Donnerstag, 28. April 2011

Bewegungsprofil unseres Urlaubs (dank iPhone)

Das Thema der Bewegungsprofile ist in den letzten Tagen ganz schön hoch gekocht. Das iPhone soll Daten speichern, an Apple übermitteln, Bewegungsprofile auf Jahre speichern, die User ausspionieren, und … und … und …

Ich habe mir das ganze heute morgen mal angeschaut und muss sagen: DANKE SCHÖN. Hatte diesmal keinen GPS Tracker dabei. Dank iPhone bekomme ich nun trotzdem (so in etwa) unsere Route aufgezeigt. Hier mal ein Bild von Süd-Spanien.

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Es ist schon beeindruckend, was man hier alles sieht – und was nicht. Ganz klar kann man die Zentren erkennen, in denen wir uns aufgehalten haben (Nerja, Córdoba, Sevilla, Rota). Auf der anderen Seite waren wir aber auch in Granada – das ist gar nicht zu sehen. Und in Jaén werden Punkte angezeigt, da waren wir nicht einmal in der Nähe – sondern im 100km entfernen Granada.

Mein Fazit: ganz nett, mal zu sehen. Verlässliche Aussagen würde ich davon allerdings nicht ableiten. Und wer das Backup verschlüsselt, kann die Daten nicht einmal auslesen.

Freitag, 22. April 2011

Schluss, Aus, Ende, Vorbei…

… es ist schon keine einfache Entscheidung, einen lang ersehnten Urlaub abzubrechen. Wir haben sie gerade getroffen!

Seit nunmehr vier Tagen haben wir Dauerregen gepaart mit kalten Wind, das Thermometer klettert nicht über 18 Grad. Für die drei Rest-Tage ist Regen mit Gewitter angesagt. Und wir wünschen uns doch nichts mehr als ein wenig Sonne, Wärme und Erholung, entspannendes Rumliegen auf der Terrasse oder am Strand. Leider scheint es das für die verbleibenden Rest-Tage nicht mehr zu geben. Zudem haben wir auch gerade noch vom Wetter in Deutschland erfahren (Sonne pur bei 25 Grad).

Die meisten Urlauber hier sind unten sehr frustriert. Wir sehen überall lange Gesichter, kaum ein Lächeln. Dafür spüren wir eher eine leichte Aggressivität in der Luft. Air Berlin hat uns gerade angeboten, den Samstag-Flug für einen geringen Aufpreis auf Donnerstag umzubuchen. Wir sollten uns allerdings schnell entscheiden, denn Anfragen dieser Art häufen sich momentan.

Von unserem Zimmer aus haben wir einen schönen Überblick über die Hotel-Anlage. Wir sehen die Wasser-Stippen auf dem Pool tanzen. Die Liegen sind menschenleer, wie ausgestorben. Wir prüfen noch einmal sämtliche Wetterberichte auf zig Internetseiten. Alle sagen das gleiche, schlechte Wetter für diese Region voraus. Wir sind deprimiert dank der Gewissheit, dass die so ersehnte Erholung ausbleiben wird. Kein Strand mehr, keine Sonne mehr. Badehose und Sonnencreme umsonst gekauft…

Wir treffen schließlich die Entscheidung, umzubuchen. Was haben wir davon, wenn wir uns in den nächsten Tagen frustriert anzoffen. Gar nichts. Vor allem keine Erholung. Somit freuen wir uns richtig auf einige sonnige Urlaubstage in Good old Germany.

Donnerstag, 21. April 2011

Was nicht passt, wird passend gemacht…

… und damit meinen wir das Land, was nicht zum Wetter passt! Alternativ könnte man auch sagen: Ein Ausflug in ein Land, das den Wettervoraussagen komplett entspricht und in dem man sich so auch wohl fühlt.

Wir sprechen natürlich von Gibraltar. Es ist der vierte Tag Regen in Folge. Die Wettervorhersage spricht von einer Wolkendecke – allerdings fällt diese in Art von 100%iger Luftfeuchtigkeit vom Himmel. Wir fragen uns, was morgen passieren wird, denn in der Vorhersage etwas von Regen steht. Das muss dann ja wohl noch fieser werden.

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Zu Gibraltar: dies ist der wohl abgefahrenste Außenposten von Großbritannien, am südlichen Festland von Spanien gelegen. Ein 400 irgendwas hoher Berg mit einem tollen Überblick über die Straße von Gibraltar – der Verbindung zwischen dem Mittelmeer und dem Atlantik (so der Reiseführer). Denn wir können max. 150h hoch gucken, dann kommt eine Wolkendecke. Somit hat sich der Ausflug mit der Gondel wohl auch erübrigt.

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Es ist schon faszinierend. Direkt hinter der Grenze kommt ein Flughafen. Dabei KREUZT die Landebahn die Haupt-Verkehrs-Straße und ist lediglich mit einer Ampel abgesichert. Einzig Iberia und EasyJet von Madrid bzw. London fliegen den Airport an, d.h. das Flugaufkommen ist nicht sonderlich hoch. Aber schon interessant zu sehen. Ich bin übrigens noch nie über eine Landebahn zu Fuß gelaufen. Heute das erste Mal :-)

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Das Gefühl, als ich durch den Tunnel vom Außenbezirk in die Innenstadt gehe, bleibt mir wohl noch ewig im Gedächtnis. Gerade noch in Spanien, jetzt im tiefsten England, was man sich vorstellen kann. Pubs, Bars, Fish & Chips, rote Telefonzellen, traditionelle schwarze Mülleimer. Ein wahnsinniger Effekt!

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Die Main Street ist die Haupt-Einkaufsstraße. Anders als in Spanien üblich ist dies eine Fußgänger-Zone. Ich genieße ersichtlich die Ruhe und Ungestörtheit vor Mofas und Autos. Wir bummeln durch die Straßen und wimmeln die Leute ab, die uns Tickets für die Seilbahn andrehen wollen. Ich nehme mir fest vor, einen Deal mit dem nächsten Typen zu verhandeln: ich zahle so viel für das Ticket, wie man in Metern von oben auf das Meer sehen kann! Leider spricht mich niemand mehr an…

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In Summe sind wir froh für diesen Abstecher. Das Wetter in “England” war objektiv betrachtet deutlich schlimmer (in Estepona ist die Wolkendecke für ca. 1h aufgerissen). Allerdings subjektiv betrachtet war das Wetter genau richtig. Was wäre schon England ohne Regen?!?

Südlichster Punkt Spaniens

OK, OK, Spanien bietet noch mehr als das Festland. Aber hier ist es der südlichste Punkt: Tarifa.

Heute ist der dritte Tag Regen in Folge. So langsam sind wir etwas frustriert. Aber vielleicht wird das Wetter im Süden Spaniens ein wenig besser (die Hoffnung stirbt bekanntlich ja las Letztes). Wir schaffen es in der Tat, Rota gegen 10h zu verlassen. Ein letztes Mal umfahren wir das abgesperrte Militär-Gelände, um wieder ein wenig in Richtung Zivilisation zu kommen. Unser Navi lenkt uns quer über zig Autobahnen in Richtung Süden. Ca. 30 Minuten später passieren wir San Fernando und ich kann gerade so abwehren, dass wir den nächsten El Corte Inglés ansteuern…

Die Fahrt nach Tarifa dauert ca. weitere 60 Minuten. Leider müssen wir feststellen, dass die Wolken-Dichte hier zunimmt. Dazu kommt der berühmte Wind. Zum Glück haben wir ja noch unsere Winterjacken aus Deutschland mit ;-)

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Tarifa ist eine sehr außergewöhnliche Stadt, die – na klar – von Surfern dominiert wird. Hier ist der Kontrast zwischen "antik" und "modern" sehr extrem. Die Gebäude sind wie Hüllen, sehr alte Hüllen (von außen betrachtet). Innen sind sie absolut abgefahren aufgemacht. Die Bars bestehen z.B. aus weißen Theken mit neon-farbender Beleuchtung und Lounge-Möbeln. Absolut modern. Hier macht es Spaß zu sitzen und einen Café zu trinken.

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Wir laufen ein wenig weiter durch die Stadt und besichtigen schließlich die Festung am Hafen, das ‘Castillo Guzman el Bueno’. Von hier aus kann man in der Tat Afrika sehen. Die schemenhaften Konturen von Marokko zeichnen sich am Horizont hinter einer trüben Wolkendecke ab.

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Hier wird einem so richtig bewusst, wie strategisch wichtig (aus militärischer Sicht) dieser Punkt zu früheren Zeiten gewesen ist. Hier kann man die gesamte Straße von Gibraltar beobachten. Die riesigen Tankschiffe, die diese Meeresenge passieren, fallen richtig auf. Allerdings finde ich es dennoch recht krass, dass es Extremsportler gibt, die hier durch SCHWIMMEN. Bei der Strömung und dem Wellengang sicher kein ganz ungefährliches Unternehmen. Auch möchte ich nicht wissen, wie ein Schwimmer auf so ein riesiges Frachtschiff reagiert…

Ein wenig weiter hinter dem Hafen steht ein sehr altes Gebäude, das gerade renoviert wird. Irgendwie kommt mir das Gebäude bekannt vor. Kann es sein, dass im Film ‘Das Boot’ die Mannschaft hier noch einmal vor Anker gegangen ist und ordentlich gefeiert hat, bevor sie in der Straße von Gibraltar dann abgeschossen wurden?

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Dies ist auch unsere letzte Station in Tarifa. Und auch unsere letzte Station an diesem Tag (was “Steine angucken” angeht). Gibraltar schenken wir uns dann mal, denn dies soll auf einem hohen Kreidefelsen liegen, den wir beim besten Willen nicht entdecken können. Laut Landkarte, Kompass und Navi muss er hier irgendwo sein. Auch die Schilder weisen darauf hin. Allerdings ist er nicht da. Unsere Schlussfolgerung: wenn wir den Berg von unten nicht sehen, dann können wir von oben (insofern er überhaupt noch da ist) auch nicht nach unten schauen… Dafür besichtigen wir einen Corte Inglés in Algericás. Auch nicht schlecht. Wir suchen eine neue Badehose für mich aus, in der stillen Hoffnung, doch noch einmal Sonne hier zu sehen.

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Bis Estepona dauert die Fahrt noch ca. 45 Minuten. Wir erreichen unser Hotel – das Fuerte Estepona Suites. Es liegt direkt an der Autobahn, ca. 4-5km außerhalb von der Stadt. Das Zimmer ist genial. Riesig groß, mit Balkon und Terasse, einem Gemeinschaftsraum mit einem riesigen Fernseher, den wir uns mit einer anderen Wohnung teilen können (wenn wir wollen). Leider liegt das Hotel so unvorteilhaft an der Autobahn, dass wir weder auf der einen Seite noch auf der anderen Seite laufen gehen können. Auch gibt es keine Geschäfte oder Restaurants in der Nähe, zu denen wir hin flanieren können. Beim einchecken wird uns dafür aber für morgen Sonne versprochen. Juchuuhh!!

Mit freudiger Erwartung auf ein wenig Wärme genießen wir den Abend und den Ausblick auf den schönen Pool und das Meer mit der ‘Skyline’ von Estepona.

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Die weißen Dörfer im Hinterland

Unser zuverlässigster Begleiter an diesem Tag ist der Regen. Er lässt uns nicht im Stich. Ich versuche, ihn mit schön zu reden. Denn die Fotos werden so um Längen besser. Wir fahren ja durch die Natur und da kommt das grün einfach besser raus. Diese Taktik schlägt bei mir auch gut an – leider nur bei mir. Ich werde mit dem Kommentar “hoffnungsloser Optimist” auf den Beifahrersitz verfrachtet – die Senorita hat Lust auf Kurven fahren. Sehr gut – mehr Natur und Steine für mich…

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Die Tour führt uns von Arcos de la Frontera als erstes über El Bosque nach Grazalema. Der Weg ist sehr kurvenreich und macht anscheinend richtig Spaß zu fahren. Als erstes passieren wir das Puerto del Boyar (Foto oben), ein Tal zwischen zwei Bergrücken. Danach geht es ein wenig abwärts. Wir erreichen Grazalema, ein weißes Dorf mit vielen roten Dächern, mitten im Nichts gelegen.

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Kurz vor dem Ort biegen wir ab in Richtung Zahara. Dies ist eine Stichstraße, die uns über den Passo de las Palomas führt. Eine Bergstraße in einer Höhe von 1.357m über dem Meeresspiegel. Von dort aus haben wir einen phänomenalen Blick über die beiden Täler, rechts und links vom Pass. Irgendwie erinnert mich diese Szenerie an Schottland. Die saftig grünen Wälder und Berge, die gelb blühenden Pflanzen im Vordergrund. Traumhaft!

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Der weitere Weg führt uns über Ubrique, einer kleinen Stadt mit mehreren tausend Einwohnern. Und danach folgen sage und schreibe vierzig Kilometer kurvenreiche Straße bis nach Alcalá de Los Gazules. Der Weg führt stetig bergab, erst durch Nadelwälder, später fast ausschließlich durch Laubwälder.

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Nach einer kleinen Pause und Stärkung gab es neben einem schönen Natur-Erlebnis auch noch ein wenig Spannung. Quizfrage: was passiert, wenn ich an einem Abhang mit Schotter als Untergrund ein wenig zu weit zurückfahre und die Vorder-Räder kaum noch Gripp haben? Jawohl, es qualmt… Nachdem wir auch dies bewältigt haben, ist nur noch eins zu klären: wie kann der Spritverbrauch bei einem Ford Fiesta auf 21l steigen?!? Eine mögliche Antwort: siehe Foto…

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Genau: Bleifuß. Das Foto ist eher unglücklich entstanden (blind die falsche Einstellung erwischt). Aber irgendwie ist es auch so cool geworden, dass ich es sogar mit poste. Sieht aus, als hätte man etwas zu viel vom Rioja gehabt…

Mittlerweile sind wir auch wieder heile im Hotel angekommen und freuen uns schon auf das Abendessen am Pool!

Dienstag, 19. April 2011

Arcos de la Frontera

“Senorita, fass mir mal den Tag zusammen.” – “Hmmm, wir sind da in dieses Dorf gefahren, haben sofort ein Parkplatz gefunden, dann hab ich in der Apotheke meine Sonnencreme gefunden und zum Schluss gab’s ne riiiiesige Pizza, von der mit jetzt noch schlecht ist…” Meine Version klingt ein wenig anders, und hat auch mehr mit Steinen zu tun…

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Es regnet. Beach Club im Hotel Playa de la Luz fällt somit aus und ein Alternativ-Programm muss her. Im Lonely Planet finden ist das Dort Arcos de la Frontera – und fahren los. Arcos liegt direkt hinter Jerez de la Frontera, ca. 40 km von Rota, unserem Hotel entfernt. Es ist ein schönes, kleines, weißes Dorf, dass auf einen Felskante gebaut wurde und schon von weitem zu erkennen ist. Damals war dies durchaus von strategischer Bedeutung, als eine der zentral umkämpften Gebiete während der zahlreichen Eroberungen und Feldzüge.

Heute lädt die Stadt eher zum Mini-Shoppen ein – zig kleine Geschäfte, zahlreiche Bars und Restaurants zum erholen, und enge, weiße Gassen zum Abkühlen. Gut, der letzte Punkt kann mir heute mal gestohlen bleiben, alles andere ist sehr sympathisch.

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Oben auf dem Berg werden wir mit einem traumhaften Ausblick auf das gesamte Tal belohnt. Da der Aufstieg ein wenig hungrig gemacht hat, beschließen wir, eine Kleinigkeit zu essen. Schon auf dem Hinweg hat Frau einen Italiener entdeckt, den wir auch prompt ansteuern, Ich werde subversiv damit gelockt, dass es dort auch Spaghetti del Mare gibt, also stimme ich zu und freue mich auf den kleinen Snack. Was wir allerdings nicht berechnet haben: die 7€ Pizza für Madame passte kaum auf den Tisch…

Und während ich schon fertig bin und ein wenig im Lonely Planet stöbere, finde ich eine tolle Autotour, die wir jetzt noch starten können. Prima – der Tag ist gerettet…

Hotel Playa de la Luz

Unser nächstes Ziel nach Sevilla: Entspannung in Rota. Wir haben uns ein Hotel vorgebucht, 4 Nächte zur Entspannung nach dem Stadt-Rummel. Die ganze Zeit sind wir davon ausgegangen, dass dies ebenfalls eine dieser Hotel-Burgen ist, welches zwischen den anderen 100 Hotels einfach untergeht. Diese Annahme wurde allerdings brutal zerstört, als wir von Jerez aus an einem Militär-Sperrgelände entlang in die Stadt Rota einfahren uns den Schildern zum Hotel folgen.
Wir fahren durch ein komplettes Neubau-Gebiet. Alle Anlegen niegel-nagel-neu gebaut. Die meisten Wohnungen stehen noch leer und sind zum Verkauf ausgeschrieben. Der 1a-Supermarkt ist noch Fantasie. D.h. der Bauplatz ist schon frei gemacht – das war es dann aber auch schon. Als Sabrina mich anschaut und mich fragt, ob ich mich hier wohl fühle, kommt ein spontanes und heftiges “Nein”. Verdammt – wir haben doch Urlaub. Es hilft ja nix – wir fahren weiter und weiter und hoffen insgeheim, dass die Schilder uns aus diesem Neubau-Dschungel irgendwie raus führen.
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Leider nein – unser Hotel liegt “mitten drin”. So fühlt es sich zumindest an. Kein anderes Hotel in der Nähe, keine Bar, kein Restaurant. Wir checken ein und machen uns auf dem Weg zum Zimmer. Entlang am Pool im Innenhof, der uns total abschreckt. Alle Leute gaffen uns an. Wir flüchten aufs Zimmer und beziehen jenes. Was heißt “beziehen” – wir stellen unsere Koffer ab. Die Enttäuschung steht uns in den Gesichtern geschrieben. Sauber, aber komplett ohne Flair. Sowie alles, was wir gesehen haben. Die ersten Gedanken allá “Wir reisen wieder ab” kommen uns in den Sinn. Aber wir geben dem Ganzen noch eine Chance und erkunden das Hotel.
Sehr positiv überrascht sind wir vom Beach-Club. Wir müssen einige Stufen hinauf und landen auf einer riesigen Terrasse mit weißen Chill-out Möbeln und liegen sowie einem Pool. Im Hintergrund läuft beruhigende Musik. Traumhaft. Der Strand ist vom Hotel auch nur einige wenige Meter entfernt. D.h. das Hotel ist ganz Nahe ans Meer gebaut. Sehr schön! Die Kite-Surfer haben ihr Revier direkt vor dem Hotel – und das lohnt sich wirklich, denen zuzuschauen. Die scheinen das täglich zu üben.
Unsere Entscheidung ist gefallen – wir probieren es. Gegen einen kleinen Obolus tauschen wir unser Zimmer gegen eins mit Meerblick ein. Das hat sich wirklich gelohnt. Ich hab das Gefühl, vom Balkon direkt ins Meer springen zu können.
Alles in allem kann man sich nun wohlfühlen. Für alle, die überlegen, sich hier einzumieten, hier einige Hinweise:
  • Das Hotel liegt in einem Neubau-Gebiet
  • Die Stadt Rota liegt ca. 2,0-2,5 km entfernt
  • Restaurants in der Nähe: Fehlanzeige (Halbpension buchen oder Auto mieten!)
  • Wir sind uns nicht sicher, was bei einem Ansturm von 200 Personen auf das Buffet passiert – bei 50 Personen in der Nebensaison war das schon nicht immer ganz einfach
  • Der Meerblick lohnt sich wirklich
  • Internet ist im Hotel frei verfügbar
  • Der Beach-Club hat unsere Urlaubstage hier im Hotel gerettet
Wenn man mich fragt, ob ich das Hotel weiter empfehlen würde, käme ein vorsichtiges “JA” von mir – unter der Voraussetzung, dass man weiß, worauf man sich bzgl. der Lage einlässt.

Jerez de la Frontera

Es ist noch keine 10h. Wir haben fertig gepackt und checken aus unserem Hotel in Sevilla aus. Ziel für heute: Rota. Unser Navi lenkt uns quer durch die Stadt – der Weg am Fluss wäre wohl schneller gewesen. Egal – so sehen wir noch einmal alle Sehenswürdigkeiten. Auf dem Weg gen Süden entscheiden wir uns spontan dafür, die Autopista zu verlassen und Landstraße zu fahren. Als ich den Lonely Planet lese fällt mir auf, dass wir genau durch Jerez de la Frontera kommen. Die Stadt wollten wir uns ohnehin einmal ansehen.

Gesagt, getan. Wir geben im Navi das Stadtzentrum ein – und finden 30 Minuten später direkt einen Parkplatz, mitten am Alcazár von Jerez. Die Altstadt ist wieder einmal komplett im Semana Santa Fieber. Alle größeren Straßen sind präpariert mit Bühnen und Bestuhlung. Wieder einmal sind wir froh, diese jetzt nun noch engeren Straßen nicht mit 100.000en anderen Menschen erleben zu dürfen. Denn selbst die paar hundert hier reichen schon aus für eine Geräuschkulisse sonder gleichen…

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Die Innenstadt gefällt uns sehr gut. Viele kleine Lädchen und Boutiquen, Cafes und Bars. Alles sehr einladend und wieder einmal ein Mischmasch aus den Generationen und Jahrhunderten andalusischer Geschichte. Gegen Mittag machen wir uns auf die Suche nach einer kleinen Tapas-Bar. Das dauert nicht lange und wir bekommen ausgezeichnete Tapas serviert (Patas Agiolo, Pulpo und Patas Bravas).

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Sehr lecker. Und für das alles inkl. Getränke zahlen wir wieder einmal sehr wenig (keine 10 Euro). Traumhaft! Zum Schluss noch einige Eindrücke aus der Stadt.

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Sevilla am Nachmittag

Es ist Nachmittag. Wir laufen in Richtung Süden zum Plaza Espana am Fluss Guadalquivir entlang. Dies ist der gleiche Fluss, wie in Córdoba. Unter einen schönen, schatten spendenden Baum machen wir Rast und genießen den kühlen Wind. Drei Minuten lang (die haben genau zum Schuhe ausziehen gereicht). Danach ging ein Pressluft-Hammer an, direkt hinter uns am Fluss, und ging auch nicht mehr aus. Kurz darauf wird schweres Geschütz aufgefahren. Dies ruft unseren Flucht-Instinkt auf und wir machen uns weiter auf den Weg zum Plaza Espana.

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Im Park ‘Maria Luisa’ haben wir mehr Glück. Dies ist einer der wenigen Plätze, die wir in den letzten Tagen besucht haben, die wirklich ruhig sind. Nur die Hufen von Pferden im Hintergrund dringen in unsere Ohren. Wir setzen unsere Entspannungsphase fort und genießen die Ruhe. Wir diskutieren über die Pferde und stellen fest, dass man hier, am Plaza Espana mit einer Kutsche losfahren kann. Die Entscheidung fällt nach den bislang zurückgelegten Kilometern nicht schwer – und wir sitzen in der Kutsche.

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Der Weg ist ganz interessant. Er führt uns quer durch den Park ‘Maria Luisa’ und dann durch den spanischen Berufsverkehr. Wir passieren Kreisverkehre, hupende Autos, laute Moffas und ich muss sagen, ich habe schon ein wenig Respekt davor, dass der Gaul vorne vorm Gespann nicht gleich durchgeht. Der Kutscher ist allerdings recht gelassen, und das beruhigt mich. Ein wenige später passieren wir die engen Gassen der Innenstadt. Ich erkenne die Mauer des Alcazár und kurz darauf auch die Kathedrale. Hier endet unsere Fahrt dann auch schon. Die versprochenen 45 Minuten kommen mir dann doch etwas kurz vor…

Als nächstes steht die Stierkampf-Arena auf dem Programm. Diese möchten wir uns aber auch nur von außen ansehen, um die Tierquälerei nicht noch weiter zu fördern.

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Direkt Gegenüber der Arena startet nämlich unsere Schiffsreise (also besser Bootstour) über den Guadalquivir. Erst geht es kurz in Richtung Süden, entlang dem Park ‘Maria Luisa’, und dann komplett an Sevilla vorbei in Richtung Norden. Sehr interessant zu sehen sind die unterschiedlichsten Brücken. Teilweise sehr alt und von einem Schüler von dem berühmten Hr. Eifel erbaut, teilweise erst zur Expo im Jahre 1992.

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Die Schifffahrt lohnt sich. Sie ist jetzt nicht soooo aufregend und spannend wie manch andere, dafür aber entspannend. Die Abendsonne scheint deutlich abgeschwächt auf unsere Gesichter, kühler Wind bläst über das Deck, das Licht ist wunderbar zum Fotografieren. Was will man mehr.

Wir beenden diesen schönen Tag mit einem Absacker in einer der Bars in der Innenstadt – und einer darauf folgenden, durchaus spannenden Busfahrt nach Hause (Quizfrage: Was passiert, wenn man sich nicht den Namen der Busstation merkt, an der man einsteigt?).

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Alcazár de Sevilla

Ohrenstöpsel sei Dank! Ich konnte ein wenig schlafen. Der ohrenbetäubende Lärm der Großkreuzung direkt neben unserem Hotel hat mich immer wieder aufwachen lassen. Jetzt ist es 8h, ich kann nicht mehr einschlafen und fühle mich irgendwie platt. Kurz nach dem Frühstück sitzen wir auch schon wieder im Bus und fahren ins Zentrum. Diesmal achten wir penibel darauf, ja keine Station zu verpassen. Zum Glück stellen wir rechtzeitig fest, dass die Endstation heute eine früher ist – die nächste wird auf Grund der Semana Santa nicht mehr angefahren…

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Auf dem Weg zum Alcazár entdecken wir einen Corte Inglés (eine Art Kaufhof) – und ich lass mich davon überzeugen, dass auch dies zu einer Stadtbesichtigung gehört. Keine 95 Minuten, 2 Hosen und 2 Tops später sind wir auch ‘schon’ wieder draußen. Juchuu! Und nun? Nun stellen wir fest, dass so eine Tüte bei einer weiteren Stadtbesichtigung doch ganz schön nerven kann… Irgendwie passt dann doch noch alles in meinen Rucksack, die Kamera kommt ja jetzt in meine Hand.

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Unser erstes Ziel für heute ist der Alcazár von Sevilla. Eine Festung in der Stadt. Eine Palast, welchen die Herrscher bzw. auch die Besetzer der Stadt als ihren Wohnsitz erkoren haben. In den verschiedenen Epochen wurde der Palast dann stetig erweitert. Somit finden wir hier auch hier die typischen Hufeisen-Böge, spanischen Barock, maurische Einflüsse mit vielen Halbmonden, Wandteppichen etc.

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Hinter dem Palast, ebenfalls noch in den Mauern eingeschlossen, befindet sich ein riesiger Garten. Die reinste Idylle, und das mitten in der Stadt – im Zentrum von Sevilla. Purer Wahnsinn.

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Wir laufen ein wenig durch den Garten und machen uns dann auf zum Ausgang. Ihr dürft mir glauben, so eine Palast-Besichtigung macht mal richtig hungrig. Wir laufen ein wenig süd-östlich in Richtung Porto Jerez und stärken uns für den restlichen Tag…