Donnerstag, 18. Juli 2002

Auf nach „Good old Germany“

Um 6am sind wir aufgebrochen, um an den Pazifik zu fahren. Gut, der war nicht wirklich weit entfernt, schließlich waren wir ja in Santa Monica. Die Sonne ist gerade aufgegangen, es war aber noch verdammt nebelig und auch noch sau kalt.

Ingo hatte die wahnsinnige Idee, noch einmal im Pazifik schwimmen zu gehen – und das bei dem Wetter – man man man! Ich muss sagen, lange gezögert hat er nicht! T-Shirt aus und ab in den Pazifik... Gut, lange drin war er nicht, aber immerhin – er kann von sich behaupten, im Pazifik geschwommen zu sein! [Davon haben wir leider kein Beweis-Foto – dafür einen Beweis-Film…]

Anschließend sind wir kurz ins Hotel, haben das Auto vollgepackt und dann ab zum Flughafen. Alamo hat das Auto auch nicht beanstandet – alles ist super verlaufen.

Irgendwann haben wir dann auch im Flieger gesessen und auf den Abflug gewartet. Bis dann eine Durchsage des Piloten kam. Natürlich hat uns die Ansage nicht interessiert und wir haben lieber geschlafen. Das letzte, was wir von der Ansage mitgenommen haben war die Aussage „I tell you the truth!“ Und das wiederum hat uns ein wenig beunruhigt… Gut, es hat sich heraus gestellt, dass irgendein Ersatzteil noch geliefert werden musste – also nix dramatisches…

Als es dann endlich losging sind wir beide eingeschlafen und (gefühlt) erst wieder in „Good old Germany“ aufgewacht…

Mittwoch, 17. Juli 2002

Death Valley – es regnet in der Wüste

Nein, wir müssen doch nicht um 11 auschecken, sondern können uns noch bis 1pm Zeit lassen, was uns nach den beiden vorherigen Nächten mit etwas wenig Schlaf doch ganz recht ist und entgegenkommt.

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Sachen packen, alles wieder mal im Wagen verstauen und dann ab auf die Bahn. Heutiges Ziel: Death Valley, die Wüste mit dem tiefsten Punkt der Westlichen Hemisphäre, 86 m unter dem Meer sind es in Badwater!! Aus irgendwelchen Gründen waren die Kassen an den Eingängen heute nicht besetzt, dafür hingen fette Wolken über dem Valley und in der Ferne waren Blitze (Ingo: „I saw flashing over there“, hahahaha) zu sehen.

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An Scotty’s Castle („Scotti, beam me up“) vorbei durch Berge, Wüsten uns Steppe und auf lustigen dippigen Straßen (Achterbahn ist nichts dagegen) zum Visitor Center. Da fing es dann auch an zu regnen an, ist schon klar, oder? Das letzte mal hat es hier vor 1 ½ Jahren geregnet, so viel zu unserem Glück mit dem Wetter. War aber auch ganz gut so, bei 45°C (im Schatten) kann man so eine Abkühlung schon mal vertragen. Besonders der Wind ist im Death Valley zu meiden, so heißen Wind spuckt nicht einmal mein Fön aus!

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Der Regen hatte bald schon wieder aufgehört und wir sind weiter nach Badwater, zum Devils Golf Course, über den Artist Drive und den Zabriskie Point nach Dante’s View. Von hier hatte man eine super Aussicht auf die Berge drum herum, das ganze bei Gewitter ist wirklich sehenswert! Nur Aussteigen aus unserem Faradayschen Käfig (von Mitsubishi) war nicht angesagt, ansonsten hatte sich um diese Zeit bei dem Wetter wohl auch keiner mehr an diesen Punkt getraut.

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Seit einiger Zeit suchen Ingo und ich bereits die Area 51. Die sollte man doch hier in dieser Gegend irgendwo finden, oder? Wenn es einen besseren Ort als den Grand Canyon gibt, dann ist es wohl das Death Valley, wer würde hier so einen Stützpunkt erwarten? Folgende Argumente sprechen außerdem dafür:

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der dunkle Wagen mit den getönten Scheiben, der uns entgegenkommt, die angeblichen Minen, die Eingänge zur Area sind, weil dort nie einer beim Arbeiten zu sehen ist, das unwegsame Gelände, dass ja keiner ins Hinterland geht, die Blitze, mit denen aufdringliche Touristen abgeschreckt – und die, die zuviel wissen, entledigt – werden (deshalb steigen die Blitze auch oft vom Boden erst auf!!), …… jetzt wissen wir die ganze Wahrheit!!

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So, jetzt war es auch schon ein wenig später, aber wir mussten ja jetzt noch zurück nach L.A., weil am nächsten Tag ja unser Flieger geht. Also haben wir uns auf den Weg gemacht und in Santa Monica, in der Nähe vom Flughafen noch ein Motel gefunden! Es war zwar nicht günstig, aber was soll’s. Hätte der Mann an der Rezeption gewusst, das wir das Zimmer für eine Riesen Umpack-Aktion nutzen werden, hätte er es uns wahrscheinlich nicht gegeben!

Als erstes, nachdem wir das Auto dann komplett leer gemacht haben und den Inhalt ins Zimmer geräumt haben, musst Ingo dann feststellen, dass man das Klo sehr gut verstopfen kann. Er hat dabei eine kleine Überflutung im Badezimmer angerichtet. Also, Badezimmertür zu, Handtücher und Klopapier davor und Badezimmer meiden.

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Leider mussten wir feststellen, dass die Nacht wieder viel zu kurz war. Jetzt nicht, weil wir nicht genug Zeit zum Schlafen hatten, sondern eher, weil wir noch packen mussten. Meine Güte sah das Zimmer aus. Wir hatten quasi den gesamten Inhalt unseres Autos in diesem Zimmer verteilt. Ca. 7 Taschen, 3 Rucksäcke, eine endlose Anzahl von Tüten (von etwaigen Einkäufen). Und das alles musste innerhalb der nächsten Stunden in 2 x 2 Koffer á 32kg max. Und zwar so, dass im Handgepäck keine potentiellen Waffen (sprich Nagelpfeile, Messer, ...) mehr enthalten waren... Das Projekt endete gegen 4.30am – erfolgreich. Leider mussten wir zu diesem Zeitpunkt erfahren, dass das Badezimmer immer noch ein wenig überflutet war...

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Als nächstes haben wir dann festgestellt, dass wir beide noch Postkarten ohne Ende hatten und diese auch geschrieben werden wollten! Also haben wir kollektiv entschieden, heute nicht schlafen zu gehen, sondern Karten zu schreiben und morgens dann im Pazifik schwimmen zu gehen...

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Dienstag, 16. Juli 2002

Hiking up the Grand Canyon – Nightlife in Las Vegas

Das ist so unfair, warum ist die Nacht denn auch immer so kurz? Um 4.30 war aufstehen angesagt, keine lange Prozedur mit Duschen und Frühstücken, sondern direkt Sachen packen, noch mal ausreichend Wasser trinken, Flaschen auffüllen und dann los zum Aufstieg um 5.15 Uhr. In der Nacht hatte es auch im Canyon etwas geregnet, weshalb die Luft quasi zum Eierlegen war.

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Eine etwas höhere Luftfeuchtigkeit hätte Regen bedeutet, war da unten jedoch wie im Regenwald (so stell ich es mir zumindest vor, da läuft einem das Wasser schon von der kleinsten Bewegung am A….. Arm herunter), dabei angenehm warm und natürlich windstill. Schnell noch den Sack Lunch eingesackt (haha) und dann aufi, der Berg ruft. Motivierend dabei war ja schon die Tatsache, dass es wohl der einzige Berg ist, auf den man einmal heraufklettert und dann sein ganzes Leben oben bleibt :-)

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Mit großen Schritten hatten wir bereits nach kurzer Zeit die ersten Leidensgenossen überholt und trotz der Tatsache dass wir nicht gefrühstückt hatten, hatten wir bereits nach 2 Stunden Wanderung Indian Gardens erreicht, was zumindest entfernungstechnisch schon über der Hälfte war (insgesamt 9,5 Meilen Weg, Indian Gardens: 5 Milen zur Phantom Ranch). Schnell ein paar Fotos, Small Talk mit den beiden anderen schneller hiker-Gruppen aus Dänemark und Schweden und dann weiter, ehe die Sonne hoch am Himmel steht. Wetter Info Indian Gardens um 7.15 Uhr: 72°F (ca. 17°C), dafür aber alles grün und Wasser in den kleinen Bächen, sehr nett.

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Nach weiteren 1,5 Meilen war dann Frühstück angesagt. Die hochgerechnete Wanderzeit von insgesamt 4 h schien sich nicht zu halten, da auf den vor uns liegenden 3 Meilen Wanderweg über die Hälfte des Höhenunterschiedes zu überwinden war (noch gute 800 m von hier). Also: fette 30 Minuten Pause und Frühstücken. Wasser statt Kaffee, aber egal, hier konnte man gar nicht genug trinken und das Wasser aus den Quellen entlang des Weges war teilweise auch ganz lecker. Noch ein kurzer Small Talk mit den Rangern, die wir am Abend zu vor schon im Canyon getroffen hatten (der Asiat, den wir am Vorabend im Canyon getroffen hatten und der vollkommen neben sich Stand vor Anstrengung, wurde heute morgen ausgeflogen, teures Unterfangen, mindestens 1.500 US$). Und dann Attacke! Nach zahlreichen Flüchen und Verwünschungen, diversen malen Ausweichen für die Mulis (nein, die stolpern nie, nur dass fast eins auf Ingo drauf gefallen ist) und dem Beantworten der Touristenfragen, ob man denn wirklich von der Phantom Ranch rauf käme, war es um 10.30 Uhr dann 5 ¼ Stunden endlich geschafft, der Canyon war bezwungen!!!

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Zunächst musste man sich nach dem Ablegen des Gepäcks an das „Gerade-Laufen“ wieder gewöhnen. Irgendwie hatte man immer das Gefühl, man falle gleich nach hinten über sobald man sich gerade hinstellt, weil einfach das Gegengewicht fehlt. Dieses Gefühl wurde allerdings sehr schnell durch ein anderes, mindestens genauso unangenehmes und vor allem viel länger andauerndes Gefühl ersetzt: Muskelkater in den Waden!!

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Na, dann laufen wir halt etwas unrund, so what! Trotzdem wollen wir noch die Aussichtspunkte in den Canyon rein besuchen und so ganz ohne laufen geht’s auch nicht. Die Sicht auf den Canyon konnte man aber leider aufgrund der Wolken, die uns bei dem Aufstieg glücklicherweise etwas die Sonne vom Leib gehalten hatten, vollkommen knicken. Auch die anderen Aussichtspunkte im Park, zu denen wir noch mit dem Auto hingefahren waren gaben kein besseres Bild ab. Immerhin haben wir dafür einen Condor gesehen, ist ja doch schon beeindruckend groß…

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Etwas mitgenommen von der Wanderung sind wir dann so gegen 3pm vom Grand Canyon losgekommen, schließlich wollten und mussten (die Verabredung!) wir heute Abend um 9 doch am Monte Carlo in Las Vegas sein. Unterwegs noch mal schnell ein paar Einkäufe und ansonsten straight durch. Nur noch ein kurzer Stopp am Hoover Dam, der wirklich beeindruckend ist. Ehe man aber zu dem Damm kommen konnte, musste man durch Polizeikontrollen, wahrscheinlich eine Vorsichtsmaßnahme nach 9/11.

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Las Vegas, wir kommen, nein, wir sind da. Aber wo hin jetzt? Haben es als erstes auch im Monte Carlo probiert uns sind da auch direkt untergekommen. Zimmer gebucht, einquartiert, schnell die Katzenwäsche vom morgen Wettgemacht und dann zum Treffpunkt.

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Nach kurzem Hin-und-Her haben wird Lisa und Sebi dann getroffen. Haben auch schnell festgestellt, dass wir für unser Vorhaben heute Abend overdressed und vor allem zu warm angezogen waren, also nach dem „eat as much as you can“ Buffet schnell noch mal Klamotten wechseln und dann los, Casinos unsicher machen.

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Ist echt beeindruckend, wie groß da einige Paläste sind und was für ein Aufwand betrieben wird, um die Leute heranzulocken. In wenigen Stunden sind wir so durch viele Länder und Städte marschiert, von Monte Carlo über Aladin, Paris, New York, Rom usw. Durstig von unseren Ausflügen haben wir dann versucht (die Betonung liegt auf versucht!), an einer Bar was zu bekommen.

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Und was passiert? Ich fliege raus weil ich meine ID nicht mitgenommen habe, hallo? Wie lange muss ich denn hier meine ID vorzeigen?? Halllooooho?? (Witzig war auch, dass Lisa, die noch nicht einmal ansatzweise 21 Jahre war, nicht rausgeschmissen wurde :-))

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Na gut, dann trinken wir halt bei uns zu hause. Schnell noch das Glück versucht, an einer der Slot Machines, aber was sich bestätigt hat, war nur der Name der Stadt „Lost Wages“, hihi. Egal, aufs Zimmer und dann zu viert Bier schlürfen und erzählen. War wirklich gemütlich, aber so gegen halb 6 war es dann doch mal Zeit zu schlafen, schließlich müssen wir doch um 11 auschecken….

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Montag, 15. Juli 2002

Grand Canyon – The Hike-Down

Nach gut 3 ½ Stunden Schlaf reißt uns der Wecker erbarmungslos aus dem Schlaf, aufstehen um 4.30, jammer. Schnell sie Sachen wieder ins Auto, Rucksack gepackt uns auf geht es zum Bright Angels Transportation Desk im GC National Park. Da der letzte Shuttlebus zu dem South Kaibab Trail um 6 am fährt, mussten wir unsere Tickets also noch vor der Abfahrt bekommen. Bürokratisch wie in Deutschland wurden wir dann aber zunächst einmal höfflich darauf hingewiesen, dass die erst um 6 aufmachen würden.

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Tickets können sie uns nicht drucken, weil der Computer noch nicht an ist und überhaupt, wir hätten ja auch gestern Abend einchecken können (was ne Abzocke, dann muss man da quasi schlafen oder was?). Na ja, nach einiger Überredungszeit und schlagkräftigen Argumenten hat sie uns dann doch noch die Tickets für Essen uns Unterkunft ausgedruckt, so dass wir auch noch so eben unseren Bus bekommen haben.

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Eigentlich hatten wir ja vorgehabt, so gegen Mittag den Pfad runterzuwandern, was die Ranger aber eindeutig abgelehnt hatten. Und auch auf den Schildern zu Beginn des Trails wurde immer wieder darauf hingewiesen, den Weg vor 7am oder erst nach 4pm zu gehen, hatte schon seine Gründe, genauso wie die Tatsache, dass man genug Wasser mitschleppen soll.

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Den Abstieg bis zur Phantom Ranch haben wir in 3 ½ Stunden geschafft, laut Reiseführer muss man dafür 4-6 Stunden einplanen, also lagen wir ganz gut in der Zeit. Und mit dem Wasser sind wir auch ausgekommen, obwohl man da doch schon eine ganze Menge säuft und fast zeitgleich auch wieder ausschwitzt. Eigentlich kann man es sich auch direkt über den Balch schütten….. Dazu nen leckeres Käsebrötchen (so was stand zumindest auf der Packung), das man zunächst gegen das Squirrel verteidigen musste (Fressneid) – einfach köstlich, jam jam (oder war es doch einfach nur der Hunger??). Die Squirrels jedenfalls sind schon dreist, nachdem es sich von mir hat kraulen lassen, hat es dann versucht, mit Gewalt bei Ingo in den Rucksack zu kommen, echt putzig, hihi.

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6.45 am waren wir losgegangen, um 10.15 waren wir unten und haben nach dem einchecken in der Phantom Ranch erst mal Rast gemacht. Haben dabei noch ein paar White Water Rafter aus NY getroffen, die insgesamt 9 Tage auf dem Colorado unterwegs sind, und das mit der Familie, okay, bitte…

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Wir haben dann als nächstes unseren Dorm bezogen und uns direkt danach ins kalte Nass gestürzt. In den Colorado selbst darf man nicht rein, weil er erstens schweinekalt ist (so um 10°C), sehr tief (bis 30 m) und super schnell. Also besser nicht schwimmen. Aber im Birght Angels Creek, der direkt an der Phantom Ranch vorbeiführt, kann man sich gut ins Wasser legen. Bei 115°F und so gut wie keinem Schatten (die Kakteen spenden nicht wirklich viel), hat man auch kaum andere Alternativen. Na, vielleicht doch eine: In der Kantine zu sitzen, in der man es noch aushalten kann. Postkarten schreiben, die dann mit dem Muli nach oben transportiert werden („Mailed by Mule from the Bottom of the Grad Canyon“), Limo trinken, sich mit anderen unterhalten, ganz okay.

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Sind dann nach dem fetten Essen (12 oz Steak, Mais, Salat, Folienkartoffel, Chocolate Cake, ….) noch mal etwas rausgegangen zum Colorado, um Fotos zu machen (und Ranger zu treffen, hihi).

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Abends hat es sich dann stark bewölkt und etwas gewittert, so dass man die Idee von Fotos bei Sonnenuntergang direkt vergessen konnte. Stattdessen noch etwas Karten spielen und dann früh in die Koje, damit wir morgen wieder fit sind.

Sonntag, 14. Juli 2002

Canyonland, Needles Point und Monument Valley

Man, ist das eine Hitze, kaum auszuhalten. Schnell raus aus dem Motel und direkt rein ins klimatisierte Denny’s zum Frühstücken, oder wie man die Mahlzeit um 11.30 sonst so nennt. Dann auf in Richtung Monument Valley, vorher am Needles Point vorbei, von wo man eine gute Aussicht auf das Canyonland hat.

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Die Straße dahin ist aber nicht gerade ohne, zumal an den wirklich scharfen Kurven kein Hinweisschild steht. Wenn man also mit etwas höherer Geschwindigkeit auf diese zurollt und vor einem noch ein Jeep fährt, die Sicht also etwas eingeschränkt ist, dann kann man sich, wie in unserem Falle schon mal etwas vertun. Der Jeep ist in der Kurve nämlich geradeaus gefahren, kein Problem für einen Geländewagen mit Allrad. Wir sind quasi direkt hinterhergesprungen, haben uns dann aber über die Schilder „Pavement ends“ und das Ruckeln unter den Reifen doch gewundert *ups* Also zurück auf die andere Straße, das wollten wir dem Alamo Auto dann doch nicht antun. Weiter zum Needles Point, zu dem wir so ca. 35 Miles unterwegs waren, um uns das Canyonland anzuschauen. Leider war hier Ende und wir mussten die 35 Miles wieder zurück fahren (aber das wussten wir zum Glück vorher schon!)

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Obwohl, was nicht hier, das kam dann im Monument Valley doppelt dicke. Wir hatten keine Lust, gute 30 $ each für eine Jeepfahrt zu bezahlen und außerdem konnte man die gleiche Tour auch mit dem eigenen (Leih-) Wagen machen. Also sind wir mit unserem Mitsubishi über die Fels und Sandpisten gebretzelt, bis wir echte Sorgen um die Stoßdämpfer, Achsen, Lenkung, Ölwanne, ... hatten. Witzig war auch der Tour-Guide, den wir als kleines Begleitheft für die Fahrt durch das Valley bekommen hatten. Irgendwie passten die Namen nie wirklich zu dem was man sah. Ich habe weder einen Elefantenfelsen, noch ein Kamel in Stein gesehen. Und das Wagenrad schon mal gar nicht. Ich sag nur eins: gluck gluck gluck!!! Müssen die gesoffen haben, bis die was in den Felsen gesehen haben, tststs. Aber falls man mal vergessen hat, wie ein so nen Fels heißt, der da einsam und alleine in der Wüste rumsteht, im Zweifel kommt immer ein „Butte“ drin vor, mit dem Anhängsel klingt dann wohl so gut wie alles glaubwürdig.

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Wir haben dann versucht in der Nähe des Parks (Navajo Indianer) noch nen Burger zu bekommen. Ich mit mehr, Ingo mit eher weniger Erfolg. Erst zu wenig Wechselgeld, dann zu wenig Burger auf dem Tablett, dann nur 4 Chicken Tenders in der Box statt 5 …. Ja ja :-)

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Sind dann Abends noch bei recht starkem Regen und Sturm zum Grad Canyon weitergefahren. Eigentlich sollten wir hier bis um Mitternacht für die Phantom Ranch am nächsten Tag einchecken, also Tickets ausdrucken lassen und so. War natürlich keiner mehr da und trotz Zeitverschiebung (weil Indianergebiet / Sommerzeit oder so) waren wir eine gute Stunde zu spät. Um 8pm wird da geschlossen, am nächsten morgen erst um 6 geöffnet. Hilft alles nichts, also raus aus dem Park und ne Unterkunft suchen. Hauptsache es regnet morgen nicht, im Süden scheint es ganz schön heftige Schauer gegeben zu haben und die Vorhersage sind Regenschauer und Thunderstorms. Also, mal schaun….

Samstag, 13. Juli 2002

Arches National Park

Sind dann mal wieder etwas später aus den Federn gekommen, gut warm heute! So what, auf durch die Rocky Mountains zum Arches National Park. In Moab haben wir direkt im Motel 6 eingecheckt. War auch noch genug available und diesmal sogar mit funktionierender Klimaanlage (in Salt Lake City haben wir bei offenem Fenster geschlafen, weil AC defekt).

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Dann aber gleich durchgestartet, bei brütender Hitze in den Arches Nationalpark. Etwas Wasser hatten wir noch dabei, was für diesen Park auch wirklich notwendig war. Unglaublich, wie warm es hier ist. Kein Schatten, kaum Bäume, nur Wüste, Berge und Arches! Nach Fahrt durch den Park haben wir uns zunächst das North und South Window angesehen, dann sind wir weiter rauf gefahren zur sog. Delicate Arch, dem Wahrzeichen des Parks, das auch auf den Utah Plates abgedruckt ist.

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Wir haben uns dazu entschieden nicht, bis zur Arch raufzuwandern, sondern den Upper View Point anzustreben. Im Prospekt war angegeben, dass es bis dorthin nur 91 Meter seien. So so, fragt sich nur in welchem Maßstab! Haben dementsprechend natürlich kein Wasser mitgenommen für die paar Meter und waren dann schon verdutzt, als es über Felsen und schmale Pfade immer weiter hinauf ging. Na ja, die Aussicht hatte sich dann aber schon gelohnt, mit Wasser dabei hätte man sie sogar noch genießen können.

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Als letztes stand für heute die Double O Arch auf dem Programm. Hier war ein Wanderweg von gut 6 Meilen angegeben, wobei „Weg“ nicht so ganz mit den vorgefundenen Pfaden und Felspartien übereinstimmte. Aber egal, war sogar gut so, mal durch Sand, dann über Felsen, nur kleine Steinhaufen markierten den Weg.

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Und weil man als Deutscher ja nie alleine ist, wenn man in Urlaub fährt, egal wie weit weg und egal wo hin, haben wir natürlich auch hier zwei weitere Deutsche getroffen: Lisa und Sebi (Sebastian). Sind dann zusammen zur Arch raufgeklettert und haben uns von da oben den Sonnenuntergang angesehen. Ziemlich in der Nähe konnte man die Waldbrände sehen, die mit ihren Rauchwolken die Sonne verdeckten. Fire Danger im Arches National Park ist high, alles was auch nur irgendwie mir Feuer zu tun hat, ist strengstens verboten .

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Haben uns nach der Wanderung noch bei Lisa und Sebi ins Camp gesetzt, die im Arches gecampt haben, und das bei den Temperaturen (Ingo: „Habt ihr ne Klimaanlage im Zelt?“) Nein, hatten sie nicht, dafür aber Mückenspray, das die Moskitos auf Ingos Haut scheinbar vollkommen ignorierten. Alle anderen am Tisch hatten aber keine Probleme mehr mit irgendwelchen Insekten :-) Danke, Ingo! Wir haben dann noch herausgefunden, dass wir am gleichen Tag in Las Vegas sein werden und uns direkt für Dienstag Abend 9 Uhr am Eingang des Monte Carlo verabredet; ob das klappt, mal schaun.

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Mit dem letzten Tropfen Benzin sind wir dann heute Nacht zurück zum Motel gerollt. Immerhin, es hat gereicht, keiner brauchte schieben :-)

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Freitag, 12. Juli 2002

Heiße Quellen und Geysire

Das mit dem Wildlife Watching in der Morgendämmerung hat nicht so ganz hingehauen, wie wir es uns vorgestellt hatten. Jedenfalls sind wir um 5 bei besten Willen nicht aus der Koje gekommen. Dann kam es auch nicht mehr drauf an und so haben wirklich in allerletzter Minute ausgecheckt, nachdem der Zimmer-Service schon angeklopft hatte :-).

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Nach den Hot Springs in Mammoth, die aufgrund der warmen Temperaturen aber fast ausgetrocknet waren, haben wir uns auf den Weg zu den Tower Falls gemacht. Kurzer hike down, Aussicht genießen und restliche Pizza fassen, Fälle bestaunen, Eis mampfen und dann wieder in das „kühle“ Auto (haha) am Yellowstone Lake (ist der riesig), diversen Büffelherden und Mooses vorbei zum Old Faithful.

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Sehr gut abgestimmt war die Lage der Tankstelle, da unser Tank wirklich erschöpft war. Jedenfalls war das eine gute Gelegenheit herauszufinden wie groß unser Tank denn nun wirklich ist und ich schätze bei 40 Litern Tankvolumen hatten wir sogar noch nen guten halben Liter drin :-). Ebenfalls gut abgestimmt war unsere Ankunft am Geysir selbst, schnell Auto parken, zum Old Faithful hin, Kamera bereit machen und los geht’s.

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Nicht schlecht, die Wasserfontäne, wenn man dann noch bedenkt dass das Wasser kochend heiß ist…. Irgendwie ist die ganze Gegend hier gespickt mit Geysiren, heißen Quellen und brodelnden Schlammtöpfen (Mud Pots).

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Einfach genial das zu sehen, vor allem die unterschiedlichen Farben in den Quellen, die sich aufgrund verschiedener Bakterien bilden, die Trichter, in die man tief hereinschauen kann, die Geräusche, die sich vor dem eigentlichen Ausbruch eines Geysirs ergeben, die verschiedenen Gerüche, die in den meisten Fällen eher unangenehm sind, …. Einfach irre!!

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Wenn man dann noch bedenkt dass das Wasser von vulkanischen Aktivitäten erwärmt wird und bei manchen Geysiren sogar die Erde bebt wenn sie ausbrechen, oder das man eigentlich auf einem riesigen aktiven Vulkan steht, wird einem doch etwas anders, trotzdem genial!

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Genial wäre auch das Fahren auf den Straßen hier, die eigentlich gut ausgebaut sind, wären nur nicht die ganzen Sonntagsfahrer (huch, nein, da ist ja 65, da fahr ich doch mal 45! Und Pullouts, um die anderen vorbeizulassen, weil seit 50 Meilen Überholverbot ist, nehm’ ich doch nicht)…. Grmpf!!! Gleich machen wir mal aus dem Pullout ’nen Pushout!

Dann weiter auf die Interstate, auf nach Salt Lake City wo wir heute Nacht schlafen. Die Stadt der Mormonen ist für uns nicht so interessant, also nur eine Übernachtung und weiter zum Arches National Park. Außerdem haben wir ja schon in San Diego nen Mormonen Temple gesehen und uns über die Mormonen und deren Religion aufklären lassen….

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