Freitag, 13. November 2009

"Net lang schnacken..."

Freitag, 06. Nov. 2009 - Die letzten beiden Abende waren schneller vorbei, als uns lieb war. Wir haben es nicht einmal geschafft, unseren Finlandia Vodka zu leeren. Gut, sooo viel ist auch nicht übrig geblieben, allerdings wollen wir das gute Zeugs ja auch nicht weg schmeißen. Und dem Taxi-Fahrer das in die Hand zu drücken, können wir nicht verantworten.

Also sitzen wir gerade auf dem Flughafen. Wir haben die einzigen Bänke gefunden, die noch vor der Security sind, und suchen nach Gläsern. Da wir keine finden, zweckentfremden wir den Verschluss zu einem Pinneken. Frei nach dem Motto: “Net lang schnacken, Kopp in'n Nacken” machen wir uns an die Arbeit...

Nach dem vierten lehnen wir uns zurück und beobachten die Leute. Dabei stellen wir fest, dass die eher uns beobachten. Klar - vermutlich denken die, wir hätten die Flasche gerade fast leer getrunken. Teilweise ernten wir viele respektvolle Blicke, leider auch bemitleidenswerte...

Somit beschließen wir, dem Spiel ein Ende zu bereiten. Nach dem 12 Gläschen ist die Flasche dann leer und wir torkeln in Richtung Security, die uns anstandslos durchwinkt. Einzig meine 1,5l Flasche Wasser landet im Müll...

Und das ist nicht nur das Ende meiner Wasser-Falsche bzw. unseres Vodkas, sondern auch das Ende eines sehr genialen Urlaubs...

Das Parlament

Freitag, 06. Nov. 2009 - "Unverhofft kommt oft", denke ich und freue mich, Bekanntschaft mit Simon und Simon gemacht zu haben. Die beiden führen uns durch alle wesentlichen Räume des Südafrikanischen Landes. Im Plenarsaal werden momentan keine Sitzungen abgehalten - wir dürfen also rein. Anschließend geht es in den alten Saal, der allerdings geschlossen wurde, weil dort jemand mit einer Messer-Attacke ermordet wurde und das Blut noch ewig im Teppich sichtbar war.

Auf dem Weg zu den Sitzungssälen der Länder treffen wir noch die Rechte Hand des Außenministers. Er kennt Simon und Simon, spricht irgendwas mit den beiden und begrüßt uns dann in einem fließenden Deutsch. Er heißt uns herzlich willkommen in seinem Land und hofft, dass wir unseren Urlaub genießen. Nach einem kurzen Plausch entschuldigt er sich, er müsse leider weiter. Das Beeindruckende: die Simons erklären, dass der Herr elf Sprachen mindestens genau so fließend spricht, wie Deutsch. Wir kommen aus dem Staunen nicht mehr raus...

In der Küche wird Andreas von den 8 Bediensteten Mädels fast verhaftet. Während ich mir bereits die Bilder und Gemälde von Nelson Mandela ansehe, höre ich seine Kamera pausenlos klicken. Er musste glaube ich mit oder von jeder ein Foto machen. Auf dem Rückweg müssen wir noch einmal durch die Küche - dabei bekomm ich direkt ein Heiratsangebot. Ich bin froh, die Höhle des Löwen unbeschadet wieder verlassen uns haben...

Wieder draußen verabschieden und bedanken wir uns noch 1.000 Mal bei Simon und Simon. Sie geben uns noch einen finalen Ratschlag - wir sollen doch einen anderen Weg zu unserem Hotel wählen als durch den Park... Wir folgen diesem Rat und sitzen eine gute Stunde später auch schon im Taxi zum Flughafen...

Wie wir in das Parlament gekommen sind

Freitag, 06. Nov. 2009 - Wir sitzen also im Park, umgeben von ca. 3-4 offensichtlichen Dieben und vermutlich 20 weiteren. Was in Maun die Mücken waren, sind hier somit die Diebe. Neben uns auf der Parkbank sitzen zwei Gentleman mit einem sehr gebrochenen Englisch. Der eine trägt einen Anzug ohne Jackett, der andere ein Hemd mit Trainingshose. Beide mit einer Batch um den Hals, auf der steht, dass sie für das Parlament arbeiten. Sie stellen sich nicht mit Namen vor, deswegen nenne ich sie jetzt einfach mal "Simon & Simon".

Auch die beiden bemerken den Schwarm an Dieben und klären uns auf, wie die vorgehen. Anscheinend erregen wir genug Mitleid, so dass sie uns in ein längeres Gespräch verwickeln. Mittlerweile habe ich die Befürchtung, dass die beiden dazu gehören und uns einfach ablenken. Sie erklären uns, dass wir das Parlament auch besichtigen können. Das nehmen wir zum Anlass, uns zu bedanken und auf den Weg zu machen. Irgendwie hat so eine Parlaments-Besichtigung nun auch unser Interesse geweckt. Da eben jenes auch keine 30m von uns entfernt ist und nur ein Zaun uns trennt, beschließen wir, uns auf den Weg zu machen, dort hinein zu kommen.

Leider scheitern wir bereits am ersten Wachposten. Der erklärt uns, dass wir hier nicht weiter kommen und doch lieber den Touristen-Eingang wählen sollten... Wir drehen uns um und sehen "Simon & Simon", die mit ihrem Ausweis wedeln und meinen, wir sollen denen folgen. Sie würden uns den Weg zeigen... "Is klar", denken wir und folgen trotzdem. Als wir dann in kleine Gassen abbiegen, schnalle mich meinen Rucksack fester und ärgere mich, dass ich mein Messer nicht dabei hab. Die Gassen werden enger...

Am ende der einen Gasse sehen wir dann ein großes Gebäude. Viele Business-Menschen komme daraus. Die Simon's werden sogar von einigen gegrüßt. "Sicherheit", denke ich. "Oder auch falsche Sicherheit", überlege ich mir weiter. Die vielen Menschen beruhigen allerdings. Wir biegen ab, um das große Gebäude herum und hinein. Dabei begrüßt uns ein sehr freundliches Sicherheits-Personal, das uns bittet, unsere Rucksäcke auf ein Röntgengerät zu legen. Anschließend werden unsere Ausweise kontrolliert und wir bekommen einen "Permit", dass wir in das Parlament rein dürfen. "Puhh, Glück gehabt - mal nicht in Menschen getäuscht", denke ich und ärgere mich irgendwie, dass ich mittlerweile grundsätzlich vom Bösen im Menschen ausgehe... Eine weitere Sicherheit-Schleuse überwinden wir noch und dann steht uns der Weg frei zur Eroberung des Parlaments...

Chillen in Kapstadt

Freitag, 06. Nov. 2009 - Es ist so weit: Tag des Abflugs... Mein Wecker klingelt früh morgens. Unser Plan ist es, schnell zu packen und dann auf die Gefängnis-Insel Robben Island zu fahren bzw. alternativ auf den Tafelberg hinauf. Es dauert keine 3 Sekunden, da steht unsere neue Planung: wir lassen Nelson Mandela einfach Nelson Mandela sein - streichen somit unsere gedachte Robben Island Tour und lassen den Tag entspannt angehen. Nach dem Packen, beim auschecken erfahren wir dann, dass auch die Seilbahn zum Tafelberg nicht fährt. Wir verstehen die Welt nicht mehr, denn es ist sonnig und kaum windig - sind aber auch froh, dass uns alle Entscheidungen abgenommen wurden.

Somit machen wir uns wieder einmal auf den Weg in die Stadt - auf der Suche nach einem Café. Heute finden wir das Espana, frühstücken und machen uns auf den Weiterweg in den Park beim Parlament. Dort lassen wir ein wenig die Zeit verstreichen und schreiben einige Postkarten. Wir genießen die Zeit und "chillen" ein wenig...

Dabei werden wir von vielen Dieben besucht, die uns nach und nach ausspionieren. Einer geht gaaaanz langsam an uns vorbei, um sich die Kameras näher anzusehen. Ein anderer "stolpert" hinter Andreas her, damit er besser in seinen Rucksack schauen kann. Ein dritter rattert mit einer Rassel, um uns wahrscheinlich als Opfer zu markieren. Alles nicht schön - und das schlimme - gefühlte 38 Polizisten im Umkreis von 500m, die alle nichts tun (können), weil ja noch nix passiert ist. Ich meine, das Schlimme ist, dass den Dieben das anscheinend völlig egal ist, dass dort die Polizei so präsent ist...

Dienstag, 10. November 2009

Ausnüchtern mit Bier im "Goldenen Afrika"

Donnerstag, 05. Nov. 2009 - Nach den Erlebnissen in einer vorstellbar eher unsicheren Gegend gehen wir zielstrebig auf den ersten Marktplatz zu, an dem wir gestern schon eine Bar gesehen haben mit Happy-Hour für Cocktails bis 18.00h. Es ist 17.45h und wir bestellen uns einen ersten Cocktail. 14,5 Minuten später geht die zweite Bestellung raus. Beim trinken stellen wir fest, dass wir heute eigentlich - von dem einen Sandwich heute morgen abgesehen - noch nichts gegessen haben. Und bis zum Restaurant "Golden Afrika" mit "All you can eat" müssen wir noch eine halbe Stunde rum kriegen. Wir trinken also langsamer...

Wow, der Weg von dem Marktplatz zum Restaurant macht echt Spaß. Die Cocktail-Mischung reagiert anscheinend chemisch mit dem Sauerstoff in den Straßen. Die Leute sehen alle viel netter aus und geben dem Fußweg eine ganz andere Note... Im "Golden Afrika" angekommen sehen wir die ganzen Touristen bei einer "Trommel-Show" mitmachen. Wir haben es also in der Tat geschafft, alles so richtig zu timen, dass wir da nicht mitmachen müssen (kostet auch 100 Rand extra pro Person). Zur Ausnüchterung bestellen wir uns erst einmal ein Bier.

Die Bedienung erklärt uns nun die Karte. Wir sind davon ausgegangen, dass wir an einem Buffet alles probieren können. Allerdings Fehlanzeige. Wir bekommen ein 13-Gänge-Menü serviert - einfach alles, was auf der Karte steht. Bestellen müssen wir nicht - es geht einfach direkt los mit den ersten zwei Gängen. Das tolle dabei ist, uns sind alle Entscheidungen genommen, wir dürfen alle original afrikanischen Gerichte von oben bis unten durchprobieren. Einzig beim Wein (auf den wir mittlerweile umgeschwenkt sind) müssen wir uns entscheiden. Andreas hat auch dazu keine Lust und bestellt einfach "den ersten auf der Karte" und erntet sehr komische Blicke der Bedienung. Er erklärt ihr sein geniales Ziel, einfach alle durch zu probieren und jetzt mit dem ersten zu starten. Super Idee - zum Glück sind das ja nur 6 Sorten...

Zwischen den Gängen gibt es immer mal wieder eine Show-Einlage. D.h. eine Sängerin singt vor sich hin, Trommler sorgen für Stimmung, zwei Kämpfer zeigen einen Show-Kampf etc. Zum Schluss dürfen noch alle Bedienungen tanzen und singen. Das Ende unseres Abends besiegelt dann der letzte Wein. Wir bestellen ein Taxi, lassen uns ins Hotel fahren (sollen 31 Rand zahlen, geben 30 und das ist OK?!?) und fallen ins Bett...

Alternativ-Programm "Signal-Hill"

Donnerstag, 05. Nov. 2009 - Die Aussicht von dem Weg auf die Stadt ist phänomenal. Alle paar hundert Meter ein neuer Winkel, neue interessante Pflanzen, Feuerlöscher aus Holz, etc. In der Tat dauert es ca. 55 Minuten, bis wir es vom Fuße des Tafelbergs bis auf den Signal-Hill schaffen. Von dort aus können wir auf Robben Island blicken - ggf. unser Ziel für morgen. Hier müssen wir allerdings eine Tour buchen, die ggf. den Zeitplan sprengen wird. Mal schauen!

Auf dem Rückweg bleiben wir unserem Motto treu: "Keine Strecke zweimal!" Während der ganzen Reise haben wir es geschafft, so gut wie keine Strecke, die wir hin-gefahren sind, auch wieder zurück zu fahren. Natürlich gibt es wenige Ausnahmen wie Lüderitz oder Sossusvlei, was allerdings auch Stichstraßen sind. Wir folgen einem Feldweg, der uns steil abwärts durch ein kleines Waldstück führt. Auf halben Weg fragen wir uns, was eigentlich passiert, wenn wir auf einmal vor einem Zaun stehen. Oder wo wir eigentlich heraus kommen werden?!? Gut, dass uns solche Sachen immer erst dann einfallen, wenn wir ohnehin keine Wahl mehr haben - denn rauf gehe ich diesen Berg nicht noch einmal...

Nach weiteren 20 Minuten stehen wir dann wirklich vor einem Zaun. Einem hohen Zaun. Zum Glück sehen wir auch eine Fährte, die uns entlang dem Zaun irgendwann auf eine asphaltierte Straße führt. Glück gehabt! Wir werden von 3-5 Jugendlichen in einem heruntergekommenen Auto empfangen, können diese jedoch ignorieren, ohne dass sie uns hinterherfahren etc. Am Fuße des Berges ist dann auch die "Lions-Battery", diejenige Kanone, die um Punkt 12.00h Mittags einen Schuss los lässt. Danach kann man sich wohl die Uhr stellen - so unser Ex-Taxi-Fahrer. Daher hat der Berg auch den Namen: "Signal Hill"

Der weitere Weg in die Stadt bereichert uns ebenfalls an Erfahrung. Wir wissen nun, dass schwer-erziehbare Kinder im "Education-Programm" hinter einer großen, hohen, dicken Mauer festgehalten werden, die nach oben mit Armee-Draht abgesichert ist. Zielstrebig laufen wir also auf die Mauer zu und sind froh, davon wieder Abstand nehmen zu können, als wir sehen, was sich dahinter befindet. Etwas weiter sehen wir dann Wohnhäuser. Alle mit einer Mauer ums Grundstück. Teilweise können wir die Fenster erkennen. Alle mit einem engen Gitter davor, die Gitter jeweils mit Armee-Draht zugestopft. So langsam fragen wir uns, was das hier wohl für eine Gegend ist und sind froh, dass es erst in zwei Stunden dunkel wird.

Es knallt. Wir beschleunigen unseren ohnehin schon flotten Schritt. Beide sind wir der Meinung, dass dies eine Platzpatrone ist. Wir diskutieren. Dabei stellen wir fest, dass wir beide eigentlich keinen blassen Schimmer haben, wie eine richtige Pistole klingt. 4-5 jährige spielende Kinder am Straßenrand beruhigen unser Gemüt wieder ein wenig. Als wir sehen, dass die Kinder mit China-Böllern Flaschen in die Luft sprengen, sind wir fast froh. Die Frage, was die Jugendlichen eigentlich machen, wenn die Kinder schon Flaschen in die Luft sprengen verkneife ich mir einfach und bin froh, als ich die Long Street sehen kann...

Die Tafelberg-Situation

Donnerstag, 05. Nov. 2009 - Der Taxifahrer bringt uns hoch zur Talstation. Diese liegt auf ca. 350 Höhenmeter. Die Sicht ist prima und der Wind hat sich deutlich gelegt. Dennoch ist die Seilbahn geschlossen. "Die achten seeehr auf Sicherheit", so die Aussage unseres Taxi-Fahrers. Ich bin mir sicher, er wusste bereits unten in der Stadt, dass die Seilbahn nicht fährt. Egal, er gibt uns noch 2-3 Tipps, wo er uns sonst noch hinbringen könnte. Wir bedanken uns und steigen aus.

Wir fragen uns, wann die Seilbahn denn mal fährt. Natürlich haben wir Verständnis dafür, dass wir nicht fahren dürfen, wenn es 3-4 Windstärken hat oder die Bergstation in einer dicken Wolke verschwindet. Nichts von dem ist allerdings eingetroffen. Missmutig akzeptieren wir dies, folgen dem Rat des Taxi-Fahrers und starten unsere Wanderung zu "Signal-Hill". Eine Erhebung oberhalb von Kapstadt, die in einem Fußmarsch von geschätzten 60 Minuten zu erreichen ist. Der Bergführer an der Seilbahn spricht zwar von ca. 15-20 Minuten, das können wir uns aber nicht vorstellen.

Die Geschichte Kapstadts

Donnerstag, 05. Nov. 2009 - Der Historic Walk ist durchaus interessant. Auch, wenn Andreas uns irgendwelche Gassen und Stichstraßen hinein führt, dann sagt "Hier soll was sein, ist aber uninteressant" und wir wieder zurück gehen, sehen wir sehr viel von der Stadt. Vor allem beeindruckt uns der Mix zwischen Holländischen Straßennamen, englischen Gebäuden und neuen, hochmodernen Hochhäusern...

In einem kleinen Restaurant machen wir eine Pause und planen weiter. Erst zum "Fort of Good Hope" - als dem alten Fort in Kapstadt und dann hoch auf den Tafelberg. Das Fort ist ziemlich beeindruckend. Wir gehen als erstes in das "Military Museum" und stellen fest, dass wir eigentlich gar nix von der Geschichte Kapstadts wissen. Also setzen wir uns beide draußen auf die Wiese und lesen, und lesen. Schon interessant, wenn man dann noch einmal Revue passieren lässt, was wir gerade im Museum gesehen haben.

Zuerst Hr. Dias, der um das Kap gesegelt ist. Dann die Holländer mit einer kleinen Anlaufstelle für die Handelsschiffe, ohne die Absicht, das Land zu besetzen. Danach die Eroberung durch die Briten... Zwischendurch Entsendung von einheimischen ins Landes-Innere. Dann fast Gesichtsverlust Kapstadts durch Entdeckung von Gold in Johannesburg. Bei gleichzeitiger Eröffnung des Suez-Kanals verliert Kapstadt fast an Relevanz. Zum Glück werden im jetzigen Namibia Diamanten entdeckt und Kapstadt bleibt ein wichtiger Hafen... Anschließend die Apartheit, dann Nelson Mandela, irgendwann die Splittung von Südwest-Afrika in zwei Staaten...

Wir sind beeindruckt, verlassen irgendwann das Fort und machen uns auf den Weg in Richtung Tafelberg...

Freitag, 6. November 2009

Gut, dass ich meine Regenjacke mit habe...

Donnerstag, 05. Nov. 2009 - Unser letzter voller Tag bricht an. Es ist 7h, wir sind beide hellwach (falsch, das "hell" bitte streichen) und merken noch leichte Auswirkungen der drei Cocktails. Wir stehen auf und schleppen uns in die Stadt - auf der Suche nach einem Frühstück.

Kurz, nachdem wir los gegangen sind, fängt es an zu regnen. Irgendwie haben wir Pech mit Kapstadt. Bei Ankunft und bei Abflug in Kapstadt regen. Dabei soll es heute doch schön werden?!? Wir gestehen uns allerdings ein, dass wir insgesamt mit dem Wetter seeeehr viel Glück gehabt haben. Unterwegs haben wir einige Leute getroffen, die uns von Regen erzählt haben. Tagelange Schauer. Davon haben wir nix mitbekommen. Zu der Zeit, als wir in Botswana waren, schien dort die Sonne und es hat in Namibia geregnet. Und anders herum.

Andreas hat mich die ganze Zeit damit aufgezogen, dass doch sehr froh sein sollte, meine Regenjacke mit zu haben. Nun bin ich sehr, sehr froh, dass ich diese an habe und Andreas nass wird. Wie heißt es doch so schön: "Schadenfreude..." :-)

Dummerweise kann ich bei dem Gang durch den Regen nicht ganz ignorieren, dass meine sehr dünne Sommerhose bereits komplett durchnässt ist und an den Waden klebt... In einer kleinen Gasse werden wir dann endlich fündig. "Table 13" heißt das Restaurant und bietet genialen Cappuccino und ein seeehr leckeres Sandwich. Wir planen die weiteren Stationen des Tages und entscheiden uns als erstes für den "Historic Walk" aus dem Lonely Planet - also einem Spaziergang durch die historischen Gegenden Kapstadts.

Ich bin sehr froh, als ich feststelle, dass es nicht mehr regnet und ich meine Regenjacke nun endlich wieder an den richtigen Ort packen kann - IN meinen Rucksack!

Wofür ich die letzten drei Wochen trainiert habe

Mittwoch, 04. Nov. 2009 - Der Taxi-Fahrer hat uns vorhin auf direktem Wege von Brackenfell zum Hotel gefahren. Die Seilbahn auf Table Mountain ist heute nicht gelaufen (zu viel Wind und keine Sicht). Gut, dass wir selbst vorher im Hotel waren und unser Gepäck dort hingebracht haben...

Von dort aus - nach einer kleinen Erfrischung - starten wir in die Stadt. Janina und Tobias, die wir vor drei Wochen trafen, haben wir die Empfehlung, uns die "Long Street" anzusehen. Diese besteht aus hunderten kleinen und mittleren Geschäften, Restaurants, Bars und Backpackern. Und das tolle dabei - komplett gemischt. Von einem gefühlten "snobbigen" Gesellschaft bis hin zu Läden, in die wir uns selbst nach drei Wochen Camping eher weniger rein trauen.

Wir finden das Nyomis, ein rein Afrikanisches Restaurant der eher höheren Preisklasse. Preise also analog zu Deutschland bzw. leicht darunter. Die Karte sieht prima aus und wir entscheiden uns für Schnecken als Vorspeise und einem "Wild"-Mix als Hauptgang. Ich muss zugeben. das aller schlimmste beim Schnecken-Essen ist die Vorstellung, dass man Schnecken isst. Das ist auch mein erstes Mal und ich habe mir einfach "Muscheln" oder so was vorgestellt und muss sagen, ich bin begeistert. Leider werde ich den Knoblauch-Geschmack sicherlich noch die nächsten 4 Tage mit mir rum schleppen - bin aber zugleich froh, dass Andreas und ich uns für das gleiche entschieden haben...

Der Hauptgang mit Springbock, Strauß und Kudu ist sehr lecker und zugleich irgendwie enttäuschend. Auf der Karte vorhin sah dies viel leckerer aus. Vom Geschmack her sind die drei unterschiedlichen Sorten sehr nahe beieinander. Lediglich das Kudu können wir klar identifizieren. Wir trinken noch 2-3 weitere Bier und ziehen dann weiter, auf der Such nach einer netten Bar...

.... und werden fündig. Ein Barmann zeigt uns das Schwester-Restaurant. Ein kurdisches Restaurant - mit Sitzen auf dem Boden. Gut, wir wollen ja nichts mehr essen, nur noch den ein oder anderen Cocktail trinken. Mojito, Shisha und Musik sorgen für einen entspannenden Abend. Bis die Musik lauter wird... Und eine Bauchtänzerin auftaucht, die uns einen vortanzt. Wir können unsere Begeisterung gerade so im Zaum halten. Als sie dann die ersten Mädels in der Bar zum mittanzen auffordern sind wir heil froh, doch noch eine kleine Speise bestellt zu haben. Wir essen laaaaangsaaaahhhhhm, gaaaaahhhhhnz laaaannnnngsahhhhmm... Dummerweise tanzt die Dame sooo lange, dass sich unser Essen und die Cocktails zu Ende neigen. Erst wird der Typ neben uns aufgefordert und verneint. Prima. Dann Andreas. Auch der verneint. Zum Schluss darf ich mich entscheiden, mit ihr zu tanzen und unsere Ehre zu retten oder als Feigling in die Geschichte einzugehen.

Heldenhaft stehe ich auch und stürze mich auf die Tanzfläche. Die Dame macht irgendwelche wilden Bewegungen, die ich gerade noch so nachvollziehen kann. "Bauchtanz", denke ich. Zum Glück habe ich an meinem Bauch die letzten drei Woche sehr hart gearbeitet und einiges investiert...

Glücklicherweise stelle ich recht zeitnah fest, dass das bei mir mit den Bauchtanz-Bewegungen nix wird und entscheide mich, einfach mit der Dame zu tanzen. Ich nenne es mal "Freestyle". Eine Kombination aus Salsa, Foxtrott und Walzer. Als ich registriere, wie die Menge um mich herum klatscht, intensiviere ich meine Bewegungen, bis ich keine Luft mehr bekomme. Ich bedanke mich bei der Dame und knalle sehr zufrieden zurück auf den Boden. Die Aussage unseres Nachbarn, ich hätte mich bewegt "like a duck in the water" übersetzte ich mit "wie eine Ente im Wasser" und deute es mal als Kompliment…

10.293km mit unserem Bush-Baby

Mittwoch, 04. Nov. 2009 - Es ist 14.30h. Die Abgabe unseres Autos soll genau jetzt erfolgen. Leider stehen wir irgendwo an der Waterfront in Kapstadt im Stau. Zicki (unser Navi) sagt uns "Rechts abbiegen - Reeeeeechts - Loooohhhhss - Sofort!!!". Dummerweise ist rechts ein riesiger Bauzaun - und das wollen wir unserem Bush-Baby nicht mehr antun... Unser Zwischen-Ziel: das Hotel "Breakwater Lodge" - um unser Gepäck abzugeben. Danach soll es laut Navi nur noch 13 Minuten dauern bis zu Maui.

Irgendwann schaffen wir es und finden den Weg zu unserem Hotel. Dabei ver"arschen" wir Zicki und fahren einfach anders. Wir kennen uns ja bereits aus - und das klappt auch... Um zehn vor drei rufen wir dann bei Maui an, dass wir uns wohl ein wenig verspäten, da der Verkehr nervenraubend ist. Als "John" erfährt, wo wir sind, meint er, wir brauchen keine 13, eher 90 Minuten. Der Verkehr sei schrecklich. Ja, vielen Dank für dieee Info. Verdammt.

Irgendwie schaffen wir es trotzdem in ca. 20 Minuten nach Brakenfell. Diesmal sogar direkt in die korrekte Straße. Alles kein Problem. Die Übergabe geht auch verdammt schnell. Alle sind bereits in Feierabend-Laune und fragen uns, ob irgendwas mit dem Auto passiert sei. Wir erwähnen den kleinen Kratzer in der Frontscheibe, der uns bereits seit drei Wochen begleitet. Und den einen platten Reifen.

"Uncle MC" - der Mechaniker - staunt nicht schlecht, als er als erstes den toten Vogel im Kühler entdeckt. Wir haben anscheinend vergessen, diesen zu entfernen. Als er dann die Motorhaube öffnet, muss er nur noch lachen. Mir ist vor einigen Tagen bereits auch schon aufgefallen, dass die Innereien eher hell-grau-schlammig gefärbt sind. Ursprünglich waren die mehr oder weniger schwarz. Alle weiteren Fragen von Uncle MC sind dann geklärt, als der den Tages-Kilometerstand "B" sich anschaut. Er fragt uns, warum der nur 293km anzeigt. Unsere klare Antwort: "Is doch logisch, bei 9999,9km ist der auf 0 gesprungen!"

"Alles wird gut!"

Mittwoch, 04. Nov. 2009 - Gestern haben wir es in der Tat noch geschafft, im Hellen auf die Cape Peninsula zu fahren, um auf dem Imhoff Camp Ground am Atlantik unsere Zelte auf zu schlagen. Und nun noch schnell das Auto "Klar-Schiff" gemacht (heute ist Abgabe) und der Tag startet mit dem Motto: "Alles wird gut!"

Genau - unser Plan ist das Kap der Guten Hoffnung. Wir fahren die 33km lange Küstenstraße gen Süden, zum "Süd-westlichsten" Punkt in Afrika. Der Nationalpark ist wunderschön - wir steuern einen ersten Rastplatz an und genießen die Aussicht auf die Brandung. Ganz nebenbei sehen wir 3 verschiedene Eidechsen-Arten. Von Schwarz bis Feuerrot - wunderschön!

Wir fahren hoch zum Leuchtturm und blicken von oben auf das Kap der guten Hoffnung. Anschließend geht's weiter zum Kap selbst. Ca. 300 Höhenmeter fahren wir runter, direkt zur Küste. Beim Einparken in die Parklücke werden wir von einer Reiseleiterin in den Parkplatz eingewiesen. Ihr Gesicht werde ich sooo schnell nicht vergessen. Sie schaute seeehr wiederwertig auf unseren Kühler. Beim Aussteigen sagte sie in der gleichen wiederwertigen Stimmlage, "You have deeeeaaaad biiiiird sticking in your car". Aha, wir haben also einen toten Vogel vorne im Kühler hängen... Unglaublich - das war der eine mit dem "Darwin Award".

Am Cape unten genießen wir die Zeit, die Brandung und die Leute. Nach kurzem Aufenthalt geht es auch schon weiter - um 14.30h ist Abgabe des Autos...

"Placebo besoffen" am südlichsten Punkt Afrikas

Dienstag, 03. Nov. 2009 - "Küstenstraße" war zuviel versprochen. Diese endet lauf Detailkarten und Navi nämlich direkt hinter Witsand. Also sind wir wieder ins landesinnere gefahren, um von dort aus eine andere Stichstraße in Richtung Agulhas zu nehmen. So konnte Bush-Baby auch ein letztes Mal unter unserer Führung die Schotterpisten genießen...

Cape Agulhas - der südlichste Punkt in Afrika. Eigentlich nur ein kleiner Punkt auf der Landkarte und irgendwie auch nur eine Steinmarkierung in der Landschaft - aber irgendwie auch ein bewegender Moment. Ab jetzt geht es zurück. Ab in Richtung Norden!

Wir genießen diesen Moment und begießen ihn mit ... "Tonic"! Bier und Wein und Gin sind mittlerweile aufgebraucht (und wären ohnehin keine Option gewesen, da wir noch weiter fahren möchten). Somit trinken wir das pure Tonic Water und fühlen uns nach der ersten Dose so, als hätten wir uns gerade besoffen. Normalerweise haben wir das immer mit etwas Gin (bzw. auch etwas mehr Gin) getrunken. Und das, was gerade bei uns einsetzt, titulieren wir mit dem Begriff "Placebo besoffen" - denn Alkohol haben wir definitiv nicht getrunken...

Ich habe noch eine Idee für ein Sebst-Portrait von uns beiden. Dann setzen wir uns wieder ins Auto und machen uns auf den Weg in Richtung Cape Town - bzw. auf die dahinter gelegende Halbinsel.

Donnerstag, 5. November 2009

2,5 Tonnen Zucker in Heidelberg

Dienstag, 03. Nov. 2009 - "Heidelberg" sagt ein Schild an der Autobahn. Bevor ich Andreas vorschlagen kann, dass wir dort hinfahren, bremst er schon ab und hat den Blinker gesetzt. Wir folgen einem Schild "Coffee Shop" und finden diesen auf direkt an der nächsten Kreuzung. Der sieht sehr idyllisch aus uns zieht uns direkt an.

Eigentlich haben wir beide noch gar keinen Hunger. Die Besitzerin ist super nett und hat auch Spaß an der Arbeit. Irgendwie bestellen wir dann doch eine Mint-Tarte - also einen leichten Minze-Kuchen (so unsere Vorstellung) - und dazu einen Mocca-Chocolate-Kaffee. Es dauert keine 5 Minuten, da kommt die Beitzerin mit einer Angestellten vorbei. Die Angestellte (natürlich "coloured" - also gefärbt) trägt das Tablett - die Besitzerin nimmt dann den Kuchen vom Tablett und stellt ihn bei uns auf den Tisch. Irgendwie kommt uns das komisch vor - wie in den frühen Jahren der USA - "Master & Slave", Herrscher und Sklave...

Die Mint-Tarte ist suuuper lecker. Jedoch stellt sich bereits nach dem ersten Bissen heraus, dass dies eher weniger ein leichter Minze-Kuchen ist, eher eine fette und dicke Karamel-Sahne-TORTE mit etwas Minz-Geschmack in der Sahne. Hier das Rezept: gefühlte 2,5 Tonnen Zucker in einen Pott, Sahne dazu, karamelisieren lassen, ein wenig Mize-Splitter in die Sahne rein und fertig... Puhh, ich bekomme die Torte nur halb auf und bin echt froh, dass der Kaffee im Durchschnitt, prozentual auf die Masse gerechnet, weniger Zucker hat, als die Torte.

Zum Abschluss erzählt uns die Chefin noch, wie gefährlich das Land doch geworden sei. Dabei macht sie uns auch den Unterschied zwischen "coloured" und "black" klar - also zwischen den "gefärbten" und den "schwarzen" Menschen. Von den "coloured" gibt es wohl einige nette, die auch arbeiten wollen (siehe die Angestellte). Und die schwarzen, die klauen alle und sind alle gemein, hinterhältig und gewaltbereit bzw. gewalttäig. Diese pauschalen Aussagen gefallen uns weniger, denn wir haben das bislang komplett anders erfahren (und sind auch froh darüber). Wir machen uns also mit einem eher komischen Gefühl auf die Weiterfahrt nach Cape Agulhas.

Die Eroberung des Indischen Ozeans

Dienstag, 03. Nov. 2009 - Unser Plan sieht vor, von Heidelberg direkt nach Witsand an die Küste zu fahren und vor dort aus die in unserem Road-Atlas eingezeichnete Küstenstraße zu nehmen. Witsand ist ein kleines, verschlafenes Nest direkt am Ozean. Der Strand gefällt uns prima und bietet eine genial Kulisse für einige Fotos...

Nun wird es Zeit, mich von einigen eventuell bevorstehenden Sprüchen zu befreien. Seit Tagen, eigentlich seit Anfang der Reise rede ich davon, dass ich einmal im Indischen Ozean schwimmen möchte - sollte uns unsere Reise über die Garden Route führen. Einziges Problem dabei: es ist sau kalt und echt windig. Allerdings kann ich nun auch keinen Rückzieher mehr machen und zieh mir meine Badeshorts an und laufe wild entschlossen, Baywatch-artig in Richtung Indischen Ozean. Leider muss ich irgendwann langsamer machen, denn die Strömung ist sooo stark, dass es mir zweimal fast die Beine weg gezogen hat.

Kurzum: ich bin im indischen Ozean geschwommen, Andreas nicht - das gibt doch einiges an Selbstbestätigung ;-). Und das "Wellenreiten" hat echt Spaß gemacht. Vor allem bin ich nun auch wach und gerüstet für den nächsten Kilometer Küstenstraße.

Gefährliche Brandung

Dienstag, 03. Nov. 2009 - "Ausschlafen" ist das Motto von heute morgen. Irgendwie klappt das aber nicht so richtig. Es ist 7h und ich bin hellwach. Also klappe ich mein Dachzelt auf und genieße den Ausblick auf die unendliche Weite des Ozeans. Etwas später wird auch Andreas wach. Ein vorletztes Mal das allmorgentliche Prozedere: ab ins Bad, Zeltplatz aufräumen, Dachzelte zusammen klappen, Campground bezahlen, Abwasch erledigen und "Hit the raod"...

Unser erstes Ziel heute morgen: der Leuchtturm von Mossel Bay. Wir klettern den Steinweg hoch und genießen den Blick auf die steilen Felswände, auf die im Sekundentakt die tonnenschweren Wellen einschlagen. Dementsprechend schroff sehen auch die Feldwände aus. Gigantische Brandung. Wir verstehen kaum unser eigenes Wort.

Auf dem Rückweg durch Mossel Bay halten wir noch einmal kurz an und trinken 2-3 Kaffee. Dazu gibt's ein kleines Sandwich. Unglaublich, wie groß die Portionen hier sind. Ein kleines Semmel hätt's auch getan, das gibt es hier aber nirgends. Auch heute kommen wir zusammen mit 10 Euro davon - und da ist schon ein seeeehr üppiges Trinkgeld für die Bedienung bei. Und nun geht es weiter nach Heidelberg und von dort aus an die Küste nach Cape Angulhas, dem südlichsten Punkt unserer Reise - weil auch südlichster Punkt in Afrika.

Mit Blick auf den Indischen Ozean

Montag, 02. Nov. 2009 - Unsere Ziel-Stadt für heute ist erreicht. Mossel Bay am Indischen Ozean. Wir finden im Lonely Planet einen tollen Camping-Platz, direkt in der Nähe des Leuchtturms. Diesen fahren wir an und bekommen "zum Glück" auch ohne Reservierung noch einen Platz. D.h. wir teilen uns die 150 Stellplätze mit 5 anderen Campern. Bush Baby wird so geparkt, dass wir auf den Indischen Ozean blicken können. Schnell Zelte aufschlagen, ein letztes Mal unseren Grill auspacken und anheizen. Der Wind unterstützt dabei prima. Ein paar Bier später liegt auch das Fleisch schon auf dem Grill. Dazu gibt's dann noch drei Suppen, die wir auch auf dem Grill warm machen können.

Mit Einbruch der Dunkelheit beschließen wir, die Stadt noch ein wenig unsicherer zu machen. Auf der Suche nach einer netten Kneipe finden wir nur einen sehr britisch angehauchten Pub mit noch mehr häßlichen Menschen darin, als befürchtet. Wir laufen weiter, und weiter... Auf dem Rückweg entdecken wir eine Havanna Club Lounge, die uns anspricht. Andreas hat die auf dem Hinweg nicht erwähnt, weil da was von "Cigar Lounge" steht. Da sie auch einen Nicht-Raucher-Bereich hat, streichen wir gedanklich das "Cigar" raus und genehmigen uns erst einmal einen Mojito. Wir überlegen, einen Long Island zu trinken - da dies aber typischerweise der letzte Cocktail ist, schieben wir auf Empfehlung des Bar-Keepers noch einen Zombie dazwischen.

Der Barman schlägt uns vor, dass er uns einen kostenlosen Shuttle-Service bestellt, der uns (wirklich für kein Geld) zum Campground bringt. Das sind allerdings nur 700m oder so. Leicht beunruhigt fragen wir nach, ob die Stadt ein wenig unsicher sei oder warum er uns das mit dem Shuttel vorschlägt. Er beruhigt uns wieder und meint, dass er selbst schon seit vielen Jahren in Mossel Bay wohnt und er keine sicherere Stadt als diese in ganz Süd-Afrika kennt. Das mit dem Shuttle hätte er nur vorgeschlagen, weil das viele Gäste gerne in Anspruch nehmen. Wahrscheinlich hat er uns nicht mehr zugetraut, nach der Menge an Cocktails nach Hause zu gehen...

Mittwoch, 4. November 2009

Was bedeuten Straßen-Schilder mit einem Kaffee?

Montag, 02. Nov. 2009 - Knysna, eine Stadt, die mich an vieles erinnert. USA vom Straßenverlauf her, England danke der Cricket spielenden Schulkinder, Australien auf Grund der Leute und des Wetters, Kiel auf Grund der Bucht (ähnlich der Nordsee), ... Das "original" italienische Eis an dem Stand schmeckt allerdings weniger nach Italien. Das Hafengebiet ist sehr schön und sauber, allerdings auch sehr touristisch. Wir fallen gar nicht auf mit unseren Rucksäcken und Kameras in der Hand. Auf dem Rückweg zum Auto schauen wir noch kurz in die Kirche rein und machen uns wieder auf den Weg in Richtung George, mit Mossel Bay und einem Kaffee Zwischenstopp als Ziel.

Das mit dem Kaffee als Zwischenstopp klappt leider nicht wirklich. Dies ist nun die dritte (und auch letzte) Location, die wir anfahren, weil an der Straße ein Schild mit einer Kaffee-Tasse steht. IIch frage mich mittlerweile, was ein solches Schild zu sagen hat. Warum stellt man so etwas auf, wenn es dort keinen Café gibt?!? Wir haben es nicht rausgefunden - wer eine Idee hat, lasse es uns bitte wissen...

Die Karte verrät uns eine kleine Bucht - die Herold's Bay. Das sieht schon einmal sehr schön abgeschieden aus, so dass wir die 15km Stichstraße gerne fahren. Ein Café finden wir nicht, dafür eine sehr schöne Fels-Küste mit Blick auf das kleine verschlafene Nest von "Herold's Bay". Wir lassen uns durch den Koffein-Mangel nicht demotivieren und machen einen auf Selbstversorger. Aus Milch und Instant-Kaffee können wir sehr gut einen Eis-Kaffee machen. Dachten wir... Unser Kühlschrank zeigt 20 Grad an. Vermutlich geht er seit der Reparatur von Bush Baby nicht mehr. Somit gibt es halt einen warmen Eis-Kaffee... (nein, keinen richtigen heißen Kaffee, denn unsere Gas-Kocher ist defekt).

Wieder genesen...

Montag, 02. Nov. 2009 - Unserem Bush-Baby geht es wieder gut. Die Lungenentzündung konnte geheilt werden. Ein kurzes Telefonat heute morgen mit Britz hat ergeben, dass wir einen "Supa Quick" suchen sollen, um den Wagen dort checken zu lassen. Dort sitzten wir jetzt und warten. Anscheinend gibt es einen "H2N5-Auto-Virus" hier in George, denn es ist irgendwie überlaufen.

Kurzer Hand entscheiden wir uns, zu frühstücken. Der Tipp aus der Werkstatt: ein "Pick & Go" bzw. Take-Away 200m die Straße rauf. Hmm, lecker. Einen Double Cheesburger mit einem starken Kaffee... Nichts anderes hat's gegeben. Noch einmal ein Danke an Adreas, der liebenswerter Weise einen "Sahe-Karamel" Keks zum Kaffee mitgebracht hat. Zumindest behauptet er steif und fest, dass dies so schmeckt... Aus meiner Sicht ist das Pulvertrockener Sand, sehr feiner Sand, mit gaaaaaanz viel Zucker gemischt, aufgekocht und in eine Form gegossen. Ich lasse mein Stückchen auf jeden Fall liegen. Andreas schmeißt es in seinen Kaffee und freut sich nun, dass er keinen Zucker mehr braucht... Und das beste - das Frühstück hat insgesamt keine 8 EUR gekostet (für beide).

Zurück beim SUpa Quick überzeugen wir uns von der Arbeit der Jungs. Unser Bush Baby liegt schon auf dem OP, die Vorderreifen sind bereits abmontiert. Diagnose: Bremsscheiben defekt. Vorne links absolut abgefahren, vorne rechts gebrochen. Das hat auch so geschlieffen. Ich lasse mir noch drei Mal versichern, dass dies ganz normale Verschleiß-Erscheinungen sind. Alles andere hätte mich extremst gewundert - wir haben ja kaum gebremst...

Auch beim Supa Quick kommen wir sehr günstig davon - die schicken die Rechnung direkt an Britz, unseren Vermieter. Insgesamt hat uns der Spaß nun einen halben Tag gekostet, einiges an Erfahrungen gebracht. Wir setzen uns ins Auto und fahren los. In Richtung Knysna (gesprochen Niz-na) - laut Lonely Planet deeeeer Stadt an der Garden Route...

Spannende Fahrt über Pass-Straßen und durch Canyons

Sonntag, 01. Nov. 2009 - Die erste Stunde nach dem Nationalpark verläuft langweilig. Andreas schläft auf dem Beifahrer-Sitz tief und fest und im Radio läuft die David Garrett. Die Geräusche am Auto werden immer lauter, was mich irgendwie beunruhigt. Es hört sich nach den Bremsscheiben an, die schleifen. Ich lass den Wagen auf dem Straßenrand ausrollen, nehme meine Flasche Wasser und kippe einen Schwall durch die Felge. Es zischet und dampft. OK, es sind die Bremsscheiben. Gut, dass wir nur noch 250km bis zum nächsten Ort fahren müssen.

Keine 50km später ändert sich die Landschaft. Berge tauchen vor uns auf und ich frage mich, ob wir da durch müssen. Mit der Garden-Route habe ich mich bislang nicht beschäftigt, mein Gefühl sagt mir allerdings: "über diese Berge musst Du drüber." Und so ist es auch. Es taucht eine Schlucht auf, der zu einem Canyon mutiert. Rechts und links von uns türmen sich die Felsformationen auf. Es geht steil hinauf - ungefähr 800m. Durch den Canyon bläst der Wind - mit ca. 4-5 Windstärken. Wir halten an und ich bekomme kaum die Tür auf. Eine wahnsinnig tolle Kulisse. Andreas (mittlerweile wieder wach) ist davon überzeugt, dass sich der Umweg zur Garden Route bereits jetzt bezahlt gemacht hat. Ganz sicher bin ich mir dazu noch nicht...

Der Canyon endet - der Straßenverlauf ist wieder wie gewöhnlich einsehbar. Für die nächsten 20km. Einfach nur geradeaus. Am Ende des Horizonts sehen wir, dass die Straße in die Berge führt. Dort geht es dann die Serpentinen hoch. Soweit so gut. ALlerdings weiß ich, dass unser Ziel Knysna am Meer liegt. Und das wiederum bedeutet, dass wir alles, was war nun an Höhenmeter gewinnen, wieder runter fahren müssen. Und das mit unseren jetzt schon zwischenden Bremsscheiben. Super!

Und so kommt es auch. Nach 950 Höhenmetern ist der Pass erreicht. Die Zeichen, dass schwere Fahrzeuge die niedrigen Gänge einlegen sollen, beruhigen und beunruhigen mich zugleich. Zum einen: es ist nicht sooo steil, dass die Strecke für die schweren Fahrzeuge gesperrt sind. Zum anderen: es geht sooo steil abwärts, dass die kleinen Gänge benötigt werden. Gymnasiale Mathestunden mit Hr. Jansen zur Tangentialrechnung spielen sich vor meinem geistigen Auge noch einmal ab. Ich rede mir ein, dass ja eigentlich nichts passieren kann, solange wir nicht bremsen. "Nicht bremsen". Alles klar, ich geb mein bestes. Im zweiten Gang dackeln wir den Pass runter und nehmen jeden Rastplatz mit, um alles abkühlen zu lassen, was sich aufgewärmt haben könnte. Zwanzig Minuten später können wir wieder sagen "Alles ist gut!"

Wir sind unten und fahren bis nach George - bzw. durch diesen eher industriell angehauchten Ort durch weiter nach "Wilderness". Dort finden wir einen sehr idyllischen Camping Platz und sind froh, noch im letzten Tageslicht dort anzukommen. Leider ist das Bier auch nicht kaltgestellt, so dass wir die letzten Wein-Reste, also die letzten 1 1/2 Flasche wegtrinken.

Schön, aber nichts Besonderes

Sonntag, 01. Nov. 2009 - Kurz vor Beaufort West macht mich Andreas wieder wach. Wir wollen den Karoo National Park anfahren, um ein wenig Abwechselung in den Tag zu bekommen. Der Park liegt nur 3 Kilometer von unserer Strecke entfernt und verspricht viele Tiere und tolle Landschaften. Die 8€ Eintritt pro Person zahlen wir gerne und starten unsere Tour durch den Park. Die 4x4 Allradstrecken lassen wir bewusst weg!

Landschaftlich hat der Park schon einiges zu bieten. Plateau Berge, einen großen Canyon, ein schönes Tal, etc. Wir wären extrem begeistert gewesen, wenn wir nicht schon alles in NAmibia gesehen hätten. Dort sind wir durch solche Landschaften einfach so durchgefahren, ohne einen Park zu besichtigen.

Auch die Tiere sind nicht mehr soooo spannend. Sträuße haben wir schon x-fach gesehen, genauso wie die Affen, die überall rum rennen. Einzig die Berg-Zebras sind neu für uns. D.h. für mich. Andreas will welche in der Etosha Pfanne gesehen haben. Ich bin davon überzeugt, dass in Etosha und Chobe nur Steppen-Zebras rum laufen. Die Foto-Beweise werden's zeigen...

Auf dem Weg raus aus dem Park gibt's noch einen "Bird-Hide". D.h. ein Versteck, um Vögel zu besichtigen. Wir haben Glück, dass dort ein Franzose sitzt und uns 2-3 verschiedene Vogelarten zeigt.

Als wir aus dem Park raus fahren, stellen wir fest, dass sich am Auto irgendwas komisch anhört. Es sind vermutlich die Bremsen. Da schleift etwas. Verdammt - wieder eine Erkältung bzw. eine Lungenentzündung von unserem Bush-Baby...

Dienstag, 3. November 2009

Irgendwo an irgendeiner Straße in Süd-Afrika

Sonntag, 01. Nov. 2009 - Mein Wecker geht. Er zeigt 6.00h an. Ich bin total platt, drück ihn weg und schlaf wieder ein. Gestern ist es spät geworden. Um halb zwei haben wir einen Rastplatz irgendwo an der Straße gefunden und unsere Zelte dort aufgeschlagen.

Der Wecker geht wieder - nun zusammen mit "I can't dance" von Genesis - und das ziemlich laut. Ich bin noch total verwirrt, denn normalerweise spielt der Wecker keine Musik. Dann wird mit klar - direkt neben uns hat gerade ein LKW gehalten, der 175kg schwere Fahrer ist ausgestiegen und hat die Tür aufgelassen. Nachdem, was man alles so hört für Kriminalität bin ich hellwach. Das wiederum ist Anlass für mich (uns), so schnell wie möglich aufzustehen, die Zelte zusammen zu packen und weiter zu fahren.

Wir fahren, und fahren, ..., und fahren. In Britstown ist ein Zwischenstop zum Frühstücken geplant. Dort kommen wir auch nach 2,5 Stunden an. Lecker Sandwich und Omlette, dazu ein Kaffee. Und noch einen. Dann kann es weiter gehen. Ich bin heil froh, dass Andreas nun das steuer übernimmt. Denn bereits nach 3 Minuten schlafe ich wieder tief und fest.

Und Tschüß Namibia

Samstag, 31. Okt. 2009 - Es ist 22.25 und wir erreichen den Grenzort Augrabies in Namibia. Eigentlich dachte ist, die Grenze wäre Nakup, dieser Ort liegt allerdings bereits in Südafrika.

Dies ist unser letzter Grenzübergang und wir genießen sichtlich, noch einmal unseren Namen, dreimal "GERMANY", die Reisepassnummer und die Antonummer etc. angeben zu dürfen. Mittlerweile kann ich meine Passnummer auch auswendig - das loht sich wirklich, die zu lernen. Naja, wir sind schon ein wenig traurig, denn die Grenzübertritte werden wir bestimmt vermissen!

Das war also Namibia. Ein tolles Land, viele nette Menschen, geniale Landschaften, wilde Tiere, relativ hohe Berge, tiefe Schluchten, Wüste und Meer. Pure Armut und gleichzeitig Reichtum genauso wie Hitze und Kläte trennen gerade einmal ein Landstreifen 20km. Hier kann man alles erleben, was man erleben möchte.

A pros pros 20 Kilometer. Wir fahren gerade durch 20km "Niemandsland". Der Grenzposten Namibia liegt bereits weit hinter uns. Vor uns nichts mehr als Dunkelheit. Keine Autos, keine Menschen, keine Wracks. Einfach Nichts. Weir fahren weiter... Ganz offiziell inoffiziell und fragen uns schon, ob wir die EInreise nach Südafrika vergessen haben. Irgendein Büro, in das wir hätten rein müssen...

Dann taucht auf einmal die zweite Grenzstation auf. Alles ist gut. Schnell noch Einreise hinter uns bringen, den Zoll davon überzeugen, dass wir diesmal nicht so viel Wein dabei haben wie bei der Ausreise und schon sind wir drin im Land. Cool! Der weitere Weg nach Upington verläuft eher langweilig. Wir fahren durch den Ort durch weiter in Richtung Süden. Irgendwann werden wir müde und suchen einen Rastplatz oder auch nur eine Straße, die weg von der Hauptstraße führt...

Montag, 2. November 2009

In der Ruhe liegt die Kraft

Samstag, 31. Okt. 2009 - Wir fahren von Lüderitz in Richtung Osten. Nach ca. 100km zeigt ein Schild an, dass wir links abbiegen und zu den "Wild Horses" fahren können. Cool - Wild-Pferde. Wir biegen ab. Und sehen 1 Pferd. Und noch ein Pferd. Super - beide ca. 1km entfernt. Gedanklich bin ich schon wieder auf der B2, da sehen wir die Senke. Mit ca. 100 Pferden, 30 Gemsböcken und 20 Sträußen.

Die Pferde nehmen das Wasserbecken in Beschlag, während die anderen Spezies versuchen, dort hin zu kommen. Leider ist es draußen sooo warm, dass die Pferde sich mal gar nicht bewegen. Die stehen vielmehr nur rum und schauen zu Boden. Ich denke mir "In der Ruhe liegt die Kraft" und deute Andreas an, was er bereits selbst vor hat. Fünf Minuten später sizten wir wieder im Auto nach Keetmanshoop zu den Köcherbäumen.

Der Köcherbaumwald ist ein natürlich gewachsener Wald, der ca. 200-300 Jahre alt ist und - wer glaube es - Köcherbäume beheimatet. Hier stehen hunterte dieser markanten Bäume herum. Sehr interessant, dass die sich hier auf dem einen Fleck tummeln und wir sie sonst in Namibia vielleicht 2-3 mal nur vereinzelt gesehen haben.

Fünf Kilometer weiter ist der Giants Playground - der Spielplatz der Giganten. Hmm - ich kann mir nichts darunter vorstellen. Andreas erklärt mir, dass sind irgendwelche Steine, die aufeinerder getürmt sind. Also Stonehenge? Wir erreichen das Areal und sind begeistert. Das sind tausende von großen Steinen, jeweils mindestens 200kg, die alle irgendwie aufeinander getürmt wurden. Zusammen mit dem Gewitter und dem halben Sonnenuntergang hinter der Wolkenfront eine sehr skurile Kulisse!

Auf dem RÜckweg erscheint im RÜckspiegel einen schönen Regenbogen - und nach vorne heraus schenkt uns der Tag einen sehr schönen Sonnenuntergang. Vor einer Reihe von Köcherbäumen! Super - alles richtig gemacht heute!

Wir entscheiden uns dafür, das Gewitter heute zu durchfahren und machen uns auf den Weg nach Nakusp, um über Upington nach Mossel Bay zu fahren. 1.300 Kilometer. D.h. morgen wird ein reiner Fahr-Tag. Dafür haben wir noch 3 volle Tage auf der Garden Route. Somit Motto für morgen: viel Zeit zum Fotos-Vorsortieren. Andreas steuert den Wagen also in Richtung Süden durch das Gewitter und im Radio (iPhone-Powered) läuft irgendwie passend zum 1.11 und dem Regen "November Rain" von Guns'n'Roses.

Und die Fetzen fliegen...

Samstag, 31. Okt. 2009 - Unser nächstes Ziel liegt weiter östlich - die Wilden Pferde bei "Aus". Zuvor biegen wir allerdings noch einmal nach links ab in Richtung Lüderitz. Unser Reifen vorne links verliert seit zwei Tagen Luft und wir wollen noch einkaufen. Leider ist Goodyear bereits geschlossen. Also fahren wir zur nächsten Tankstelle. Der Typ will 40$ für die Reparatur haben - fein, das wird immer günstiger. Andreas geht einkaufen und ich bleibe beim Wagen.

Anfangs bin ich stark verwundert, dass der Typ mich nach unserem Wagenheber fragt - und auch nach unserem Schrauben-Schlüssel. Er versichert mir allerdings, dass alles gut ist und hantiert an den Schrauben rum. Nun bin ich noch stärker verwundert, denn ich bekomm das Gefühl, dass ich in meinem Leben bereits mehr Reifen gewechselt habe, als dieser Typ (Winter- auf Sommer-Reifen und anders herum, Jahr für Jahr). Ich schau mich um und suche vergebens nach einer Maschine, um den Reifen von der Felge zu bekommen. Unser Mann hat den Reifen mittlereile abmontiert und sucht in einem Wasserbecken das Loch. Er findet zwei und will sie flicken.

Gespannt schaue ich zu und traue meinen Augen nicht. Er nimmt einen Schraubenschlüssel und sticht ein Loch in das Lock. Ein großes Loch. Anschließend nimmt er ein wenig Kautschuk oder sonst was und sticht dies in das große Loch rein. Das ganze hat keine 20 Sekunden gedauert. Eine sehr lange Zeit, in der ich wie versteinert daneben gestanden habe und nichts machen konnte... Das gleiche Spiel beim zweiten Loch. Dies erhöht natürlich die Kosten auf 60$. Er montiert den Reifen ans Auto, prüft überall die Luft und lässt uns fahren. Dabei versichert er uns, dass wir damit die nächsten 1.000km locker fahren können.

Ich bin misstrauisch. Und fahre entsprechend sorgsam. So eine dilletantische Reparatur habe ich noch nicht gesehen. Rein physikalisch müsste das ja klappen. Aber der Reifen wird doch warm bzw. heiß beim Fahren. Ich habe meine Gedanken noch nicht ganz sortiert und ca. 30 Kilometer mehr auf dem Tacho seit der Reparatur, da werden alle meine Fragen geklärt. Der Wagen zieht bei Tempo 100 leicht nach links. Ich steuere gegen und gehe vom Gas. Tempo 70. Der Wagen zieht nun sehr stark nach links. Ich trete sehr leicht auf die Bremse und versetze dem Reifen damit den Todesstoß. Unser Bush Baby beschwert sich, in dem es wild hin und her springt. Sofort löse ich die Bermse. Wir kommen auf dem Seitenstreifen zum stehen. Was passiert ist, ist klar, oder?

Der Reifen dampft noch. Die Fetzen hängen runter und Bush Baby hat Schlagseite. Zum Glück wissen wir nun, wo unsere Utensilien sind und können den Reifen innerhalb von nur 15 Minuten wechseln...

Es spukt...

Samstag, 31. Okt. 2009 - Ich wache auf und bin erstaunt, dass mir keine Körperteile abgefroren sind! Mein Schlafsack ist super! Die heiße Dusche wärmt zusätzlich noch einmal auf. Und der Kaffee nun in Lüderitz bietet die beste Grundlage für einen genialen Tag. Wir planen unseren weiteren Streckenverlauf und sind uns sicher, dass wir Namibia heute verlassen werden - bzw. bis nah an die Grenze fahren werden. Nur welche? Beide Optionen klingen gut: a) ab in den Süden zum Orange River und bei Noordoewer über die Grenze nach Capetown oder b) über Keetmanshoop und den Köcherbäumen nach Nakusp und weiter nach Mossel Bay. Schaun wir mal...

Im deutschen Tourismus Büro bekommen wir um 10.56 Uhr noch einen Passierschein für eine Führung durch Kolmanskoop, der Geisterstadt. Diese beginnt um 11.00 Uhr - also in 4 Minuten. Bush Baby bringt uns souverän die 13 Kilometer zur Stadt, so dass wir das Vorgeplänkel verpassen und direkt beim Interessanten Teil zur Gruppe hinzustoßen. Zur Deutsch-spachigen Gruppe mit einer echten deutsch-stämmigen "Führerin". Andreas hat vorhin seinen Nachnahmen nicht verraten, hätte aber ganz sicher bei ihr gepunktet...

Kolmanskoop liegt mitten im Diamenten-Sperrgebiet und ist eine alte, damals (bis ca. 1940) voll funktionstüchtige Arbeiter-Stadt. Krankenhaus, Bäcker, Schlachter, Eis-Maschinen, Kühlräume, Schule, Kegelbahn mit Bar... Alles vorhanden. Wir bekommen die ganzen Häuser und die Geschichte der Stadt erklärt, bevor wir uns alleine auf den Weg machen dürfen. Unter keinen Umständen dürfen wir dabei den Zaun überqueren - da ist bereits das Sperrgebbiet, alles wird Video überwacht und es wird schaft geschossen... Ich verkneife mir jegliche Sprüche über's zurück-schießen und merke mir einfach: "nicht klettern, nicht bücken, nicht verstohlen gucken".

Wir starten unsere Tour. Schon beeindruckend, wie man damals so gelebt hat. Und wie gut die Bauten zum Teil noch erhalten sind. Richtig gutes Handwerk!

The Rock

Freitag, 30. Okt. 2009 - Anfahrt Lüderitz. Andreas sitzt am Steuer und meine Aufgabe ist es, eine Location für heute Nacht im Lonely Planet zu erforschen. Ich finde "Shark Island". Eine Insel vor Lüderitz, die mit dem Festland verbunden wurde. Das hört sich so genial an, dass der Beisatz mit "extrem windig" keine Bedeutung findet.

Am Tor angekommen hält uns ein Parkwächter an. Wir kurbeln das Fenster runter. Eiskalter Wind bläst uns ins Gesicht. Der Wächter fragt uns, ob wir eine Reservierung vorzuweisen haben. Seine Tonlage verrät uns: "Wenn ihr keine habt, dann dreht ihr wieder schön um - oder gebt mir 50 N$ extra". Wir schauen uns an und können nicht glauben, dass der Platz bei diesen Wetterbedingungen voll ist. Unser Blick hat dem Wärter anscheinend gesagt: "Hömma Meister, wenn Du uns nicht rein lässt, dann campen wir direkt vor Deiner Tür". Spontan hat er uns dann doch 80$ abgeknöpft und öffnet das Tor. Wir fahren durch und stellen fest, dass wir die gesamte Insel für uns haben...

Die Insel ist genial. Unser Bush Baby steht, Zelte sind ausgeklappt, Grill ist angeschmissen, Lagerfeuer brennt. Das Feuer ist auch bitter nötig. Mein Thermometer zeigt 11 Grad Celsius (plus). Der brutal eiskalte Wind bläst unter dem Auto her und lässt die Glut noch heißer werden. Zu den 11 Gread noch der Wind-Chill-Faktor hinzugerechnet - ich fühle mich wie ca. 5 Grad. Grrrrr. Während sich Andreas sein Swart-Shirt über das T-Shirt schmeißt, ziehe ich meine 4. Lage an.

Dennoch - der Abend ist genial. Ich fühle mich ähnlich wie Sean Connery auf Alkatraz Island im Film "The Rock". Wir blicken von unserem Lagerfeuer aus zum einen auf die Stadt bzw. die Wohnblöcke der Arbeiter, die leicht erleuchtet sind. Zum anderen sehen wir den Leuchtturm und das Haupthaus von Shark Island, dass sich in einem tiefen Schwarz von einem gelb erleuchteten Himmel abhebt. Mystisch!

Gegen elf Uhr lege ich mich in mein Dach-Zelt, dessen Wände im eisigen Wind flattern. Ich hoffe einfach mal, dass mein neuer Leichtbau-Schlafsack das hält, was er verspricht!

Sonntag, 1. November 2009

Gemeinsamkeiten von Schotterpisten und Duwisib Castle

Freitag, 30. Okt. 2009 - Quizfrage: "Was haben Schotterpisten und das Duwisib Castle gemeinsam"?

Ich helfe mal kurz: das eine ist durchlöchert, mit Bodenwellen und Schlaglöchern übersäht, mit sehr tiefen Rillen bedeckt und man kann darauf max. nur 40km/h fahren, wenn man sein "Bush Baby" liebt. Das andere ist klein, kostet 12 EUR Eintritt, hat genauso lange keine Reinigung wie Bewohner gesehen und man ist nach 5 Minuten wieder raus... Und nun die Antwort? Jahwohl: ist beides scheiße!

Also sind wir zur Duwisib Farg gegangen, um einen Kaffee zu trinken und Apfelkuchen zu essen. Leider ist der Apfelkuche gerade in den Ofen gewandert (um 15.30h Nachmittags). Und der Kaffee? Tja, den könnte ich oben in meinen Vergleich mit einreihen... Pfui!! Das einzige Highlicht waren die französischen Schweizer, die wir heute schon zum dritten Mal treffen.

Auf der Weiterfahrt versucht Andreas, so viele Vögel wie möglich zu killen. Er hat schon vier erwischt. Eine Taube und drei Spatzen. Ich hab ihm schon mehrfach erklärt, wenn er vor dem Tier vom Gas geht, denkt es, er bremst ab und lenkt wieder in RIchtung Auto... Als er dann aber bei dem 1.70m großen Kudu abbremst, bin ich sehr froh, dass eben jenes eine andere Taktik fährt und im wahrsten Sinne des Wortes die Hufe schwingt... Obwohl Kudu auf dem Grill (also Holzkohlegrill) sehr lecker ist. Davon konnten wir uns gestern zumindest von überzeugen.

Und gerade werden meine Vermutungen von heute Mittag bestätigt. An meinem Auge fliegt ein Schild vorbei mit der Aufschrift "Lüderitz 40km"...

Dune 45

Freitag, 30. Okt. 2009 - Auf dem Rückweg zum Camp passieren wir die Düne 45. Ich frage mich, was hieran so besonders ist. Auch, als ich den Wagen auf den Parkplatz steuere, kann ich noch nichts erkennen. Die Antwort folgte, als ich mich davor gestellt habe. Der Wind bläst den Sand über den Kamm, die Sonne scheint halb darauf. Im VOrdergrund roter Sand, gelbes Gras, abgestorbene Bäume. Beautiful!

Ich bin froh, dass Andreas nicht die Idee hat, dort auch noch drauf zu klettern. Das wäre eine sehr sandige Angelegenheit gewesen - und mein Objektiv kniiiiiieeerscht jetzt schon - was ein Mist. Mal schauen, ob wir das gereinigt bekommen...

Zurück am Camping Platz zahlen wir dann für unseren Permit und holen den Reisepass zurück. Die Dusche tut echt gut. Danach fühle ich mich richtig frisch. Wir frühstücken und planen die nächste Route. Andreas will unbedingt so viel Zeit wie möglich spraen, so dass wir noch die Garden-Route fahren können. Ich bin gerade weniger begeistert, möchte mir eher noch Lüderitz ansehen und gemütlich in Richtung Süden fahren...

Wir einigen uns, erst einmal los zu fahren, einzukaufen und zu schaun, wann wir in Lüderitz ankommen. So wie ich uns kenne, kommen wir heute Nacht bereits in LÜderitz an und sind morgen Abend bereits in Südafrika... Schau'n wir mal!

Sand, überall Sand...

Freitag, 30. Okt. 2009 - "Riiiiing, riiiiiing". Der Wecker geht. Ich schau auf die Uhr und glaube meinen Augen nicht. 3.40h Deutscher Zeit. Grmmmph! Zähneknirschend stehe ich auf und schleppe mich irgendwie in RIchtung Waschraum. Wir müssen um Punkt 5h am anderen Gate stehen - also bleiben noch 15 Minuten (Zeitverschieben, wir sind eine Stunde voraus). Schnell noch das Zelt zusammen geklappt und um Punkt 5.01h stehen wir mit 4 anderen Autos am Gate. Dieses dürfen wir auch mit Abgabe unserer Reisepässe passieren. Cool, wir sind drin!

Die 60 Kilometer zum ersten Parkplatz sind komisch. Es ist dunkel, die Sonne geht hinten links auf. WWIr dürfen nur 60km/h fahren, daran hält sich jedoch niemand. Mit ca. 110km/h nähert sich unserer Kolonne dem ersten Parkplatz. Hier bleiben 2 Autos stehen, aber Bush Baby hat ja Allrad, wir dürfen also weiter. Ich steuere den Wagen souverän durch die tiefen Sandpassagen und wir erreichen den letzten Parkplatz zusammen mit einem Französischen Pärchen als erstes.

Schnell die Ausrüstung und den Rucksack gepackt und rauf die Sossusvlei-Düne. Die Sonne kommt langsam näher und näher. Als ich auf der Hälfte bin, kommt die Sonne zum vorschein. Ein wahnsinnig schöner Moment! Die Sonne lässt die Sossusvlei auf der einen Seite in einem leuchtenden rost-rot erstrahlen. Die andere Seite ist quasi schwarz. Ich kämpfe mich Schritt für Schritt auf dem Kamm der Düne nach oben. Meine Schuhe werden immer schwrer und schwerer. Und das kommt mir nicht nur so vor, das ist wirklich so. MMit jedem Tritt laufen sie ein Stückchen mehr voll mit Sand...

Das Farbenspiel ist einfach umwerfend. Überall leuchtend rote Dünen, gepaart mit tief-schwarzen Schatten. Ich bin oben angekommen, ziehe meine Schuhe aus und kippe zwei gefühlte Kilogramm sand aus. Pause auf einer Sanddüne. Ich bin mal gespannt, wie hoch die ist. Gefühlte 200m. Der Ausblick ist phänomenal. Dafür ist es auch sehr windig. Der Wind bläst den Sand die Düne hinauf, direkt in unser Gesicht. Nach ca. 5 Minuten fühle ich überall Sand. Ich frage mich, was meine Kamera davon hält und packe sie so schnell wie möglich im Rücksack.

Wir genießen ein gutes Stündchen die Morgenluft. Ich hätte ja schon lust, mich die Düne runter rolle zu lassen. Nachdem ich mir überlegt habe, wo ich bereits überall Sand kleben habe, ziehe ich mein T-Shirt aus, setzte die Brille ab und schmeiße mich in den Sand... Geil! Ein cooles Gefühl. Natürlich stürze ich mich nicht die 200m hinab, sondern nur in Richtung eines Hoch-Plateus - das reicht aber schon. Ich stehe auf und kippe direkt wieder um. Gleiches Spiel noch einmal. Danach klappt es wieder mit dem Laufen. Puuuh - jetzt bin ich wach!

Nachtfahrten und Bestechungsgeld

Donnerstag, 29. Okt. 2009 - Auf dem Weg nach Sossusvlei möchten wir eigentlich irgendwo übernachten. Nach einer kurzen Kalkulation der Rest-Strecke, der Sonnenuntergangszeit und der Blauen Stunde mit Rest-Tageslicht entscheiden wir uns, bis nach Sesriem (letzter Ort vor Sossusvlei) durchzufahren. Wir hätten es fast gepackt - allerdings haben wir in unserer Kalkulation die Foto-Stopps für Sonnenuntergang und Blaue-Stunde vergessen.

Somit müssen wir knappe 20km im Dunklen fahren. Auf einer Schotterpiste. Das macht NULL Spaß. Überall Bodenwellen, die wir nicht sehen. Tiere, die über die Straße rennen. Schlaglöcher, denen wir sehr spontan ausweichen möchten. Gegenverkehr, der Staub ohne Ende aufwirbelt - und das ist schlimmer als der dickste Nebel. Wir reduzieren die Geschwindigkeit auf max. 40km/h und fahren langsam und sicher nach Sesriem.

Nachtfahrten: Alles in allem keine schöne Sache. Seeehr anstrengend, und umbedingt zu vermeiden. Zumindest bei Schotterpisten. Die "B" Straßen sind überwiegend sehr gut ausgebaut und eingezäunt. Da laufen auf weniger Personen herum, meißt stehen auch keine Wracks am Straßenrand bzw. auf der Straße...

Relativ angespannt kommen wir in Sesriem an - und stehen vor verschlossenem TOr. Verdammt - wir kommen anscheinend nicht rein. Und das beste: selbst wenn wir drin wären, brauchen wir noch einen Permit, um morgen früh um 5.00h zur Düne zu fahren. Den bekommen wir aber erst ab 8.00h. Suche den Fehler!

Also heulen wir ein wenig rum, von wegen Reifenproblemen, wir müssen morgen direkt weiter fahren, sonst verpassen wir unseren Flieger, etc. Und der Wachposten heult ein wenig rum, dass er Stress bekommt etc. Das Stichwort war eigentlich das Wort "Overflow-Campground" (für alle die später ankommen) und die Frage, ob wir etwas für ihn und sein Gewissen tun können.

30 NAD und 10 Sekunden später ging das Tor mit einem lächelnden "Welcome" auf und er versicherte uns, dass er mit dem zweiten Gate (für welches wir den Permit brauchen), sprechen wird. Wir müssen unseren Pass dort abgeben und dann beim rausfahren zahlen. So einfach geht das - und unglaublich cool. Das hat uns prinzipiell einen ganzen Tag gespart.

Pass-Straßen

Donnerstag, 29. Okt. 2009 - Nach unserer missglückten Pelikan- und Flamingo-Jagd sitzen wir gerade im AUto und fahren auf der C14 von Whalvis Bay in RIchtung Osten. Wir sehen... nichts... Weite, unendliche Weite. Nach ca. 30 Kilometern taucht am Horizont ein Highlight auf. Eine Erhebung. Ein Berg. Der Vogelfederberg. Ein wenig Abwechselung tut mal gut. Allerdings wollen wir heute ja noch weiter über einige Pass-Straßen in RIchtung Sossusvlei - zumindest, so weit wir kommen. Also stoppen wir nur kurz.

Die Weiterfahrt verläuft ähnlich trostlos wie der Abschnitt vor dem Vogelfederberg. DIe Trostlosigkeit endet abrupt mit dem Schild "Kuiseb-Pass". Das ist übrigens das "Eingangs-Schild" zum Pass, nicht der Pass selbst. Das Umland verändert sich in windschiefe Berge und gelb-schwarze Farben, die im Sonneschein strahlen. Wirklich schön!

Kurz hinter dem Pass müssen wir eine Entscheidung treffen. Entweder wir fahren geradeaus weiter und treffen pünktlich in Sossusvlei ein - oder wir nehmen die Pass-Straßen mit. Nach kurzer Überlegung biegen wir links ab in Richtung Gamsberg-Pass. Schon nach wenigen Kilometern wissen wir - das war die richtige Entscheidung! Die Landschaft wird noch besser. Gelbes Gras, braun-schwarzes Gestein, strahlend blauer Himmel, der Mond fliegt heute tief über die Berge. Unglaublich schön!

Es dauert ca. eine Stunde, in der uns unser "Bush Baby" den Pass hoch bringt, auf insg. 2.347m. In einem Reiseführer steht was von 24% Steigung. Die hab ich noch nicht gefunden. 27% Steigung mit dem Mountain-Bike sind quasi nicht möglich - entweder man hebt vorne ab oder man dreht mit dem Hinterrad durch. Das habe ich mal erlebt. Und von solch einer Steigung sind wir seeehr weit entfernt. Wie dem auch sei - der Blick ins Tal ist genial.

Wir fahren und fahren - genießen die Landschaft und machen Fotos. Viele Fotos. Verdammt, wer soll die denn mal alle sortieren? Kurz darauf kommen wir zum Spreetshoogte-Pass. Ein Verbots-Schild für LKWs und Trailer lässt vermuten, dass es hier steil hinab gehen muss. Wir vertrauen ganz auf "Bush Baby" und fahren los. Es dauert nicht lang, dann fahren wir über den Pass. In der Zeit, in der wir uns fragen, wo denn die Steigung bleibt, lenke ich das Auto um eine Kurve, die alle Fragen beantwortet.

Wir können die Pass-Straße bis ins Tal einsehen. Diese geht gefühlt gerade hinunter. D.h. schnell noch einmal das Paonrama festgehalten, Low-Gear-Allrad einschalten und auf die Motor-Bremse vertrauen. Keine 20 Minuten später stehen wir bereits im Tal und nehmen Kurs auf Sossusvlei...

Jesus Christ Super Vogel

Donnerstag, 29. Okt. 2009 - Whalvis Bay - 36.000 Einwohner und nach Windhoek die zweitgrößte Stadt Namibias. Wir werden von einer Polizei-Kontrolle empfangen und ich bin mir sicher, dass wir mal wieder irgendwas zahlen müssen. Aber nein - der Polizist war nur total unhöflich, hat aber gar nix zu Beanstanden gewusst. Komisch... Aber gut!

Wir fahren mehr oder weniger an dem Ort vorbei in RIchtung Lagune, um zum Pelikan-Point zu kommen. Dort sollen die größten Pelikan- und Flamingo-Kolonien zu Hause sein. Auf dem Weg dorthin passieren wir ein großes Salzwek. Die tragen dort Tonnenweise Salz ab. Wir fragen uns, wie sie das Salz gewinnen. Die Antwort sehen wir nach ca. 5 Kilometer weiter in RIchtung Pelikane. Die Straße führt uns durch riesige Verdunstungs-Becken. Betreten strikt verboten. Die Chemikalien lassen das Wasser lila erscheinen. Super beeindruckend!

Wir fahren weiter und weiter auf der Landzunge und irgendwas kommt uns komisch vor. Aber was bloß? Ach ja, das sind die Vögel, die über das Wasser laufen. Und das mit einer irren Geschwindigkeit. Das sind quasi "Super Vögel" oder "Jesus Vögel" (können ja über's Wasser laufen). Wir einigen uns also auf "Jesus Christ Super Vögel"... Beim näheren Hinsehen können wir allerdings erkennen, dass das Wasser sooo flach ist, dass die Vögel doch ganz normal sind und auf dem Grund des Beckens her laufen... Welch Verwirrungen...

Verwirrt sind wir auch bei Ankunft am Ende der Landzunge. Hier soll der Pelikan Point sein? Ich würde ihn "Angler-Point" nennen. Denn mehr als Angler sehe ich hier nicht! Nach dem obligatorischen Foto, was ich sicherlich irgendwann löschen werde, fahren wir wieder zurück. 20km auf der Landzuge entlang. Gleicher Weg zurück. Und immernoch fasziniert von den Vögeln und der Methode der Salzgewinnung.

Samstag, 31. Oktober 2009

Selbst Geldautomaten bescheißen

Donnerstag, 29. Okt. 2009 - "Windhoek Bank - Swakopsmund - 29.10.09 - 8.42h - 2.000 NAD" steht auf meinem Beleg des ATM (Geldautomaten). Ich zähle das Geld, und zähle noch einmal, und noch einmal. Als ich auch beim vierten Zählen nur auf 1.900 NAD komme, wende ich mich direkt an den Security-Posten, der mich auf den Bank-Schalter im anderen Gebäude verweist.

Dort kann man mir sehr schnell helfen. Das Thema wird aufgenommen, ich soll die 100 NAD ausgezahlt bekommen. Cool, denke ich - es will nicht einmal jemand mein Geld zählen. Leider war das zu schnell gedacht, denn ich muss die Angelegenheit bis in die vierte Instanz eskalieren. Dort angekommen erklärt mir dann der Supervisor des Supervisors des "Accounting Managers" des "Accounters", dass sie mir das Geld nicht auszahlen können. Ich solle mich an mein Kreditinstitut wenden, die reichen das THema dann bei denen ein. Nein, es wird nicht das Geld in der Maschine gezählt und mit dem Soll vergleichen. Wir machen also ein riesiges Fass auf, wegen 100 NAD (also 10 €). Ein wenig fassungslos und entnervt verlasse ich die Bank...

Ich fasse es nicht! Hier mal 20 NAD für "kein passendes Rückgeld", hier mal ein wenig Tipp, da mal ein wenig Bestechungsgeld, oder auch mal (ganz bestimmt) falsche Preislisten in abgelegenden Orten (die doppelte Preise enthalten). Und nun auch noch ganz offizielle Geldautomaten, die einfach mal 100 NAD weniger ausspucken. Das geht doch nicht!

Sei's drum - 10€ hin oder her, das macht den Braten auch nicht fett... Ich schicke hiermit nur mal ein großes "DANKE SCHÖN" an Wincor Nixdorf - dem Hersteller des Automaten.

Plattfuß

Donnerstag, 29. Okt. 2009 - Wir verlassen die Dessert SKy Lodge heute morgen sehr früh auf der Suche nach einem Kaffee - welches wir mit ziemlicher Sicherheit auch finden werden. So Deutsch, wie die Stadt ist. Gesucht, gefunden. Wir müssen nicht einmal 5 Minuten laufen und genehmigen uns ein ausreichendes Frühstück. Das "Hansa Frühstück" auf der Karte spricht mich am meisten an - ich zweifel lange, an welchem der beiden Worte es liegt (Hansa Bier oder das deutsche Wort "Frühstück" auf einer namibianischen Karte). Während des Frühstücks planen wir die weitere Route und freuen uns auf die nächsten Strecken-Abschnitte.

Es ist nun 10 Uhr und wir möchten unsere Reise in Richtung Whalvis Bay antreten. Dabei stellen wir fest, dass der hintere rechte Reifen seeehr wenig Luft noch hat. Verdammt! Alle versuche, den Reifen mit unserem Kompressor wieder aufzupumpen, misslingen. Also fahren zügig und vorsichtig zum Dunlop Reifen-Service. Der ganze Spaß (Reifen flicken) kostet uns ca. 45 Minuten und 50 N$ - also fünf Euro. Auf der einen Seite super günstig - auf der anderen Seite wissen wir nun auch, wie sehr uns der Typ in Khorixas beim ersten Reifen-Flicken übers Ohr gehauen hat. Das hat 185 N$ "gekostet"...

Deutsch, Deutscher, am Deutschesten...

Mittwoch, 28. Okt. 2009 - Jawohlll!! Es geht um Swakopsmund. Ein kleines großes deutsches Nest an der Küste von Namibia. Teilweise sehr klassisch, Altdeutsch. Teilweise auch im Kolonialstil gebaut. Leider viiiieeeel zu Touristisch.

Wir kommen im Dessert Sky Backpackers unter. D.h. wir dürfen unseren Camper im Hinterhof abstellen. Sehr gut! Schnell noch das Zelt aufgeschlagen und ab geht's in Richtung Meer. Es ist ca. 18.45h und die Sonne wird gleich untergehen. Das wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen.

An der Pier lassen wir uns nieder, genehmigen uns nun endlich ein Bier und genießen den Sonnenuntergang. Natürlich entstehen auch dabei schöne Fotos - von einer untergehenden Sonne vor der Pier.

"The Eagle has landed" - Teil 2

Mittwoch, 28. Okt. 2009 - Am zweiten Tag habe ich von Mondlandschaften berichtet (Titel: "The Eagle has landed" in Anledhnung an Neil Armstrong). Die Mondlandschaften vom King Fischer Canyon waren schon schön - sind allerdings in keinster Weise mit denen zu vergleichen, die direkt östlich von Swakopsmund liegen.

Von der Hauptsraße B2 aus biegen wir links ab und fahren ca. 15 Kilometer Schotter-Piste, bis wir auf einmal im tieferen Sand stecken bleiben. Und das ist auch gut so. Der Blick in die vor uns liegende Ebene hat uns für die noch bevorstehenden Strapazen mit dem Losfahren direkt entlohnt. Traumhafte Mondlandschaften, so weit das Auge reicht. Dazu ein tief-blauer Himmel, an dem auch noch der Mond (der richtige) aufgegangen ist. Herrlich!

Das Anfahren ist für unser "Bush Baby" im Allrad-Betrieb zum Glück kein Problem. Ja, "Bush Baby" heißt unser Toyota Hilux, seit dem Andreas irgendeinen Nicht-Duftenden-Duftbaum mit Aufschrift "Bush Baby" gefunden an den Innenspiegel gehängt hat. Das Allrad-Fahren macht mir mal wieder tierisch Spaß. Wir können absolut Querfeldein fahren und erforschen dabei die abgelegensten Mond-Krater und Ruinen von alten Häusern. Nach ca. einer Stunde ist der Spaß dann leider vorbei - wir erreichen wieder die Hauptstraße. Dort fahren wir erst einmal spontan nach oben und "übersehen" dabei das total verstaubte und hinter einem Busch versteckte Schild, dass wir für diese Straße einen eigenen Permit (also eine Berechtigung/ Freigabe) benötigen.

Oben angekommen können wir in die Mondkrater rein schauen. Wahnsinn! Da fehlen mir die Worte, das zu beschreiben. Wir fahren weiter - in den Namib Naukluft Park hinein. Andreas möchte unbeding die Welwitschia Mirabilis sehen! Also diese Pflanze, die einige hundert Jahre alt werden kann, die wir auch im Petrified Forrest erklärt bekommen haben. Diese Mirabilis ist ca. 1.500 Jahre alt und wurde nach ihrem Entdecker benannt, dem Hr. Welwitschia.

Ich habe die Hoffnung ja nicht aufgegeben und an unseren Guide (Führer) geglaubt, dass die Pflanzen schön aussehen sollen. Allerdings wurde auch der letzte Funken Hoffnung zu Grunde gemacht, als wir vor der Welwitschia stehen. Gut, 1.500 Jahre - Respekt. Aber sooo häßlich - ich weiß nicht... Ich überlege kurzfristig, unseren Kühlschrank mit Windhoek Lager Bier leer zu trinken - danach soll ja so einiges schöner werden! Ich hab's dann aber doch besser sein gelassen... Wir haben ja noch die Fahrt nach Swakopsmund vor uns...

Hoch hinaus

Mittwoch, 28. Okt. 2009 - Der heutige Morgen startet sehr entspannt. Wir schlafen lange aus, reinigen das Auto mal grundlegend und fahren gemütlich einkaufen. Selbst der Fisch gestern in einer Bar in Henties Baai ist uns sehr gut bekommen. Einzig Andreas, der heute Nacht durch tropfendes Salzwasser geweckt wurde, ist noch ein wenig verwirrt (an der See ist es Nachts a) kalt und b) salzig).

Bis zu unserem Einkauf steht unsere Route für heute noch nicht fest. Schließlich entscheiden wir uns spontan für die D1918 und fahren zur Spizkoppe - dem Matterhorn Namibias. Andreas ist wenig begeistert, er meint, das hätte er in der Schweiz auch... Meine Begeisterung reicht allerdings für usn beide und wir kommen nach ca. 90 Minuten fahrt am ersten Eingangstor an. Hier will man uns einzig irgendwelche Souveniers verkaufen. Beim zweiten Tor möchten sie dann 80 N$ von uns haben. Wir geben einen 100er Schein raus und bekommen nichts zurück. Suche den Fehler! "Ja, wir haben kein Wechselgeld, Sorry!" Unglaublich, so was passiert uns dauernd. Kein Wechselgeld hier, überteuerte Preise dort... Ganz ehrlich, 2 EUR tun uns nicht wirklich weh - es geht nur ums Prinzip. Dann sollen sie es direkt teurer machen...

Der leichte Anflug von Ärger verfliegt allerdings nach der ersten Kurz wieder - denn das Panorama ist umwefend. Rote Felsen, gelbe Wiesen, grüne Bäume. Traumhaft! Wir brauchen fast eine ganze Stunde, um die 2km bis zur nächsten Kreuzung zu fahren. Dort zweigt der Weg zum "Buchman's Paradise" ab... Hört sich gut an - Andreas setzt den Blinker...

Nach ca. 2km Allrad-Strecke empfängt uns ein Parkplatz. Ab dort geht es dann nur zu Foß weiter - ca. 30% Steigung den roten Felsen hoch. Nach ca. der Hälfte demonstriert Andreas mit dem Linsen-Deckel seiner Kamera, was ein Absturz auch für uns bedeuten könnte. Nicht schön! Also immer schön an der extra angebrachten Eisen-Kette entlang nach oben! Es geht ganz schön hoch hinaus - und die letzten Monate, die ich mit allem anderen als Sport verbracht habe, rächen sich gerade...

Das "Bushman's Paradise" ist traumhaft. Ein Hoch-Plateau, in dem sich (bestimmt mal) Wasser versammelt (hat). D.h. bei uns ist es pulvertrocken, die grünen Bäume lassen jedoch den Schluss zu, dass es hier ab und an mal regnet. Mich reizen natürlich die weiteren Kuppen und ich erklimme eine nach der anderen - bei der letzten lässt mich Andreas leider alleine. Dafür werde ich mit einem atemberaubenden Blick über die Landschaft und das Hoch-Plateu belohnt.

Zum Abschluss kommen wir natürlich nicht umher, ein paar Poser-Fotos zu machen, wie wir einen risigen runden Felsbrocken versuchen, den Berg runter zu schieben. Bewegt hat er sich zum Glück nicht. Auch beim Abstieg hat er uns nicht überholt bzw. -rollt. Also: alles Gut - nun auf nach Swakopsmund!

Freitag, 30. Oktober 2009

Festgefahrene Situation

Dienstag, 27. Okt. 2009 - Kurz hinter dem südlichen Gate der Skeleton-Coast zeigt ein Schild nach rechts zum "Wilson Wrack". Zusätzlich wird angezeigt "4x4 only". D.h. nur Geländewagen dürfen hier rein. Zum Glück haben wir ja einen und Andreas setzt den Blinker. Der Weg führt uns über Salzfelder bis direkt an den Strand. Dort müssen wir uns kurz orientieren und erkennen auf Steuerbord ein Schiffswrack - in sicherer Entfernung.

Kurs aufgenommen und nach ca. 5 Minuten parkt Andreas neben dem Wrack ein - direkt am Strand. Leider bremst er schön ein und zieht zur Sicherheit noch die Handbremse an. Der Wagen könnte ja wegrollen (nachdem er sich 15cm tief eingegraben hat)... Nach unserer kurzen Foto-Session, die sich übrigens gar nicht gelohnt hat (das Wrack ist fast weg), durften unseren Horizont in Richtung "Off-Road am Strand fahren" erweitern. Mit dem Worten "Ich habe doch gesagt, sobald ich mich festgefahren habe, darfst Du ans Steuer" übergibt mir Andreas dann die Autoschlüssel und fängt an, zu graben...

Ich muss sagen, das ist gar nicht so einfach, das Auto überhaupt nur zu bewegen. Nach ca. 10 Minuten umher-probieren stellen wir dann schließlich fest, dass die Flut im Anmarsch ist. Aber was solls, wir haben ja noch geschätzte 8m bis zum Wasser. Ich hoffe inständigst, dass die Flut nicht die Auswirkungen hat, wie die an der Nordsee. Während wir die Reifen bzw. das Profil wieder vom Sand befreien, überlegen wir uns schon "Ausreden" für unseren Vermieter. Aber mal ganz ehrlich, welche "Ausrede" sollten wir da haben. "Ähhh, sorry, wir sind flasch abgebogen" oder "Hmmm, da stand ein 'Parken' Schild, das ist nur weggespült worden"?!?

Wir kommen auf keinen grünen Zweig mit unseren Ausreden. Glücklicherweise bekommen wir es mit dem nächsten Anlauf hin, uns in eine vorgefahrene Spur zu retten. Die Option mit dem Reifendruck verringern mussten wir dabei nicht einmal ins Spiel bringen. Glück gehabt.

Andreas setzt sich nun wieder ans Steuer und fährt den Wagen in Richtung "Ausgang". Aber wo ist dieser. Anscheinend fahren wir an den Spuren in Richtung "Sichere Salzstraße" vorbei. Nach ca. 3km sehen wir zwei Autos parken. Angler. Die können uns bestimmt raushelfen. Andreas parkt in gleicher Manier neben den beiden Autos ein und schmeißt mir direkt wieder den Schlüssel zu, "Hier, Du kannst fahren!" Super! Wir bekommen erklärt, wie wir hier wieder weg kommen und fahren zurück zur Salzstraße.

Leicht südlich von Cape Cross biege ich dann noch einmal in Richtung Strand ab. Dieser ist bereits in Sichtweite. Es ist auch schon 19.20h und die Sonne steht sehr tief. Wir setzen uns an den Strand, genießen den Sonnenuntergang, trinken ein Bier und freuen uns einfach, dass wir den Toyota Hilux noch "unser" nennen können. Weder im Flussbett verschrottet noch im Atlantik versenkt!

"Rusted from the Rain"

Dienstag, 27. Okt. 2009 - "Gerostet vom Regen" - die Übersetzung des Billy Talent Songs. Das Lied ist unser Afrika Lied. Jeden Morgen, sobald wir im Auto sitzen und die ersten Kilometer fahren, läuft dieser Song! Bitte fragt nicht, warum dieses Lied, es kam einfach so... Genial!

Wie komme ich "jetzt" darauf? Ich bin vorhin stehen geblieben bei "Wir fahren weiter, und weiter, und weiter..." und setze nun fort mit: in Richtung Süden an der Sekelton Coast. Irgendwann gibt es auf der linken Seite eine alte Bohrplattform, die mittlerweile sehr zerfallen ist und sehr stark verrostet. Vom Regen und der salzigen Meeresluft (deswegen komme ich auf den Song).

Das rost-rote, weiß gespränkelte Bohrgestänge passt absoulut nicht in die Landschaft - deswegen ist es ja auch so anziehend. Weiß gespränkelt ist es durch die Kromoran-Kolonie, die dort nistet. Eine sehr schöne Vogelart, die mir leider keine Poser-Fotos im Flug oder ähnliches ermöglichen wollten. Drum gehe ich auf die Suche nach den Spuren der Schakale, um diese vor der Wüesten und Dünenlandschaft aufs Bild zu bekommen...

Der weitere Weg führt uns weiter in Richtung Süden zum Gate der Skeleton-Küste. Dies ist das berühmte Tor mit den beiden Totenköpfen. Auf dem Weg dahin liest Andreas lieber die Straßen-Schilder und glaubt diesen, als auf die Straße zu achten. Es ist mal wieder eine "Fluss"durchquerung angezeigt. Leider kommt diese nicht, dafür eine starke, versandete Rechtskurve. Ich mach es kurz - nach drei Mal rechst schlendern und zum Glück auch drei Mal links stehen wir quer in der Spur. Aber wir stehen. Und zwar in der Spur und nicht daneben. Und Andreas sucht immer noch den Fluss...

Bizarre Landschaften

Dienstag, 27. Okt. 2009 - Damit uns das nicht noch einmal passiert wie bei Twyfelfontain, studiere ich nun intensiv jeden Reiseführer, den wir dabei haben. Das ist auch das letzte, an was ich mich erinnere, bevor ich tief und fest eingeschlafen bin. Andreas macht mich wach - am Springbock Gate. D.h. wir müssen mal wieder irgendwas zahlen oder irgendwo unseren Namen, mindestens noch unsere Autonummer und ggf. auch die Reisepass-Nummer hinterlassen.

Das Springbock-Gate ist der östliche Eingang zur Skeleton Coast. Der Beamte am Gate verwirrt mich ein wenig, gibt dann aber doch deutlich zur Kenntnis, welche Route wir nehmen dürfen. Er nimmt uns sämtliche Entscheidungen ab und reduziert alle Routen auf eine einzige. Wir fahren die Stichstraße bis zur T-Kreuzung in Richtung Westen, biegen dann links ab und fahren in Richtung Süden. Und bis 19.00h müssen wir wieder raus sein aus dem Park. Super!

Der Park beeindruckt uns. Wir fahren ca. 90km vom Landes-Inneren in Richtung Atlantik-Küste. Dabei verändert sich alle 20km die Vegetation. D.h. von Vegetation kann man nicht wirklich sprechen bei einer Wüste. Reduzieren wir es mal auf die Farben und die Konsistenz der Steine bzw. des Sandes. Das ändert sich andauernt - so dass wir alle 10 Minuten einen Stop machen müssen.

An der besagten T-Kreuzung sind wir anständig und fahren auch wie vorgeschrieben nach links. Die Straße besteht mehr oder weniger aus Sand, der zum Großteil festgefahren ist. Auch hier haben wir das Gefühl, dass sich dauernd etwas ändert. Das sind allerdings eher die Steine am Wegrand, die aufgestellt sind, um uns mitzuteilen, dass wir nicht an den Strand fahren dürfen.

Wir fahren weiter, und weiter, und weiter... und sind erschlagen von der Weite der Dünen und der Landschaft!

Versteinert

Dienstag, 27. Okt. 2009 - Es ist gerade sehr früh morgens. Ich werde durch die Schmerzen in meinem Bein wach. Ich frage mich, was denn damit passiert ist, während das erste Licht darauf scheint. Langsam aber sicher kommen die Erinnerungen wieder. Ich musste heute Nacht auf Toilette (Busch-WC) und bin dabei zielstrebig in den ersten Busch rein gelaufen. Es war ja auch dunkel. Dummerweise war dies eine Art Busch mit Wiederharken...

Kaffee gibt's heute morgen erst später. Wir machen uns sehr früh auf in Richtung Petrified Forest und Twyfelfontain. Unser erster Stop, der versteinerte Wald (Petrified Forrest). Sehr interessant - da liegen Baumstämme rum, die genauso aussehen, wie Holz - jedoch versteinert sind. Unser Guide erklärt uns, wie dies zustande gekommen ist - leider verstehen wir nur die Hälfte, da sein Englisch sehr gebrochen ist.

Wir laufen noch an einer Pflanze vorbei, der Mirabilis. "Die Schönheit" nennt er diese - bzw. haben die Ur-Einwohner diese genannt. Um mal ganz ehrlich zu sein - mein Fikus zu Studentenzeiten, der auch schon mal ein Weißbier, dafür aber auch wenig Licht abbekommen hat, sah vor seiner Entsorgung besser aus! Das interessante jedoch - die Pflanzen können bis zu 1000 Jahre alt werden und es gibt männliche und weibliche Pflanzen... In oder bei Swakopsmund stehen wohl auch die ältesten dieser Gattung.

Nach ca. 45 Minuten machen wir uns wieder auf den Weg und fahren durch eine bizarre Landschaft. Die erinnert mich komplett an den Westen der USA. Nach dem 42 Foto-Stop fahren wir einfach weiter und genießen die Landschaft. Dabei übersehen wir jedoch das Schild nach Twyflfontain. Wir sind vorbeigefahren. Nun gut - Rock Engravings interessieren uns auch wirklich nicht. Wir fahren weiter...

An der D2710

Montag, 26. Okt. 2009 - Wir fahren in Richtung Khorixas und überlegen, ob wir heute einen Campground nehmen oder doch lieber Wild Campen. Die Entscheidung wird uns abgenommen, als der Campground Mitarbeiter uns erzählt, wie viel Geld er haben möchte. Somit fahren wir ein Stückchen weiter in Richtung Süden, dann rechts ab auf die D2710 und suchen uns einen netten Platz zum Übernachten.

Der Abend war schön und kurz. Das anstrengende aus dem Fenster gucken macht uns sehr müde, so dass wir nach den Nudeln und zwei Gin Tonic zum Sonnenuntergang direkt schlafen gehen. Es ist 21.15 - also 20.15 Deutscher Zeit und wir sagen "Gut's Nächtle!"

Unerfahrener Jung-Löwen-(noch-nicht-ganz)-Papa

Montag, 26. Okt. 2009 - Heute starten wir auch wieder früh. Unser erstes Ziel ein kleines Wasserloch, von dem wir uns nicht sooo viel versprechen. Dort stehen auch wieder 3-4 Camper rum und beobachten. Aber was? Auf einmal ruft Andreas: "Männliche Löwen!" Cool - da liegen auf der weiten Fläche 2 männliche Löwen. Wir bleiben stehen und genießen.

Nach kurzer Zeit kommt der eine Löwe direkt auf uns zu und posed ein wenig rum. Wir stellen fest, dass der Löwe selbst noch nicht ganz so alt sein kann. Zumindest sieht er sehr jung aus. Und dann geht der Löwe fressen. Nein, keine Zebras, Antilopen oder sonst was. Der Löwe frisst Gras. Kein Zweifel mehr - der Löwe ist noch verdammt jung.

Ich erinnere mich daran, was unsere Katze gemacht hat, wenn sie Gras gefressen hat. Das kam überall wieder raus. Kurzer Hand entscheiden wir uns, dem Löwen diese Peinlichkeit zu ersparen und lassen den Löwen Löwen sein.

Der restliche Park ist genial. An jeder Stelle sehen wir andere Tiere - die meisten kennen wir mittlerweile. So können wir die Fahrt genießen und fahren gegen 16.30h in Richtung Anderson Gate nach Süden. Bei einem kleinen Abstecher zu unserem letzten Wasserloch dürfen wir noch eine Herde Zebreas beobachten, wie die sich gerade im Dreck suhlen. Sehr schönes Abschiedsgeschenk!

Löwen-Babys

Sonntag, 25. Okt. 2009 - Auf der Weiterfahrt entdecken wir zuerst nicht viel. Wir fahren ca. 40 Kilometer durch den Park und überlegen uns, dass den Tieren einfach viel zu heiß wird. An einer Stelle steht ein Tour-Bus und viele Leute schauen raus. Wir halten dahinter an - im Abstand von ca. 10m. Andreas entdeckt einen Löwen, direkt neben dem Bus. Die Kamera rattert los...

Ich selbst kann noch nichts entdecken und schaue in der Gegend rum. Auf einmal entdecke ich, direkt neben unserem Auto drei Löwen-Weibchen. Die schlafen keine 5m von uns entfernt unter einem Baum. Wahnsinn. Ich überlege gerade schon, mein Objektiv zu wechseln - soo viel Zoom brauche ich gar nciht. Aber Löwen-Augen sind ja auch interessant, richtig?

Während die andere Löwin, die am Tourbus gelegen hat, die Staße überkreuzt, entdeckt Andreas das Männchen. Leider etwas weit weg - auch am schlafen bzw. chillen. Cool! Löwen. Da hab ich gar nicht mit gerechnet, dass wir die zu Gesicht bekommen. Der Tourbus fährt weiter. Wir machen noch unsere CF-Karten der Kameras voll und fahren auch weiter. Aus irgendeinem Grund entscheide ich mich dafür, noch einmal umzudrehen und die Löwen anzusehen.

Auf einmal machen sich die anderen Weibchen auf den Weg zur Straße. Dort bleiben sie stehen. Ich frage mich, was nun kommt. Großaktion gegen einen Toyota Hilx und Menschen zu Mittag? Auf der Beifahrerseite bewegt sich etwas. Eine andere Löwin, die von der anderen Straßenseite auf uns zu kommt. Noch fühle ich mich sicher, lege aber vorsichtshalber den ersten Gang ein und bleibe stehen.

Die Löwinnen schauen skeptisch - mindestens genauso wie ich. Zum Glück hat Andreas ja seinen Hut auf, so dass seine 200% Coolheits-Faktor die Situation entspannt. Richtig entspannend wird es, als die 4-5 kleinen Löwen-Babys dann hinter der Mama her über die Straße laufen. Andreas Kamera rattert wieder los. Und meine mindestens genau so... Die anderen beiden Löwinnen folgen den Kleinen. Also - alles nur ein reines Eskort-Kommando und kein Großandriff auf Hilux und uns...

Danach legen sich die Löwinnen wieder an die alte Stelle - nun mit den Kleinen. Und es wird geschmust. Süß! Zum dazu legen! Das lassen wir dann aber doch sein und geben den Löwen ihre Ruhe!

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Mutation von Weiß nach Grau

Sonntag, 25. Okt. 2009 - Etosha! Ein genialer Park! Wir sind sehr früh wach und sind ein wenig verwirrt über die Uhrzeit. Im Etosha wird es eine Stunden früher hell?!? Nein, Zeitumstellung in Deutschland. Unsere Uhren stellen sich mittlerweile selbst um. Also sind wir hier eine Stunde vor Deutschland. Wir starten unseren Tag somit zur gewohnten Zeit um 6.23h mit einem Kaffee. Gegen kurz vor sieben ist alles gepackt und wir fahren durch das Gate.

Erst fahren wir in Richtung Norden, um uns die Fisher-Pan anzuschauen. Sehr viele Tiere gibt es hier leider nicht zu sehen. Tausendfüßler, die nur 200 Füße haben, ein paar Pelikane in sehr weiter Entfernung, einige Vögel, aber das war's auch schon. Zurück am Camp fahren wir dann grob in Richtung Halali - das Camp in der Mitte vom Park. Unser Ziel für heute. Leider sind sehr viele Wege bis dahin gesperrt - Road Construction. Nur wenige Abstecher von der Hauptroute weg sind möglich - und die haben sich alleine vom Fahr-Technischen gelohnt. Teilweise waren seeehr tiefe Wasserstellen auf der Straße, durch die wir durch müssen. Teilweise kann ich nun verstehen, warum man die Scheiben vom Auto putzen sollte - wir möchten ja schließlich noch etwas sehen... Beim nächsten Stop stellen wir fest, dass unser Auto mal weiß ausgesehen hat... Nun schimmert es schlammig grau...

Gegen Mittag erreichen wir schon Halali - auch hier ist das Übernachten kein Problem. Dies kostet uns noch einmal 400 NAD - aber das ist es definitiv wert. Das Camp ist um einiges besser und weniger bevölkert als das erste. Wir trinken ein schönes Hansa-Pils, frisch gezapft und entscheiden uns dann, den Park in Richtung Osten noch ein wenig zu erkunden. Andreas kauft sich noch schnell einen Cowboy Hut und verdoppelt damit seinen "Coolheits-Faktor" auch ca. 200%. So fühlt er sich zumindest - und das tut gut!

Wasserlöcher

Samstag, 24. Okt. 2009 - Es ist 15.30h und wir erreichen den Etosha Park. Am Eingangsgate erhalten wir binnen Minuten unseren Permit, dass wir rein fahren dürfen. Komischerweise bezahlen wir gar nichts. Egal - wir sind ja auch nicht scharf drauf, das Geld los zu werden und fahren rein. Keine 500m hinter dem Gate macht Andreas eine Vollbremsung. Giraffen im Gebüsch neben uns mit der Intention, auf die Straße zu rennen. Cool!

Die Fahrt dauert nicht mehr lange und wir erreichen das erste Camp im Park. Dort werden wir dann von unseren Geld-Sorgen und auch eben jenem befreit. 2 Nächte im Park inkl. Auto sind 170 NAD, dazu noch eine Nacht im ersten Camp für 400 NAD und alles wird gut.

Der Zeltplatz ist nett und groß. Leider auch überlaufen von Holländern und Deutschen. Die ersten erkennen wir relativ schnell an der Sprache - die zweiten daran, dass sie ihren Camper putzen. Oh man, Autowaschen im Urlaub... Wer's braucht...

Passend zum Sonnenuntergang machen wir uns dann auf den Weg zum berühmten Wasserloch. Das muss man sich so vorstellen: Ein Loch mit Wasser und entsprechend Platz, damit sich die durstigen Tiere darum versammeln können. Daneben dann ein Zaun, über den ganz bestimmt jeder Löwe lachen würde. Und hinter dem Zaun zig Sitzbänke, überdacht, mit Platz für ca. 50 Personen. Und das Highlight: Scheinwerfer auf das Wasserloch. Suuuper - tolle "Wild-Life" Beobachtungen - da ist jeder Zoo besser.

Tiere gibt es am Wasserloch heute mal keine, da Regenzeit ist. Das heißt, die Tiere finden selbst überall Wasser und sind nicht soo verzweifelt, zu einem mit Menschenmassen überfüllten Wasserloch zu gehen. Zumindest der Sonnenuntergang ist sehr schön - und zu guter letzt läuft auch noch ein Zebra am Wasserloch durch die untergehende Sonne!

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Armageddon

Samstag, 24. Okt. 2009 - Auf dem Weg zum Etosha, etwa 5 Kilometer hinter Grootfontein in Richtung Tsumab kommt eine Abzweigung in Richtung Hobas Meteorit. Wir biegen ab. Die Straße führt uns ca. 20 Kilometer über eine Schotterpiste bis hin zum Eingang des Meteoriten. Gebühr: 30 NAD pro Person.

Auf dem 59m Weg zum Meteor liegen überall Gesteinsbrocken herum, leider alle fett markiert mit einer Zahl. Der Meteorit selbst ist zum Glück nicht markiert. Er liegt in einem kleinen Loch, dass sicher nicht von ihm stammt. Denn mit 4-5m Durchmesser wäre das Loch sicher tiefer gewesen als 90cm. Interessant sind die Gesteinsschichten, die sich teilweise auch beim Eintritt in die Erd-Atmosphäre gebildet haben.

Zum Abschied machen wir noch einmal ein paar Poser-Fotos - ich springe auf den Meteoriten und fühle mich kurzfristig wie Bruce Willis im Film Armageddon.

Egal, was Du tust...

Samstag, 24. Okt. 2009 - Der Abend war genial. Wir kommen an den Popa Falls an und dürfen auch direkt auf den Platz fahren. Eine Reservierung für den Etosha ist lt. dem Betreiber des Popa Falls Camps nicht notwendig - bin mal gespannt, ob das so klappt. Nach einigen Bier und eher weniger leckeren Meat Balls sind wir dann zeitig zu Bett gegangen.

Direkt nach dem Weckruf einiger Vögel gibt es erst einmal einen schönen starken Kaffee, um die langweilige Fahrt weiter fortzusetzen. Weitere 250 Kilometer auf einer geraden Straße - von den Popa Falls über einem kleinen Highlight "Grootfontain" und einem Deutschen Fort weiter üßber Tsumab in Richtung Etoscha.

Meine Vorstellung hat nicht zu viel versprochen. Der Weg war genauso langweilig wie der Caprivi zu vor. Zum Glück wissen wir uns mit guter (alter) Musik zu beschäftigen und freuen uns auf unser nächstes Highlight - Grootfontain. Dort gibt es ein altes Deutsches Fort, dass die Schutztruppen errichtet haben. Leider ist dies heute geschlossen. Somit geht unsere Fahrt nach nur wenigen Minuten weiter.

Nach ca. 500m entdecken wir einen Spar-Markt und steuern diesen an. Draußen stehen ca. 30 Einheimische, so dass Andreas alleine einkaufen geht und ich das Auto bewache. Es dauert keine Minute, dann klpüft der erste an die Scheibe. Meine erste Reaktion: Kontrolle der Türschlösser. Allerdings sind die beiden Typen eher harmlos, sie wollen nur quatschen... ... ... Und irgendein Zeugs verkaufen. Die beiden stellen sich wirklich nicht dumm an beim Verkaufen - die Taktik gefällt mir. Und das Gespräch war auch ganz nett - somit kaufe ich 2-3 Souveniers und sorge für deren Lebensunterhalt - für sicherlich überhöhte Preise.

Fazit: Egal, wie man sich anstellt - bleibt man nicht beim Auto, soll es ausgeräumt werden. Bleibt man beim Auto, sollte man erst gar kein Gespräch anfangen, es sei denn, man will etwas kaufen. Nun freuen wir uns umsomehr auf den Etosha Park.

Dienstag, 27. Oktober 2009

Laaaaangweilig

Freitag, 23. Okt. 2009 - Wir fahren, und fahren, und fahren. In Katima haben wir vorhin noch voll getankt (Spontanidee, um Botswanische Pula los zu werden). Unser Ziel war vorhin eigentlich Kongola - allerdings sind wir irgendwie da druch gefahren, ohne es zu merken. Auch das Eingangs-Gate zum "Caprivi Game Reserve" hat uns kalt gelassen. Nach ca. 30 Kilometern "Nichts" ist uns aufgefallen, dass wir zu weit sind.

Kurzer Hand entscheiden wir uns also, nach Divundu zu fahren (170km weiter). Und sind gerade echt froh, dass wir im Chobe so viele Tiere gesehen haben. Eigentlich steht "Caprivi Game Reserve" dafür, dass hier viele Tiere sein sollen. Das hört man auch von allen, mit denen man spricht. Einzig die Schilder mit "80km/h - Attention! Elefants" und ein wenig "Elefant-Bullshit" am Straßenrand lassen darauf schließen, dass es solche Tiere hier gibt.

Somit fahren wir, und fahren, und fahren... Immer gerade aus. Nur gerade aus. Hier ist nix los, wirklich gar nix. Insgesamt sind wir gerade sehr froh, dass wir uns das "Caprivi-Highlight" nicht bis morgen aufgehoben haben. Als nächstes steuern wir einen Camp-Ground an den Popa-Falls an und machen uns dann morgen auf den Weg in Richtung Etosha.

Sonntag, 25. Oktober 2009

Geil - geil - geil

Freitag, 23. Okt. 2009 - Sorry für den vulgär anmaßenden Titel - aber mir fällt beim besten Willen nix anderes ein. Es ist 5.30h morgens - wir werden wach und die Sonne geht gerade auf. Dies ist mal mindestens genau so phänomenal wie der Sonnenuntergang gestern Abend. ANdreas sprintet zu einer Büffel-Herde mit ungefähr 250 Tieren, um diese zusammen mit der Sonne aufzunehmen. Das ist mir gerade noch zu anstrengend.

Tja, was soll ich sonst noch alles schreiben? Der Vormittag ist einfach nur genial. Absolutes Highlight heute der African Fish Eagle (Fisch-Adler), der gerade zusammen mit dem Weibchen einen Fisch gefangen hat und diesen munter vertilgt. Ansonsten - 1.000 weitere Eindrücke - und bei Andreas ca. 2.000 Fotos.

Es ist Mittag. Wir fahren bei Ngoma raus aus dem Chobe Park und machen erst einmal Brunch. Also eigentlich Frühstück, aber Mittags kann man Rührei (zubereitet mit gefrorenen Eiern - das sieht vielleicht cool aus) schon mal Brunch nennen. Jetzt geht es gleich über die Grenze nach Namibia in Richtung Katima bzw. Kongola auf einen Camp-Ground.