane in sehr weiter Entfernung, einige Vögel, aber das war's auch schon. Zurück am Camp fahren wir dann grob in Richtung Halali - das Camp in der Mitte vom Park. Unser Ziel für heute. Leider sind sehr viele Wege bis dahin gesperrt - Road Construction. Nur wenige Abstecher von der Hauptroute weg sind möglich - und die haben sich alleine vom Fahr-Technischen gelohnt. Teilweise waren seeehr tiefe Wasserstellen auf der Straße, durch die wir durch müssen. Teilweise kann ich nun verstehen, warum man die Scheiben vom Auto putzen sollte - wir möchten ja schließlich noch etwas sehen... Beim nächsten Stop stellen wir fest, dass unser Auto mal weiß ausgesehen hat... Nun schimmert es schlammig grau...

Gegen Mittag erreichen wir schon Halali - auch hier ist das Übernachten kein Problem. Dies kostet uns noch einmal 400 NAD - aber das ist es definitiv wert. Das Camp ist um einiges besser und weniger bevölkert als das erste. Wir trinken ein schönes Hansa-Pils, frisch gezapft und entscheiden uns dann, den Park in Richtung Osten noch ein wenig zu erkunden. Andreas kauft sich noch schnell einen Cowboy Hut und verdoppelt damit seinen "Coolheits-Faktor" auch ca. 200%. So fühlt er sich zumindest - und das tut gut!

Wasserlöcher

Samstag, 24. Okt. 2009 - Es ist 15.30h und wir erreichen den Etosha Park. Am Eingangsgate erhalten wir binnen Minuten unseren Permit, dass wir rein fahren dürfen. Komischerweise bezahlen wir gar nichts. Egal - wir sind ja auch nicht scharf drauf, das Geld los zu werden und fahren rein. Keine 500m hinter dem Gate macht Andreas eine Vollbremsung. Giraffen im Gebüsch neben uns mit der Intention, auf die Straße zu rennen. Cool!

Die Fahrt dauert nicht mehr lange und wir erreichen das erste Camp im Park. Dort werden wir dann von unseren Geld-Sorgen und auch eben jenem befreit. 2 Nächte im Park inkl. Auto sind 170 NAD, dazu noch eine Nacht im ersten Camp für 400 NAD und alles wird gut.

Der Zeltplatz ist nett und groß. Leider auch überlaufen von Holländern und Deutschen. Die ersten erkennen wir relativ schnell an der Sprache - die zweiten daran, dass sie ihren Camper putzen. Oh man, Autowaschen im Urlaub... Wer's braucht...

Passend zum Sonnenuntergang machen wir uns dann auf den Weg zum berühmten Wasserloch. Das muss man sich so vorstellen: Ein Loch mit Wasser und entsprechend Platz, damit sich die durstigen Tiere darum versammeln können. Daneben dann ein Zaun, über den ganz bestimmt jeder Löwe lachen würde. Und hinter dem Zaun zig Sitzbänke, überdacht, mit Platz für ca. 50 Personen. Und das Highlight: Scheinwerfer auf das Wasserloch. Suuuper - tolle "Wild-Life" Beobachtungen - da ist jeder Zoo besser.

Tiere gibt es am Wasserloch heute mal keine, da Regenzeit ist. Das heißt, die Tiere finden selbst überall Wasser und sind nicht soo verzweifelt, zu einem mit Menschenmassen überfüllten Wasserloch zu gehen. Zumindest der Sonnenuntergang ist sehr schön - und zu guter letzt läuft auch noch ein Zebra am Wasserloch durch die untergehende Sonne!

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Armageddon

Samstag, 24. Okt. 2009 - Auf dem Weg zum Etosha, etwa 5 Kilometer hinter Grootfontein in Richtung Tsumab kommt eine Abzweigung in Richtung Hobas Meteorit. Wir biegen ab. Die Straße führt uns ca. 20 Kilometer über eine Schotterpiste bis hin zum Eingang des Meteoriten. Gebühr: 30 NAD pro Person.

Auf dem 59m Weg zum Meteor liegen überall Gesteinsbrocken herum, leider alle fett markiert mit einer Zahl. Der Meteorit selbst ist zum Glück nicht markiert. Er liegt in einem kleinen Loch, dass sicher nicht von ihm stammt. Denn mit 4-5m Durchmesser wäre das Loch sicher tiefer gewesen als 90cm. Interessant sind die Gesteinsschichten, die sich teilweise auch beim Eintritt in die Erd-Atmosphäre gebildet haben.

Zum Abschied machen wir noch einmal ein paar Poser-Fotos - ich springe auf den Meteoriten und fühle mich kurzfristig wie Bruce Willis im Film Armageddon.

Egal, was Du tust...

Samstag, 24. Okt. 2009 - Der Abend war genial. Wir kommen an den Popa Falls an und dürfen auch direkt auf den Platz fahren. Eine Reservierung für den Etosha ist lt. dem Betreiber des Popa Falls Camps nicht notwendig - bin mal gespannt, ob das so klappt. Nach einigen Bier und eher weniger leckeren Meat Balls sind wir dann zeitig zu Bett gegangen.

Direkt nach dem Weckruf einiger Vögel gibt es erst einmal einen schönen starken Kaffee, um die langweilige Fahrt weiter fortzusetzen. Weitere 250 Kilometer auf einer geraden Straße - von den Popa Falls über einem kleinen Highlight "Grootfontain" und einem Deutschen Fort weiter üßber Tsumab in Richtung Etoscha.

Meine Vorstellung hat nicht zu viel versprochen. Der Weg war genauso langweilig wie der Caprivi zu vor. Zum Glück wissen wir uns mit guter (alter) Musik zu beschäftigen und freuen uns auf unser nächstes Highlight - Grootfontain. Dort gibt es ein altes Deutsches Fort, dass die Schutztruppen errichtet haben. Leider ist dies heute geschlossen. Somit geht unsere Fahrt nach nur wenigen Minuten weiter.

Nach ca. 500m entdecken wir einen Spar-Markt und steuern diesen an. Draußen stehen ca. 30 Einheimische, so dass Andreas alleine einkaufen geht und ich das Auto bewache. Es dauert keine Minute, dann klpüft der erste an die Scheibe. Meine erste Reaktion: Kontrolle der Türschlösser. Allerdings sind die beiden Typen eher harmlos, sie wollen nur quatschen... ... ... Und irgendein Zeugs verkaufen. Die beiden stellen sich wirklich nicht dumm an beim Verkaufen - die Taktik gefällt mir. Und das Gespräch war auch ganz nett - somit kaufe ich 2-3 Souveniers und sorge für deren Lebensunterhalt - für sicherlich überhöhte Preise.

Fazit: Egal, wie man sich anstellt - bleibt man nicht beim Auto, soll es ausgeräumt werden. Bleibt man beim Auto, sollte man erst gar kein Gespräch anfangen, es sei denn, man will etwas kaufen. Nun freuen wir uns umsomehr auf den Etosha Park.

Dienstag, 27. Oktober 2009

Laaaaangweilig

Freitag, 23. Okt. 2009 - Wir fahren, und fahren, und fahren. In Katima haben wir vorhin noch voll getankt (Spontanidee, um Botswanische Pula los zu werden). Unser Ziel war vorhin eigentlich Kongola - allerdings sind wir irgendwie da druch gefahren, ohne es zu merken. Auch das Eingangs-Gate zum "Caprivi Game Reserve" hat uns kalt gelassen. Nach ca. 30 Kilometern "Nichts" ist uns aufgefallen, dass wir zu weit sind.

Kurzer Hand entscheiden wir uns also, nach Divundu zu fahren (170km weiter). Und sind gerade echt froh, dass wir im Chobe so viele Tiere gesehen haben. Eigentlich steht "Caprivi Game Reserve" dafür, dass hier viele Tiere sein sollen. Das hört man auch von allen, mit denen man spricht. Einzig die Schilder mit "80km/h - Attention! Elefants" und ein wenig "Elefant-Bullshit" am Straßenrand lassen darauf schließen, dass es solche Tiere hier gibt.

Somit fahren wir, und fahren, und fahren... Immer gerade aus. Nur gerade aus. Hier ist nix los, wirklich gar nix. Insgesamt sind wir gerade sehr froh, dass wir uns das "Caprivi-Highlight" nicht bis morgen aufgehoben haben. Als nächstes steuern wir einen Camp-Ground an den Popa-Falls an und machen uns dann morgen auf den Weg in Richtung Etosha.

Sonntag, 25. Oktober 2009

Geil - geil - geil

Freitag, 23. Okt. 2009 - Sorry für den vulgär anmaßenden Titel - aber mir fällt beim besten Willen nix anderes ein. Es ist 5.30h morgens - wir werden wach und die Sonne geht gerade auf. Dies ist mal mindestens genau so phänomenal wie der Sonnenuntergang gestern Abend. ANdreas sprintet zu einer Büffel-Herde mit ungefähr 250 Tieren, um diese zusammen mit der Sonne aufzunehmen. Das ist mir gerade noch zu anstrengend.

Tja, was soll ich sonst noch alles schreiben? Der Vormittag ist einfach nur genial. Absolutes Highlight heute der African Fish Eagle (Fisch-Adler), der gerade zusammen mit dem Weibchen einen Fisch gefangen hat und diesen munter vertilgt. Ansonsten - 1.000 weitere Eindrücke - und bei Andreas ca. 2.000 Fotos.

Es ist Mittag. Wir fahren bei Ngoma raus aus dem Chobe Park und machen erst einmal Brunch. Also eigentlich Frühstück, aber Mittags kann man Rührei (zubereitet mit gefrorenen Eiern - das sieht vielleicht cool aus) schon mal Brunch nennen. Jetzt geht es gleich über die Grenze nach Namibia in Richtung Katima bzw. Kongola auf einen Camp-Ground.

Samstag, 24. Oktober 2009

Unter freiem Himmel

Donnerstag, 22. Okt. 2009 - Glück gehabt. Wir stehen am Eingang des Chobe Parks und haben noch einen Platz im Ihaha Camp bekommen. Also noch einmal schnell zurück nach Kasane, Tanken, Geld holen und ab ins Wild-Live-Reserve. Nach 150m Schotterweg biegen wir rechts ab in Richtung Sedudu Island.

Unsere ersten Elefanten, Antilopen, Büffel und Vögel in freier Wildbahn! Ich fahre. Neben mir klickt die Kamera von Andreas sehr rythmisch - mit geschätzten 5 Hertz. Vermutlich fotografiert er so konstant, damit die Tiere nicht ungewöhnliches vernehmen, wenn wir näher kommen.

Chobe - das erste Mal, um den 4WD auszuprobieren - also den Allrad in vollem Umfang. Ich bin total begeistert, was das Auto alles kann. Sanddünen? Kein Thema! Extreme Steigungen? Kein Thema! Absolut weicher Sand? Kein Thema! Einfach nur genial! Sachen, bei denen ich mit einem normalen Auto nicht einmal drüber nachdenken würde, nimmt der Wagen ohne Probleme. Am liebsten würde ich ab sofort nur noch Off-Road fahren!!!

Irgendwann biegen wir wieder in Richtung Chobe River ab - dort sind sehr viele Tiere zu sehen. Auf einmal höre ich nur "Uhhhhaaaa" von links. Nein, kein Affe, sondern Andreas! Automatische fahre ich ein Ausweich-Manöver - vorne ist allerdings nix. Ich schau nach links und sehe in ca. 5m Entfernung einen Elefanten-Bullen, der sich hinter einem (großen) Baum versteckt hat. Dieser stellte in dem Moment seine Ohren auf uns fing mit einem Fuß an zu scharren. Das ist auch das letzte, was ich vernommen habe, bevor sich mein Fuß zusammen mit dem Gaspedal fast im Motorraum befunden hat und sich mein Blick wieder nach vorne richtete.

Leider gibt's da kein Foto von, wir hatte nur die Super-Zooms auf der Kamera, damit hätten wir max. das Auge aufnehmen können. Nach ca. 5 Minuten hat mein Puls dann wieder die 80 erreicht. Danach gab's noch zahlreiche Tiere - Antilopen, Bussarde, Affen, Büffel, etc. Das Highlight auf dem Weg zum Ihaha Camp waren dann noch die Zebras, die am Fluss bei untergehender Sonne getrunken haben. Oder die Elefanten-Familie mit ähnlichen Aktivitäten wie die Zebras. Oder... ... ...

Kurz vor Sonnenuntergang kommen wir dann pünktlich am Ihaha Camp an und dürfen auf einem Reserve-Platz campen. Genial - direkt in der Nähe des Chobe Rivers. Der Sonnenuntergang - absolut genial. Keine Wolken am Himmel. Ein roter Feuerball, der binnen von weniger als 15 Minuten in der Wüste versinkt. Irgendwann war die Sonne komplett weg, keine Lichter auf dem Camp-Ground, freier Himmel und STERNE. Wahnsinn. Viele STERNE!!! Davon gibt's noch 2-3 Fotos - die letzten für heute. Gegen halb neun bin ich sowas von platt, dass ich auf den unbequemen Camping-Stühlen einschlafe.

Freitag, 23. Oktober 2009

80% Victoria Falls

Donnerstag, 22. Okt. 2009 - Morgens halb sechs in Zambia. Wir stehen im Hinterhof des Backpackers "Fawlty Towers". Eine Jugendherberge mit riesigem Garten mitten in Livingstone. Irgendwie werden wir wieder früh wach, machen uns zügig auf den Weg und sind gegen ca. 7.00h im Nationalpark "Victoria Falls" angekommen. Auf der Zambia Seite. Zimbabwe werden wir sicher auslassen.

Die Vic Falls sind fünf verschiedene Wasserfälle, von denen wir vier sehen können (also 80%). Den größten sieht man nur von Zimbabwe aus. Sehr beeindruckend. Anfangs gehen wir einen "normalen" Weg auf der gegenüberliegenenden Seite der Wasserfälle. Es ist lnoch sehr früh morgens, Sie Sonne ist vor. ca. einer Stunde aufgegangen und das Licht ist phänomenal.

Gestern haben wir von ein paar Amerikanern den Tipp bekommen, zum "Boiling Pot" runter zu gehen. Darin sammelt sich das Wasser der Falls, bevor es dann in den Zambezi fließt. Die Damen am Empfang verraten uns, dass dies ca. 623 Höhenmeter sind. Wir sollen so ca. 20 Minuten runter brauchen und 30-40 hoch. Ich überschlage kurz: letzte Tour in Bayern durch die Berge: 850 Höhenmeter - hoch ca. 90 Minuten - und keine 30... Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die Falls 600m hoch sind - das sind max. 200m. Das könnten also 600ft sein - geteilt durch drei macht das 200m. Whatever!

Wir gehen also runter zum Boiling Pot und stellen fest, dass wir nach ca. 15-20 Minuten bereits unten sind., Ein kleiner Unfall ohne Folgen bei Andreas hat uns noch leicht aufgehalten. Der Boiling Pot ist relativ unspektakulär. Ein großer Wasserstrudel und das war's. Beeindruckend ist allerdings, was für Massen an Menschen so gegen 9.30h zu dieser Stelle runter stürmen - die starten zu einer Bootstour. Und vor allem, wie und was die Einheimischen alles dort runter tragen. Boote, Luftpumpen, etc. und das alles teilweise Barfuß.

Der Rückweg hat uns dann ca. 30 Minuten gekostet. Oben angekommen bin ich echt froh, dass wir nicht auf den Kilimanscharo hoch sind (unsere ursprüngliche Planung, anstatt Süd-Afrika). Schnell das Wasser nachgefüllt und dann in RIchtung "Upstream". Also hoch den Fluss. Davon habe ich mir relativ wenig versprochen. Doch es ist genial. Wir können komplett die Falls entlang sehen und auch in das "Flussbett" gehen. Der Fluss hat so wenig Wasser, dass wir sogar an den Kliüppen entlang wandern können. Beeindruckend. Und gar nicht so gefährlich, wie es aussieht (oder sich anhören mag).

Gegen Mittag machen wir uns dann wieder auf den Weg nach Botswana - mit dem Plan, eine Sun-Downer-River-Cruise zu machen - oder alternativ in den Chobe Park zu fahren und dort zu übernachten.

Eine "Grenz"wertige Erfahrung

Donnerstag, 22. Okt. 2009 - Grenze und Grenzwetig. Zambia. Ein Nachruf. SO etwas habe ich noch nie erlebt. Selbst in China nicht. Bislang hat haben mich die Grenzen nach Namibia und Botswana schon angenervt. Raus aus dem Auto. Pässe bereit legen. Unbedingt selbst Stifte mitbringen. Autonummer merken. Irgendwelche Formblätter ausfüllen. Stempel geben lassen. Dann noch Customs. Danach irgendeinen Betrag zahlen für die Road-Tax (Straßen-Steuern). Und die Ausreise, die zuver erledigt werden muss, habe ich gerade vergessen. Das ganze frisst ca. 30 Minuten. Puhhh!

Und jetzt kommt Zambia. Zum Grenzposten in Kazungula: wir müssen Botswana verlassen, dann über den Zambezi mit einer Fähre, danach kommt die Einreise und wir sind drin. Alles fängt mit der AUsreise Botswana an, bei der wir gewarnt werden, in gar keinem Fall irgendetwas vor der Einreise zu bezahlen. Bei der Dame ein Ausrufezeichen und ein warnender Finger hinter dem Satz. Bei mir ein Fragezeichen. Ein großes Fragezeichen.

Wir fahren über eine kleine Brücke mit hunderten von Schlaglöchern, so dass ich froh bin, überhaupt anzukommen. Nach ca. 350m sehen wir den Zambezi. Wir halten hinter dem letzten Auto und werden im Nu von ca. 8 "Schmeißfliegen" angefallen - Menschlichen "Schweißfliegen". Jeder heißt George oder Mike oder Micheal. Und alle wollen irgendwas von einem. Ätzend. Ich selbst stelle mich als "George Michael" vor und fülle irgendeinen doofen Zettel aus und bekomme gesagt, wo wir auf die Fähre fahren sollen. Leider haben diese "Fliegen" einen "Kleten" Feature. Wir werden sie einfach nicht mehr los.

Auf der Fähre sollen wir dann 20 US$ zahlen; Das Büro auf der anderen Seite soll es nicht mehr geben. Is klar. Wir erinnern uns an die Sätze des Offivers und bleiben. Dabei wird der Fährmann fast agressiv und fordert den Führerschein. Was solls, ist ja nur der Internationale. Wir werden diese Typen nicht mehr los. Jeder will auf unser Auto aufpassen. KIlar. Also bleibt Andreas beim AUto und ich regel den ersten Teil. Hier in kurzform:

Ab zum Immigrations. Zettel ausfüllen. 50$ für das Visum zahlen. Das haben wir nicht. ZUrück zum Auto. 1000 Namib-Dollar holen. Illegal (also ohne Stempel) über die Grenze in die Wechselstube. 123 US$ eintauschen. Zurück zum Immigrations. Visum bezahlen, Stempel in den Pass bekommen. Zurück zum AUto. Ab nun geht Andreas auf Reise. Visum und Stempel holen. Auto angemeldet. Road-Tax bzw. Carbon-Toll zahlen. Geht nicht - die nehmen nur Kwatschas. Also erst wechseln, in der Wechselstube. Zurück zur Fähre. Diese bezahlen. DAn sollten wir fertig sein. Ab rüber über die Grenze, um die Typen los zu weden.

AUf dem Weg nach Livingston gibt es nach 2 Kilometern eine Polizeisperre. Papiere kontrollieren. Dabei ist aufgefallen, dass wir keine "Local Insurance" gezahlt haben. Das wäre eine kleine Butze links neben der Grenze gewesen. Somit erkaufen wir uns die Insurance für 270.000 Kwatschas. Das sind dann 100.000 für die Versicherung und 170.000 Strafe (Kurs von ca. 4.500 Kwatschas für 1 US Dollar). Auf dem Weg nach Livingstone passieren wir noch drei weitere Polizeikontrollen - da geht aber alles klar. Das wurde uns auch versprochen.

Die Ausreise aus dem Land ist auch nicht viel besser. Auf dem Weg dahin gibt es wirder vier Kontrollen, bei einer zahlen wir noch einmal 15.000 Kwatschas - also 3 Dollar. Mittlerweile haben wir kein - absolut kein - Kleingeld mehr. Das hat der letzte Kontrollposten wohl auch gesehen, deswegen durften wir bei den anderen durchfahren.

An der Grenze gibt es noch einmal Probleme mit dem Geld-Tauschen, so dass Andreas mal so richtig angenervt ist. Und das dauert. Ich habs zumindest (noch) nicht geschafft... Der arme Typ an der Fähre - der konnte gar nix dafür und hat nix mehr verstanden. Ich hab's ihm erklärt.

Zambia. Das Problem ist, dass es keine Informationen darüber gibt, wie teuer was genau ist. Es gibt an jeder Ecke eine neue Überraschung. Bei jeder Kontrolle wollen sie immer wieder Geld haben. Das ist auch nicht unbedingt das Problem. DIe Beträge in der lokalen Währung sind schon immens - aber was sind schon 3 EUR für eine Kontrolle, für Maut oder sonst was. Das eigentliche Problem ist, dass man immer und überall das Gefühl hat, beschissen zu werden. Und das machet alles unentspannt. Wenn sich das rum spricht (und das wird es), bleiben die Touristen weg - und das ist das letzte, was sie wollen. Immerhin aber auch besser als Zimbabwe, wo man in einer Polizeikontrolle 200 US$ für "falsche Reflektoren am Auto" zahlt (so ein anderer genervter Tourist).

In Summe hat uns Zambia inkl. der Victoria Falls nun 210 US$ gekostet. Und dafür viele Erfahrungen gebracht, die ich auch nicht missen möchte aber auch nicht noch einmal brauche. Und in Summe liegen wir besser im Gegensatz zu einer geführten Tour, die in Summe 150 US$ mehr gekostet hätte.

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Still alive!

Mittwoch, 21. Okt. 2009 - Jawohll, wie leben noch! Anscheinend hat die Telekom keinen Vertrag mit Botswana und Zambia, so dass mein iPhone sich dumm und dämlich sucht und kein Netz findet - bzw. sich nicht einwählen kann! D.h. es gibt weder E-Mail noch SMS noch Telefon.

Nun sitzen wir hier gerade in Zambia in einem Backpacker und haben ein W-LAN gefunden. Super! Ich hoffe, die Berichte hier im Blog sind keine Reizüberflutung - ich dachte mir mal, ich poste alles, wer weiß, wann ich wieder online gehen kann. Viel Spaß beim Lesen!

Überleben

Dienstag - 20. Okt. 2009 - Auf dem Rückweg mit dem Mokoro durch das Schilf frage ich Jungle Oat, was er für den Tag mit uns bekommt. Normalerweise seien dies 150 Pula (ca. 15€). Allerdings ist er heute nur Vertretung für einen Kollegen, mit dem er sich das teilen muss. Er bekommt also 7,50€ für den Tag mit uns. Wahnsinn. Wir geben ihm noch 5€ on Top, die wir gerade dabei haben. Inkl. unserem Steak von gestern zu Mittag und meinem Wasser verdoppeln wir somit seine Entlohnung.

Ich frage mich nun, wo genau die verbleibenden 1050 Pula hinwandern. Gut, der Hinweg zum Village von Jungle Oat mit dem Motorboot, dass eine Stunde dauert, kostet auch. Instandhaltung, Sprit, Personal. Ziehen wir noch einmal 20€ ab dafür, landen wir bei ca. 80€, die "irgendwo" hin laufen.

Ich frage mich, wie eine Person mit 15€ am Tag eine ganze Familie ernähren soll. Es ist schon günstig hier, allerdings soooo günstig auch wieder nicht. Die Einheimischen bauen alles selbst an, ernten, fischen etc. Und wenn mal jemand krank ist? Und laut Aussage von eignen im Camp sind das bereits die Personen, denen es finanziell gut geht.

Wie können die anderen dann bitte überleben?

"The roof is on fire"

Dienstag - 20. Okt. 2009 - Wir starten auf eine kurze Wanderung. Es ist ca. 10.30h und jetzt schon ca. 30 Grad. Ich trinke meine erste 1,5l Flasche aus, um Gewicht zu sparen. Eine zweite Falsche ist ja noch im Rucksack - zusammen mit meinem 2kg Objektiv und und und...

Jungle Oat geht voraus und erklärt uns die "Wetlands" - also eine ausgetrocknete Wasser-Landschaft, die bei sehr viel Regen wieder voll laufen kann. Der strahlendblaue Himmel beruhigt mich, ertrinken werden wir also nicht. Gleichzeitig bin ich froh, dass ich meine Regenjacke auf Anraten des Camp-Ground Personals dabei habe. So hat Andreas zumindest etwas, mit dem er mich aufziehen kann!

Nach ca. 30 Minuten Weg kann ich nun Elefanten-Kot von dem von Zebras und Giraffen unterscheiden. Und Andreas hat gefühlte 150 Termiten-Hügel aufgenommen. Gut, dass wir vorgestern bei einem extra ausgestiegen sind und eine Foto-Session gemacht haben! Dennoch interessant, wie hoch diese Termiten ihre "Häuser" bauen können. Auch interessant, wie viele dieser Bauten bereits Besuch von einem Ameisenbär hatten. Überall riesige Löcher.

Mir wird warm, sehr warm. Ich schaue mich um und habe jegliche Orientieru8ng verloren. Ich weiß weder, wo in etwa wir sind, noch wo das Mokoro liegt. Ich schau Jungle Oat an und frage ihn, wie er sich fühlt. Und ob er wieder zurück findet. Er kann mich beruhigen.

Weitere 45 Minuten später biegen wir in einen kleinen Wald ein. Hier ist es wahrscheinlich, dass ich das Wild versteckt. Unter freiem Himmel sei denen zu warm. "OK", denke ich, "nicht nur dem Wild!" Nach wenigen Metern sehen wir einen Büffel-Schädel. Das noch lebende Tier wurde vor ca. 2 Wochen von einer Löwenherde getötet. Ich schaue mich spontan um, sehe zum Glück keine Löwen und will ein Foto machen. Ich meiner Kamera ist zu warm geworden - sie kann nicht mehr auslösen. Zum Glück machen wir 5 Min. später eine Pause. Dabei verrät Jungle Oat, dass er weder was zu essen noch zu trinken dabei hat...

Andreas fragt, ob wir in der Nähe unseres Mokoro sind. Jungle Oat lacht und meint, "75 Minuten weit weg!" Verdammt! Es geht weiter - zu einem Elefanten. Einem toten Elefanten. Highlight auf dem Rückweg ist der Adler, der direkt über uns seine Kreise dreht. Genial für Fotos!

Der Weg führt uns durch freies, offenes Land. Mein Thermometer zeigt 38 Grad. Heißer Wind bläst uns ins Gesicht. Keine Wolken am Himmel. Heftig. Beim weiteren Weg denke ich immer wieder an die Band "Bloodhound Gang" mit dem Lied "The roof, the roof, the roof is on fire! Burn motherf..., burn!"

Irgendwann kommen wir völlig erschöpft am Mokoro an. Jungle Oat trinkt mein letztes Wasser aus. Das reicht ihm nicht, deswegen holt er sich noch einmal was aus dem Okavango. Super! Warum hat er das nicht schon vorher gemacht. Das Wasser werde ich sicher nicht trinken!

Jungle Oat

Dienstag - 20. Okt. 2009 - Es wird hell im Zelt. Ich werde wach. Ein Blick auf die Uhr verrät mir, dass es erst 6.13h ist. Trotzdem bin ich ausgeschlafen. Nun schnell fertig machen, dann geht es gleich auf einen Tagestrip ins Okavango-Delta. Eine Tour, die wir gestern spontan gebucht haben, mit der Überschrift "Mokoro Tour". Ich bin gespannt.

Um acht Uhr ist Treffen am Anleger, dann geht es in einer irren Geschwindigkeit mit einem Motorboot in Richtung Buffalo Gate. Dort treffen wir "Jungle Oat", unseren Führer. Seinen richtigen Namen hat er mir auch verraten und 3 Mal buchstabiert, allerdings waren da zu viele "ng" und "mg" Silben drin enthalten, dass ich mich beim besten Willen nicht dran erinnern kann. Sein Kommentar war nur: "Ist OK, deswegen nenn ich mich auch Jungle Oat - den Namen hab ich irgendwo gesehen und fand ihn cool!"

Kurz darauf sitzen wir auch schon in unserem Mokoro. Ein altes Holz Boot. Ein sehr altes Boot - gefühlte 140 Jahre. Darin liegt einiges an Schilf, denn das Boot leckt. Super - ein Seelenverkäufer. Aber Jungle Oat meint, das ist kein Problem. Drei Minuten später fahren wir bereits los. Mitten durch das Schilf und Wassergras des Okavango Deltas. Andreas sitzt vorne und hat scheinbar den besseren Platz. Allerdings bekommt er auch jeden noch so nassen Grashalm ins Gesicht. Auf der Rückfahrt möchte er tauschen - ich bin mir noch nicht so sicher...

Die Fahrt mit dem Mokoro dauert ca. 90 Minuten, in denen uns Jungle Oat mit einem Holz Stab durch das Schilf schiebt. Die Natur ist phänomenal schön. Es ist ruhig. Sehr ruhig. Einzig die Geräusche vom Schilf, die am Boot entlang ratschen sind zu hören. Hunderte von Libellen begleiten uns auf unserer Tour. Wasserlilien hübschen die Wasser"straßen" zugleich auf. Genial.

Nach ca. 90 Minuten erreichen wir dann auch eine Anlege-Stelle mitten im Okavango Delta. Hier gibt's eine kurze Pause, bevor wir dann zu einem "Game Walk" starten. Also einem Spaziergang bzw. besser Ausgedrückt einer Wanderung, auf der Suche nach "Game", also Wild. Es bleibt spannend - denn diesen Teil der Tagestour kannte ich noch nicht.

"Flieger, grüßt mir die Sonne"

Montag, 19. Okt. 2009 - Auf dem Weg nach Maun überlegen wir uns, nun direkt nach Kasane zu fahren. Beste Idee: durch den Chobe Nationalpark - über eine 4WD Strecke. Ggf. können wir ja noch einen Tag im Okavango-Delta verbringen. Bevor wir zu Ende gedacht haben, sind wir schon in Maun. Der Tank frisst mal wieder eine unglaubliche Menge an Sprit - wir sind aber auch unglaublich viel gefahren...

In der Nähe des Flughafens finden wir ein Reisebüro. Die super nette Engländerin gibt uns zahlreiche Tipps für Touren etc. Einziges Problem - die starten alle erst morgen. Was also tun? Wir prüfen unsere Optionen und entscheiden uns dafür, 1-2 Nächte auf der Okavango River Lodge zu bleiben, heute einen Flug zu buchen über das Delta und morgen eine Tages-Boots-Tour, in das Delta.

Punkt 13.30h treffen wir am Flughafen Maun ein. Für nur ganze 90€ pro Person können wir eine ganze Stunde über das Delta fliegen. Anthony und Andreas - Pilot und Co-Pilot begrüßen uns an der Cessna 172. Kurz darauf heben wir bereits ab. Mein erster Flug mit einer solchen Kleinst-Maschine! Der Flug ist genial. Zum einen begeistern mich diese Flugzeuge - ich finde es interessant, dass und wie die fliegen. Zum anderen sehen wir hunderte von Tieren.

Die ersten 10 Minuten bis zum Buffalo-Fence erstreckt sich die ganze Weite Botswanas vor uns. Leider keine Tiere. Kurz hinter diesem Gitter bzw. Zaun sehen wir zahlreiche Herden von Elefanten, Antilopen, Zebras, Hippos, Vögel von oben etc. Traumhaft schöne Erinnerung, an der ich noch lange zehren werde!

Gegen halb vier checken wir am Camp-Ground ein und bereiten unser Auto für die Nacht vor. Diesmal im Hellen!!! Kurz darauf landen die 2,16kg Fleisch auf dem Grill - und wir überfressen uns. 3-4 Finnlandia später können wir wieder atmen, gehen zu Bar, trinken noch zwei Bier und lassen uns davon abbringen, durch den Chobe direkt zu fahren (mehrere sehr kritische Flussdurchquerungen)...

Nun sitze ich hier und freue mich auf morgen, die Boot-Tour im Okavango. Andreas träumt vor sich hin und ich frage mich gerade, wann ich das Tagebuch endlich mal wieder posten kann. Es gibt hier nämlich kein Handy-Netz - mein iPhone ist schon seit Tagen offline! Oh jeee!!!

Verfahren

Montag, 19. Okt. 2009 - Es ist morgens, halb sechs in Botswana. Die Sonne ist kurz vor dem Aufgehen. Ich bin wach. Zu nervös von diesen ganzen Tieren etc. Das nächste Camp suchen wir uns bei Tageslicht!!

Ein Blick in Richtung Süden schockiert mich direkt. Meine Camper, die ich gestern gesehen habe, die mit dem offenen Feuer, das sind gar keine Camper. Das ist eine kleine Mini-Siedlung. Ich fasse es nicht. Wir haben 400m von einer Hauptstraße, fast in Mitten einer Siedlung geschlafen. Toll!! Andreas ist ganz meiner Meinung, "weg hier - und zwar so schnell es geht"

In den zehn Minuten zurück zum Lake Ngami sehen wir etwas 7 von diesen Camps. Toll, warum ist uns das nicht früher aufgefallen! Den Weg zum Lake kennen wir ja nun - und wir sind absolut gespannt auf den Sonnenaufgang und die Tiere am See! Auch, wenn nicht alles so auf den Fotos rüber kommt, es sind hunderte von Vögeln dort. Wahnsinn! Leider sind die schneller weg, also die Kamera auslöst... Der Sonnenaufgang ist phänomenal! Traumhaft! Beim Sortieren unseres Kofferraums werden wir von einem Einheimischen "Buddy" auf einem Esel angesprochen (der wollte bestimmt Geld) und sind der Meinung, nun genug sortiert zu haben.

Wir fahren zurück auf die Straße und immer gen Norden. So dachten wir. Irgendwann kommen wir in Toteng an. Das dort, in das ich schon immer mal hin wollte (in find den Namen irgendwie einfallsreich). Gut - ich wollte da immer mal hin - leider liegt Toteng deutlich östlich von Sehithwa - und wir wollen in Richtung Norden.

Mist - verfahren!!! Kurzer Hand entscheiden wir, weiter auf dieser Straße zu bleiben und nach Maun zu fahren - der "Hauptstadt" des Okavango Deltas...

Unter freiem Himmel

Sonntag - 18. Okt. 2009 - Die Entscheidung ist gefallen - wir sind vom Lake Ngami weg gefahren. Mittlerweile ist die Sonne untergegangen und es ist dunkel. Super! Also suchen wir einen Platz zum Schlafen - mitten in einem alten, vertrockneten See. Gut, dass es heute erst geregnet hat... Wie auch immer, wir haben nicht die Wahl, denn Camp-Grounds gibt es hier nicht!

Also fahren wir ca. 10 Minuten in Richtung Norden und biegen dann irgendwann links ab - mitten in den alten, vertrockneten See. Wir überfahren einen "Zaun" auf Baumstämmen, in dem seeehr viele Löcher sind. Dann verlieren wir anscheinend leicht die Orientierung, denn wir wollen im 90 Grad Winkel soweit ab von der Straße wie möglich. Leider stellen wir nach kurzer Zeit fest, dass wir einen großen Teil der "Querfeldein-Strecke" fast parallel zur Straße gefahren sind. Zwischen uns und der Straße sind nur ca. 400m.

Wir bauen unser Camp auf. Ich sorge dafür, dass wir so wenig Licht wie möglich produzieren. Andreas sorgt für Licht. Irgendwie werde ich nervös. Denn überall hört man Kühe und anderes Zeugs. In weiter ferne sehe ich auch ein offene Feuer und bin fest davon überzeugt, dass wir nicht alleine sind und irgendwelche anderen Camper die gleiche Idee hatten.

Das Fleisch vom Grill schmeckt prima. Zum Glück haben wir es über den Kontroll-Punkt bringen können, der auf Maul- und Klauen-Seuche alle Fahrzeuge prüft. Danke für den Tipp - Bennie!

Irgendwann gehen wir zu Bett. Andreas schläft ein - ich nicht. Dann doch. Und dann werde ich wach von wilden Kühen. Dann schlafe ich wieder. Dann gibt's andere Geräusche... Verdammt unruhige Nacht...

Der Weg ist das Ziel

Sonntag - 18. Okt. 2009 - Mit frisch gebackener Reiseroute sitzen wir nun also unseren Dritten Tag im Auto und sind unterwegs gen Osten - nach Botwsana. Dort wollen wir in Ghanzi gen Norden stechen, westlich am Okavango-Delta vorbei und über den Caprivi-Streifen nach Livingstone - zu den Vic Falls.

Insgesamt eine sehr lange Route - mit ein paar Highlights. Bennies Eindruck: "machbar... (wenn auch viel Autofahrerei)". Heute sollen wir quer durch Botswana fahren und bereits Abends an der Grenze zu Namibia sein. Das sind 1.000 Kilometer. Ich bin mir jetzt schon sicher, dass das nicht passen wird. Also suchen wir nach einem Zwischenstopp, der sich realistisch anhört - und zwar so realistisch, dass wir unser Zelt noch im Hellen aufbauen können.

Unser Zwischenstopp soll sein: Lake Ngami bei Sehithwa. Das Navi sagt uns eine komische Differenz zwischen Kilometer und Fahrtzeit an. Anscheinend soll es später nur langsam voraus gehen - allerdings zeigen unsere anderen Karten etwas anderes... Gegen 17.30h kommen wir also am Lake Ngami an und stellen fest, dass der Lake eigentlich gar nicht so groß ist, wie er auf der Karte dargestellt wird.

Wir suchen den See und fahren Querfeld ein. Nach einigen Kilometern - Andreas warnt schon die ganze Zeit vor Wasser - und ich versichere ihm, dass ich anhalte, sobald es feucht wird - finden wir dann endlich den See! Absolut idyllisch! Wir beschließen, hier direkt zu Campen. Allerdings kommen hier im 5 Minuten Takt Autos her, von denen wir uns nicht vorstellen können, was die hier wollen.

Wir parken unseren Camper irgendwo hinter einem Baum und Gestrüpp. Dann kommt auch schon ein dritter Wagen. Wir haben beide ein mulmiges Gefühl und packen schließlich unsere Stühle und den Grill wieder ein - und fahren zurück.

Johann Strauß (a.k.a. Straußi)

Sonntag - 18. Okt. 2009 - Ausschlafen! Ausschlafen! Ausschlafen! Das ist meine Devise heute morgen. Um 8h werde ich endlich wach und bin fit und munter. Gleich zu Beginn des Tages begrüßen mich Benni und Marianna mit einem großen Frühstück und einer seeeehr leckeren Tasse Kaffee.

Direkt darauf besichtigen wir "Johann Strauß". Also, deren Strauß. Allerdings haben die beiden irgendwann festgestellt, dass der Strauß eher weiblich als männlich ist, deswegen nennen sie ihn jetzt "Staußi". Ich wär ja zu "Johanna Strauß" übergegangen, aber was solls.

Im laufe der nächsten Stunden erfahren wir noch sehr viel von den Plänen der beiden. Beispielsweise haben sie sich einen alten Eisenbahn-Wagon gekauft, in welchem sie nun direkt in Nähe des Flughafens am Trans-Kalahari-Highway ein Restaurant eröffnen möchten. Dazu noch ein paar Camp-Grounds, Verkauf von selbstgemachter Marmelade, vom eigenen Bier, etc.

Insgesamt ist dies ein sehr schöner Zwischenstopp - und mir fällt es schwer, mich nun wieder ins Auto zu setzten und weiter zu fahren.

"Es ist nicht Deine Schuld..."

Samstag - 17. Okt. 2009 - Die Fahrt bis Rebooth soll total langweilig gewesen sein - so Andreas. Sie war ca. 200 Kilometer lang und man konnte die jeweils nächsten 42,345 Kilometer einsehen - danach nicht mehr, weil "Erdkrümmung". OK, ich habe ja geschlafen. In Rebooth sollten wir dann Bennie anrufen. Einen Kontakt eines Kollegen, dessen Kontakt etc. Gesagt getan, auf unserem Plan steht "Treffen mit Bennie um 6.45h am Flughafen Windhoek".

Das Grundstück von Bennie und Marianna liegt ca. 10 Kilometer hinter dem Flughafen in Richtung Ghanzi/ Botswana auf dem Trans-Kalahari-Highway. Der Abend verläuft total nett - die beiden sind super sympathisch und geben uns zig Tipps für unsere weitere Route. Sogar zum Essen und Schlafen werden wir eingeladen. Es gibt Afrikanische Wild (was genau, ist mir wieder entgangen). Es ist total lecker. Und das tolle dabei: "Selbstversorger". Alles selbst gemacht. Und selbst zubereitet. Hmmm, daran werde ich noch lange denken.

Ich unterhalte mich sehr intensiv mit Marianna über Ihre Arbeit, die letzten Projekte, die Arbeit mit den Einheimischen und deren Werte-Skala. Immer wieder fällt mir dabei das Lied von den Ärzten ein, dass wir sicher 2-3 Mal auf der Fahrt gehört haben...

"Es ist nicht Deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist - es ist nur Deine Schuld, wenn sie so bleibt"... Immer wieder kommen wir auf das Thema "Ausbildung" und "Weitblick" der einheimischen Urbevölkerung (ich bleibe politisch korrekt). Solange die Steuerung derer Aktivitäten von Außen gegeben ist, funktioniert alles prima. Sobald dieser Kopf entzogen wird, kollabiert das kleine System. Ich könnt jetzt noch lange weiter schreiben - zu einer Lösung komme ich so schnell sicher nicht.

Der Abend verläuft weiter sehr interessant und angenehm. Bis er schließlich im Gästezimmer endet, in dem ich noch ein paar SMS tippe.

Eine Kreuzung im Nichts

Samstag - 17. Okt. 2009 - Jawohl, es geht um Keetmanshoop. Diese Stadt ist schon seit langem unser Ziel. Wir fahren Highways, Dirt Roads, Gravel Roads, und sonst was noch, um endlich nach Keetmanshoop zu kommen. Unser Eindruck nach 5 Minuten: "Das Ortsschild hätte man weg lassen können". Sieben Tankstellen, zig Geschäfte, die erst gegen Abend öffnen, und ein Take Away - in dem wir nach unserem Tank-Stopp Essen kaufen.

A pros pros Tanken... 140 Liter sind ne Menge Holz. Der Tankwart tankt, und tankt, ... und tankt. Langsam mache ich mir sorgen, dass die Jungs uns beschei...en. Der kann doch keine 10 Minuten Diesel rein laufen lassen. Oder er pumpt das Zeugs von einer Zapfsäule in die nächste - aber nicht bei uns in den Tank. Aber gut - wir akzeptieren das. Als wir dann wieder los fahren, sind jegliche zweifel entschwunden. 140 KG mehr im Fahrzeug sorgen für eine phänomenale Beschleunigung unseres Toyota Hilux, mit gefühlten 45 PS...

Zurück zum Take Away und unserem Essen. Es für mich gibt's Polenta mit Schweine-Irgendwas, das sich so anfühlt wie Deutscher Eintopf gemischt mit Chinesischem Chicken (Huhn, ganz, ab in Mixer, dann ins essen). Dazu gab es einen Burger mit einer undefinierbaren Substanz als "Fleisch". Eigentlich sollte es ja noch Frensh Fries geben (also Pommes), aber das hat keiner verstanden - oder wollte keiner verstehen - die lagen nämlich Zubereitung-fertig direkt neben der Frisöse. Whatever...

Auch meine Zweite Entscheidung stand fest: "Einen halben Becher mit Gin". Auf das mein Magen wieder richtig desinfiziert wird (super Ausrede, was?) Andreas ist den nächsten Abschnitt ja gefahren, so dass es mich nach keinen zwei Minuten auf dem Beifahrersitz umgehauen hat und ich geschlafen habe, wie ein Baby.

"The Eagle is landed"

Samstag - 17. Okt. 2009 - Um Punkt 8h sind wir aufgebrochen und die Stichstraße zurück gefahren, die wir gekommen sind. Wahnsinn, was wir gestern alles "überfahren" haben - also dran vorbei gefahren. Super geniale Landschaft. Ähnlich muss sich Neil Armstrong vor knapp 60 Jahren gefühlt haben, als er mit einem "Eagle" auf dem Mond gelandet ist. Felsbrocken, bizarre Farben, vereinzelte Bäume (gut, die hat der gute Neil wohl nicht gesehen), Krater, etc..

Nach ca. 30 Kilometern werde ich in den Gurt geschleudert. Ich studiere die Landkarte, lege unsere Route für heute fest und habe gar nicht mitbekommen, dass wir gerade an einem alten Autowrack vorbei fahren. Das hat Andreas natürlich nicht übersehen und prüft die Bremsen vom Auto! Und mir sinkt das Herz in die Hose... Aber für die Fotos hat sich die Aktion gelohnt!

Die nächsten 40 Kilometer auf dieser "Dirt Road" kommen wir fast gar nicht mehr aus dem Staunen heraus. Eine Ecke ist anders als die andere. Nicht nur anders, auch irgendwie schöner! Total genial! Es dauert auch nicht mehr lange, da kommen wir schon in Hobas an. Dies ist die Maut-Station für den Fish River Canyon - dem zweitgrößten Canyon der Welt (nach dem Grand Canyon).

Von dort aus sind es nur noch wenige Kilometer bis zum View Point des Canyons. Die Aussicht ist phänomenal. Natürlich kommen wir nicht umher, einige Poser-Fotos zu machen. Halb herüber gebeugt über die Schlucht - natürlich mit Doppelten Boden und Netz darunter. Und ganz unten, der Fish River, der sich in hellem grün den Weg durch den Canyon sucht.

Samstag, 17. Oktober 2009

Berge und ein Sonnenaufgang in der Badewanne

Das Auto wackelt. Andreas bewegt sich im Dachzelt nebenan. Die Vögel sind bereits aktiv. Das Zelt ist noch dunkel. Ich schau auf die Uhr und es ist schon kurz vor sechs. Ich klappe das Zelt auf und fühle mich wie ein Vampir bei Tageslicht.

Es ist ein kurzer Moment, in dem ich denke, dass ich mich noch einmal hinlegen kann zum ausschlafen. Da ist Andreas schon an meinem Zelt und meint, dass wir jetzt auch direkt aufstehen können. Er ist schon einmal duschen. Guten Morgääähn.

In meiner Erinnerung an den gestrigen Abend kommen Gedanken an den Namen des Campgrounds auf, insb. an das "Hot Springs". Und gestern habe ich auch einen Pool gesehen. Das wär's ja jetzt - in einem warmen Pool Schwimmen. Also: Badehose gepackt und raus aus dem Zelt.

Ich bin nicht schlecht erstaunt, als ich meine Trittleiter runter klettere und feststelle, dass rings um uns herum Berge sind. Ich habe ja mit allem gerechnet, nur damit nicht. Gut, gestern war es dunkel, aber Berg-Massive hätte ich doch sehen müssen... Schlaftrunken wie ich bin schleppe ich mich zum Pool und stelle fest, dass das Wasser zum Glück keine 60 Grad hat (wie die Springs), sondern nur 28. Genial - das macht mich wach!! Und das genialste: während ich meine Bahnen gezogen habe, ist die Sonne aufgegangen und hat die Berge in einer schönen warmen Farbe erleuchtet. Die Dusche danach hat auch noch einmal einiges daran getan, dass wir wirklich bereits um 7h fertig sind.

Wir packen allerdings erst noch das Auto ein wenig um, so dass unsere Rucksäcke nicht mehr alle samt auf der Rückbank rum fliegen. Als wir um ca. 7.45 vollständig gepackt bereits vom zahlen zurück kommen, fallen mir die komischen Blicke unserer "Camp-Nachbarn" auf, die auf uns gerichtet sind. Egal - ich weiß selbst, dass das ein wenig Bescheuert ist, spät Nachts anzukommen, aufzubauen, Essen zu machen und morgens in aller Herrgottsfrühe wieder abzureisen.

Aber wir wollen ja heute noch Bennie treffen, einen Kontakt in Seeis, in der Nähe von Windhoek. Und das sind heute noch einmal ca. 800 km. Eine Ausnahme - morgen wird auch ausgeschlafen!

Warum genau drei Flaschen Wein?

Es ist ca. 20h. Das Tageslicht ist fast gänzlich verschwunden. Der Kilometerzähler zeigt ca. 800 km. Wir stehen an der Grenze zu Namibia. Andreas ist die letzten Kilometer schon recht nervös. So ein Grenzübertritt - da muss man Sachen ggf. auch verzollen etc. UNd wir haben ja bereits eingekauft für die nächsten Tage.

Der Officer an der Straße bittet uns, dsa Auto zu verlassen und dann erst in das Office 1, dann 2 und anschließend 4 zu gehen. Die Dame im ersten Office ist mir sehr sympatisch. Sie spricht kein Wort mit uns, nimmt nur unsere Pässe, macht irgendwas am COmputer, drückt irgendwo einen Stempel in den Pass und das wars. Ihr Zeichen mit dem Arm nach links lässt uns schließen, dass Office 1 nun erledigt und Office 2 an der Reihe ist.

Office 2: Customs (Zoll). Erste Frage ist natürlich, ob wir was zu verzollen haben. Erst klare Antwort "Nein". Zweite klare Frage "Sicher". Zweite eher weniger klare Antwort "Ähhh, was muss man denn verzollen?" Es gibt eine kurze Aufklärung über das, was ausgeführt werden darf, gefolgt von einer nächeten Frage, "Wie viel Alkohol habt ihr dabei?" Ich fange also langsam an mit "Hmm, 6 Dosen Windhoek Lager, ... und nochmal 6 Dosen Windhoek Lager, ... [Pause] ..., und drei Flaschen Wein..."

Bei dieser Aussage wurde ich direkt unterbrochen mit "Stooop, warum genau drei Flaschen - ihr seid nur zu zweit?" Oh man, denkt der Typ, wir wollen die eine Flasche verkaufen? Und warum ist das überhaupt wichtig, wir verlassen doch ein Land. Einfurh Zoll kann ich ja verstehen, aber Ausfuhr? Ich möchte gern ungehalten werden, aber das würde uns sicher nicht weiter bringen. Zumindest nicht weiter in Richtung Namibia. Also bleibe ich bei der Wahrheit und stammel etwas von "Naja, also, ähhm, das ist eine Flasche Shiraz, ein Cabernet und ein Merlot. Wir wollen halt alles mal ausprobieren!" Ich merke, wie mich der Beamte von oben bis unten mustert - und wahrscheinlich denkt, die durchgeknallt die beiden Typen eigentlich sind. So eine Geschichte hat er vermutlich noch nie gehört...

Wir bekommen eine Belehrung, dass pro Person nur genau eine Flasche Wein erlaubt ist und wir uns das gefälligst merken sollen. Vermutlich hatte er auch keinen Bock mehr auf noch weitere Geschichten. Wir sind gerade auf jeden Fall froh, dass er unsere Erzählungen unterbrochen hat und wir erst gar nicht von unserem Dubai Zwischenstopp erzählen mussten.

Office 4 ist harmlos. Ein Stempel, dass wir alle anderen Stempel haben und das war's. Wir dürfen weiter fahren. Zuvor kontrollieren wir die Pässe und stellen "im Nichts" hinter der Grenze fest, dass der Einreise-Stempel nicht drin ist. Wir sind verunsichert, diskutieren etwas gereizt und überfahren dabei fast die Namibische Grenzkontrolle.

Geschockt und froh zugleich steigen wir aus und sind gespannt, was wir hier nun verzollen müssen. Gar nix - nur noch zwei Mal Adressen angeben, Straßengebühren zahlen und das war's. Wir dürfen weiter fahren. Und das tun wir auch. Die Straßen sind Menschenleer. Nirgendwo die befürchteten vielen Menschen, auch keine Wracks. Also entscheiden wir uns, zum Fish River Canyon zu fahren und dort zu nächtigen. Tatsächlich kommen wir noch bis zum Ais-Ais Hot Springs Campground.

Freitag, 16. Oktober 2009

Doppelbett-Geschichten

Breakwater Lodge. Zimmer 1210. Ehemalige Gefängnis-Zelle. Ein Bett - ein Doppelbett. Zuvor einige Bier und "Springbock" (also Kurze). Andreas neben mir. Das waren vielleich Geschichten - Horror-Geschichten - mit denen ich in Gedanken eingeschlafen bin. Glücklicherweise waren die Flieger sooo unangenehm, dass ich in der letzten Nacht nur 3h Schlaf hatte. So bin ich nach ca. 3 Minuten schon eingeschlafen. Nach mehr froh war ich heute morgen, als ich feststellen durfte, dass unsere erste und auch vorerst letzte Nacht in einem Bett deutlich glimpflicher abgelaufen ist, als ausgemalt.

6.54h - Frühstück im Knast. Block C. Ich muss gestehen, das Essen war prima. UNd der Kaffee scheußlich. Das haben Janina und Tobias gestern auch schon berichtet. Besserung von der Kaffee-Front sei leider nicht in Sicht. Was solls - wir kommen schon über die Runden! Der Ausblick von Frühstückstisch aus auf den Tafelberg ist genial. Anders als angekündigt hat es heute auch nicht geregnet, so dass der afel-Berg im frühen Morgenlicht vor uns erleuchtet ist.

Auf dem Weg zu Britz - unserem Camper-Vermieter - durften wir dann unsere erste Lektion zum Thema Navigation lernen. "Bitte auch das Kleingedruckte lesen". Ich hab mir nur den Straßennamen gemerkt: "Ferndale". Leider gibt es eine "Ferndale Rd", eine "Ferndale St" und einen "Ferndale Way"... Die erste Hürde war einfach. Im Voucher steht die korrekte Adresse - wir müssen in die "Ferndale St". Also: Adresse ins Navi eingegeben und los geht's. Eine halbe Stunde später stehen wir also in der "Ferndale St" in "Capetown M... Flied". Die Straße ist ca. 75m lang, drei Meter breit, wir sehen Wohnhäuser - aber keinen Autovermieter. Ein zweiter und dritter Blick in unser Navi hat uns dann verraten, dass es in Capetown alleine drei verschiedene "Ferndale St" gibt. Wir hatten richtig Glück, denn die "Ferndale St" in Brackenfell ist nur wenige Autominuten entfernt.

Um Punkt 9.00h stehen wir also vor dem Tor von Britz, in der "Ferndale St" in Brackenfell, Capetown, South Africa, Africa. Die Angelegenheit mit dem "Bezahlen" für den Camper hat sich auch sehr schnell klären lassen, dies haben wir schon im VOrfeld mit unserem Reisebüro geklärt. Nun darf uns Uncle M.C. auch das AUto erklären.

Ein Toyota Hilux, 2.5l Diesel (und gefühlte 75PS)... Die Übergabe dauert ca. eine Stunde - und hat für einiges an Vorfreude gesorgt. Das Ding ist komplett ausgestattet. Zwei Gasflaschen, Camping-Stühle, Camping-Tisch, Kühlschrank, mit dem man auch einfrieren kann, Reserve-Räder, zusätzlichen 70l Benzin-Tank, 60l Wasser-Tank. Und vor allem zwei Dachzelte, die wir innerhalb von 4 Minuten aufbauen können. Jawohl, zwei Zelte!!

Beim Tanken haben wir dann richtig Geld gelassen. Der Liter kostet hier zwar nur 67ct, bei 140l kommen allerdings auch schon gute 100 Euro zusammen. "Schluck"! Hinter der Tankstelle ist noch ein "Hypermarket" (das Wort "Supermarket" kennen die hier anscheinend nicht). Also schnell noch eingekauft, Auto voll geladen und ab... Moooment... ab zum Flughafen. Wir müssen unseren Klein-Wagen ja noch weg bringen. Das hätten wir beinahe vergessen!

Kurz vor Springbok schreibt der Tageskilometer 543 Kilometer. Unser Navi hat bereits einen Namen. Die meisten Genius Listen laufen schon zum x-ten Mal. wir diskutieren gerade zu den Vorzügen eines Campingplatzes gegenüber dem Wild Campen und freuen uns tierisch auf unser 900 Gramm Fleisch, dass wir auf unserem neuen Grill zubereiten können!

Besser geht es kaum!

Dubai International Airport - 5.30h Deutscher Zeit. Der erst Flug ist rum! Zwei Stunden Aufenthalt - also Zeit zum Duty Free Einkaufen. Zielorientiert sind wir also in den nächsten Liquor Store und haben uns mit Grundnahrungsmittel eingedeckt. Baombay Gin für Andreas - und für mich was Hartes!

Der nächste Flieger war eine Boeing 777-300. UNd deutlcih besser ausgestattet als diese Airbus Maschine vom ersten Flug. Jeder Platz war mit einer eigenen Entertainment Konsole ausgestattet. Und mit einer reichlichen AUswahl an Filmen, Musik, etc. Zwei Filme, einen Konsolen-Absturz und -Reboot später sind wir dann auch schon in Capetown gelandet.

Das Beste am Tag kommt jetzt: Landung um Punkt 16.08h. Immigrations um 16.35h. Baggage Claim fertig um 16.42. Customs hinter uns gelassen um 16.44h. Und der Avis Mietwagenschlüssel war um 16.56 in unseren Händen. Unglaublich - so schnell bin ich noch nieeeee in einem anderen Land bzw. Kontinent eingereist!

Gegen halb sechs konnten wir es uns auch schon in unserem Hotelzimmer gemütlich machen. Ein Zimmer ind er Breakwater Lodge an der Waterfront in Capetown. Dieses Hotel war früher einmal ein Gefängnis. Genauso waren die Zimmer auch "geschnitten". Wir waren in Block A. In Block B ist nun die Business School der Universität eingerichtet. Im Block C solls morgen das Frühstück geben.

Nach einem kurzen Einkauf hatten wir die Gelegenheit, Wissen abzugreifen. Janina und Tobias kommen gerade von einer 3 Wochen Tour wieder. Route: Victoria Falls, Botswana, Namibia, Südafrika. Quasi unsere Route Rückwärts. Und ohne Hinweg... Der Abend war super nett. Das Essen in dem Fisch Restaurant war genial, lecker und absolut günstig. Zum Ende hin haben wir noch festgestellt, dass Tobias und ich aus fast der gleichen Ecke kommen (Willebadessen und Brakelsiek).

Der Rückweg von der Waterfront war leicht unangenehm. Wir durften feststellen, wie schnell die Bettler eigentlich laufen können. D.h. wir sind einfach sehr zügig den Weg zu unserem Hotel gegangen und hatten das Gefühl, ihn wieder abgehängt zu haben. Aus einmal kam er wieder angejogged und hat weiter gemacht... Insgesamt absolut nicht kritisch, aber irgendwie mit einem komischen Gefühl behaftet.

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Willkommen in Dubai

Dubai. Drei Stunden Aufenthalt. Nach einem großen Becher Cappucino
geht es mittlerweile wieder! Die Nacht war verdammt hart. Hinter uns
zwei "süßä Typän" aus unserem Süd-östlichen Nachbarland, vor mir
ein Dubaianer, die die Nacht zum Tag gemacht hat, und unter meinem
Vordersitz so ne komische Box, dass man die Beine nicht langachen
konnte!

Nun sind wir aber fitt. Sind von der ersten in die zweite Wartehale
gegangen und schauen nun auf unsere Boing. Die sollte eigentlich ein
Airbus sein! Sei's drum, ich fliege eh lieber Boeing - die sind
weniger schlecht in der Presse!

Es ist hier gerade kurz vor acht. Kapstadt (und auch Deutschland) sind
zwei Stunden zurück. D.h. Unsere Flugzeit von 8.30h bis 16.25 ist
eigentlich 2h länger. Hoffen wir mal, dass die zehn Stunden Flug nun
besser rum gehen.

Wir melden uns wieder aus Kapstadt. Dann haben wir hoffentlich schon
unseren kleinen Mietwagen und sind im ehemaligen Gefängnis
eingechecked. Also in der Breakwater Lodge, direkt an der Waterkant in
Kapstadt!

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Aufi geht's - Tschüss der Schnee

Soooo, jetzt geht's gleich durch die Security! Vorher noch nen
Bierchen vom EDEKA hier am Münchener Flughafen. Und nun geht's gleich
los. Dubai wir kommen!

Sind wir froh, dass wir den Schnee hier in München heute hinter und
lassen koennen und bald in der Sonne sind!

Dienstag, 13. Oktober 2009

Noch einmal schlafen!

Dann ist es soweit! Morgen geht unser Flieger. 22.25h ist Abflug von
München. Gegen Nachmittag wird Andreas aus Zürich kommen. Dann noch
schnell die letzten Besorgungen tätigen und ab zum Flughafen.

Über Dubai soll's dann nach Kapstadt gehen. Prognostizierte Ankunft
ist 16.00h. Bin mal gespannt, ob das klappt. Fluggesellschaft ist
Emirates, von daher wird's zumindest mal entspannt!